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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

{88 Annalen der Hydroeraphie und Maritimen Meteorologie, November 1909, 
meters und des daran befindlichen Thermometers angestellt und diese an die 
Seewarte geschickt werden sollten; hier wurden die Ablesungen auf 0 reduziert 
und mit den aus den betreffenden Wetterkarten entnommenen Barometerständen 
im Meeresspiegel (ohne Schwerkorrektion} verglichen, und aus dem sich er- 
gebenden mittleren Unterschied, der Korrektion des Barometers, wurde die auf 
der nächsten Reise zu benutzende mittlere Meereshöhe des Barometers an Bord 
durch Division durch 0.09 in Metern abgeleitet, Die in dieser Weise bestimmte 
mittlere Meereshöhe wurde den Dampfern vor der Ausreise dann bekannt ge- 
geben, So ist es erreicht worden, daß die von deutschen Schiffen gemeldeten 
Barometerstände, abgesehen von gelegentlichen Ablesefehlern oder Verstümmelungen 
der Telegramme, den Anforderungen im ganzen entsprochen haben, 
Verwertung der Weiter-Funkentelegramme bei dem Wetterdienst. 
Auch während der Monate August und September ist keine Wettervorher- 
sage in Hamburg durch ein Wetter-Funkentelegramm in nennenswerter Weise 
beeinflußt worden, Bis zu einem gewissen und nicht unerheblichen. Grade ist 
dies Ergebnis aber gewiß dadurch beeinflußt worden, daß wie im Februar bis 
April in einer schr großen Zahl der Fälle die Luftdruckverteilung ein über die 
Britischen Inseln westwärts reichendes Hochdruckgebiet aufgewiesen hat, bei 
welcher Wetterlage die Luftdruckverteilung über dem Ozean für unser Wetter 
am kommenden Tage nur wenig in Betracht kommt, Um zu entscheiden, wie- 
weit die Telegramme, falls sie alle rechtzeitig eingegangen wären, die Wetter- 
vorhersage beeinflußt haben würden, ist wie bei dem ersten Versuch in der 
Weise rerfahren worden, daß die ursprünglich in die Arbeitskarten eingezeichneten 
Isobaren mit Tinte ausgezogen und alsdann nach Eintragung der Funken- 
telegrammbeobachtungen neue Isobaren entworfen wurden, Der Vergleich dieser 
beiden Isobarensysteme hat gezeigt, daß in einer ganz überwiegenden Mehrzahl 
von Fällen die ursprünglich entworfene Luftdruckverteilung über dem Ozean, 
wie sie sich aus den Barometerbeobachtungen auf Island und in Horta auf den 
Azoren unter Berücksichtigung des im allgemeinen. zu erwartenden kontinuier- 
lichen Verlaufs der Entwicklung der Luftdruckverteilung ergibt, mit der auf 
Grund der Funkentelegramme verbesserten in den Hauptzügen übereinstimmt, 
Gelegentlich treten in einzelnen Fällen aber natürlich auch erhebliche Abweichungen 
auf, wenn beispielsweise jenseits eines von Europa westwärts reichenden Hoch- 
Adruckgebiets ein neues über dem Ozean heranzieht und zwischen beiden eine 
Furche niedrigen Drucks heranzieht oder wenn schmale südwärts reichende Aus- 
(äufer westlich von den Britischen Inseln über dem Ozean für den gewöhnlichen 
Blick unbemerkt herannahen; am häufigsten wichen die beiden Isobarensysteme 
südwestlich von Island voneinander ab. 
Jedenfalls dürften uns die Funkentelegramme nicht häufig eine von der 
gemutmaßten Druckverteilung wesentlich abweichende über dem Ozean offen- 
baren. Das rechtzeitige Zugehen der Abendtelegramme würde aber dennoch io 
vielen Fällen von großem Nutzen sein können, beispielsweise in denjenigen 
Fällen, wo ein Minimum über Nacht vom Ozean nach den Britischen Inseln vor- 
gedrungen ist und die Beurteilung seines weiteren Fortschreitens wesentlich er- 
leichtert würde, wenn uns die Lage des Minimums vom vorhergehenden Abend 
bekannt wäre, Eine Ausdehnung der Morgenkarte über den Osten des Ozeans 
würde gewiß im ganzen noch wertvoller sein, aber nach den bisherigen Ver- 
suchen mit den Wetter-Funkentelegrammen ist an eine Nutzbarmachung der 
Morgenbeobachtungen zur Zeit noch nicht zu denken, 
Zusammenfassung. 
Bei den heutigen Leistungen der Abgabe von Funkentelegrammen seitens 
der Schiffe der Handelsmarine ist eine Verwertung von Morgenbeobachtungen 
für unsere Wettervorhersage nicht möglich, da die Telegramme zu spät zugehen, 
Dagegen liegt schon heute die Möglichkeit vor, aus der durch Wetter-Funken- 
tjelegramme zu erreichenden Erweiterung der Luftdruckkarte vom vorhergehenden 
Abend Vorteile für die Wettervorhersage zu gewinnen. Hierbei ist aber un-
	        
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