480 Annalen. der Hydrographie und. Maritimen Meteorologie, Oktober 1909,
beiden. folgenden Tagen nach dem Östen, und am 13, kam das ganze deutsche
Küstengebiet in den Bereich einer neuen Depression, die im Norden vorüberzog,
Damit begann eine Periode zyklonalen Wetters, die bis zum 26, währte, Die
ersten. Tage dieser Periode (vom 13. bis 15. August) waren besonders dadurch
bemerkenswert, daß verbreitete stürmische Winde auftraten. Die genannte
Depression hatte am 183. das Hochdruckgebiet südwestwärts zurückgedrängt, und
es entwickelten sich an ihrer südlichen Seite starke Winde, die beim östlichen
Vorrücken der Depression näch Nordwest übergingen und vielfach einen
stürmischen Charakter annahmen,. Der Kern des Tiefdruckgebietes verlagerte
sich vom 13, bis 15, langsam von Mittelskandinavien, nach Westrußland, so daß
die stürmischen Nordwestwinde noch am 14. und im äußersten Östen auch noch
am 15. anhielten, Hervorzuheben ist während dieser Zeit ferner der 19, wo bei
hohem Luftdruck über Südwesteuropa ein tiefes Minimum nordwestlich von
Schottland erschien und einen Ausläufer bis nach, Polen entsandte, Dabei ent-
wickelten sich stellenweise im westlichen Küstengebiete steife und stürmische west-
liche bis nordwestliche Winde, .
Nach dem Vorübergange des Ausläufers bei gleichzeitiger Ausbreitung
des Hochdruckgebietes nach Osten flauten jedoch die Winde schnell wieder ab,
da das Minimum seinen Ort nur wenig veränderte, Schließlich ist noch der 25,
gegen Ende der zyklonalen Periode erwähnenswert, wo ein Minimum vor der
Elbmündung zwischen. einem Hochdruckgebiet im Südwesten und einem solchen
über Nordosteurapa lag, Es bewegte sich nordwärts nach Südnorwegen, während-
dessen. sich im westlichen Teile des Küstengebietes unter dem Einfluß des von
der Biskaya-See nachdrängenden Hochdruckgebietes steife und stürmische Winde
aus westlichen, zum Teil auch südöstlichen Richtungen entwickelten, Was die
Temperaturen während der Periode vom 13. bis 26, betrifft, so Jagen eie fast
andauernd unter den Normalwerten; nur am 21. und 22, wurden diese im Öst-
lichen Küstengebiet überschritten, wo die Luft aus dem Östlichen Hochdruck:
gebiet heraus seewärts strömte. Am 27, breitete sich das westliche Hochdruck-
gebiet ostwärts aus, so daß hoher Luftdruck bis zum 29. das deutsche Küstengebiet
bedeckte und ruhiges, meist trockenes Wetter im Gefolge hatte, das aber nur im
Osten von etwas höheren Temperaturen begleitet war, An den beiden letzten
Monatstagen stellte sich wieder Regenweiter ein, indem eine vom hohen Norden
bis nach den Alpen reichende Depression zur Entwicklung gelangte; auf der
Rückseite der abziehenden. Depression iraten bei dem Vordringen eines Hoch-
druckgebietes vom Ozean stürmische nordwestliche Winde ostwärts bis Rügen ein.
Berichtigungen.
In der Abhandlung Die Eisrerhältnimse an den deutschen Küsten im Winter 1908/09 » Ann.
d. Hyde usw,« 1000 Heft VIL ist in der Tabelle auf 5, 292 unter 4, mit Schluß der Dampfschiffahrt
Dir Neufahrwasser zu setzen: nn
Ü statt. 52.
In der Abhandlung Die KEisvrerhältnisse des Winters 1908/09 in den außerdeutschen Gewässern
der Ostsee usır, »Ann, d. Hrds usw.2 1909 Heft IX. ist auf ©. 391. zu setzen:
Zeile 13 v7, ur 24.—26, 1, statt 24,—16, I.
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