{74 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1909.
Textes, daß stellenweise jeder Satz infolge der Anführung neuer Tatsachen und ganzer Tatsachen-
uppen besondere Überlegung verlangt, wenn man dem Verfasser folgen will, und ich weiß nicht, ob
ler gebildete Durchschnittslaie, für den das Buch bestimmt ist, in allen Fällen leicht die richtige Vor-
stellung gewinnen wird. Etwas weniger Stoff, dafür eine etwas breitere Ausführung lediglich des ganz
Wesentlichen würde die Abschnitte wohl lesbarer und leichter gemacht haben.
Das gilt auch von anderen Kapiteln. Wenn z. B. in dem Kapitel »Die Erdkruste« lange Listen
der gesteinsbildenden Mineralien (S. 116), der wichtigsten Ergußgesteine (S, 123] gegeben werden, in
letzterem Falle, wie die gleich anzuführende Zeile für Basalt zeigen soll, noch mit einer Menge wissen-
schaftlicher Fachnamen beschwert, so sind solche Seiten doch für den Nichtfachmann lediglich Worte,
unter denen er sich kaum etwas vorstellen kann, Hier die Zeile für Basalt:
Name
Wesentliche Bestand-
teile
Struktur
Wichtige Nebengemeng-
teile
Gegteinsvarietäten
Plagiok]
Serhetan
ueUZit |
mit Augit, Ölivin,
‚ Magnetil ;
Bei aller Achtung vor dem Wissen und der Belesenheit, des Verfassers darf es also doch gesagt
werden, daß manche Seiten mehr eine Materialsammlung darstellen, die geeignet sein könnte, den Leser
abzuschrecken. Das Niveau nicht weniger Ausführungen erscheint mir erheblich zu hoch, um allgemein
verständlich zu sein, zumal nahezu ohne Einschränkung die schwierigsten Fragen unter Benutzung aller
fachtechnischen Spezialausdrücke erörtert werden, z. B. bei der Gebirgsbildung die neueren Theorien bis
zu der Schardtschen Theorie der Überschiebungsdecken; dabei werden in auffälligem Kontraste dazu
einfache Begriffe wie Mnterpolierens, der »Größte Kreis« u. a. m. in besonderen aknaten erläutert.
Eine etwas strengere Auswahl gegenüber der Riesenfülle des Materials, eine schärfere Kritik gegenüber
vielen, vielleicht geistreichen, aber oft gänzlich in der Luft schwebenden Ideen — auch der von Arldt
wieder vorgeholten Theorie der tetraedrischen Erdgestalt werden zwei volle Seiten eingeräumt! — hätte
sicherlich dem großen Werke Siebergs mehr innere Konzentration und leichtere Lesbarkeit gebracht.
Hiermit verträgt sich schr gut, daß im übrigen die Darlegungen interessant sind und lehrreich,
zumal in den Kapiteln über Vulkane und Erdbeben, Kapitel, die dem Verfasser schon infolge seiner
Berufstätigkeit besonders naheliegen, Bei der ungeheuer rasch fortschreitenden Spezialisierung und
Vertiefung der einzelnen Wissenschaftszweige wird das Bedürlnis nach zusammenfassenden Darstellungen
größerer Forschungsgebiete naturgemäß immer lebhafter, ist aber auch schwieriger zu erfüllen; in der
Georraphie hören wir ja seit einigen Jahren den dringenden und berechtigten Ruf nach gmnien
Schilderungen von Landschaften und Ländern, damit nicht die allzemeine Erdkunde zu schr über-
yuchere, Auch von diesem Gesichtspunkte einer zusammenfassenden Arbeit aus wird man der Leistung
Siebergs von vornherein Sympathie entgegenbringen und. den Wunsch auf Erfolg aussprechen, Be-
sonderes Lob verdient die äußere Ausstattung; sie darf geradezu als glänzend bezeichnet ehe
. Schott,
Basalt
&Örnig
und
HOFohyrisch
Hornblende, Biotit, Titanit,
Hanyn, Meljlith, Apatit:
Dolerit, Anamesit, Feldspatbasalt,
Nephelinbasalt, Leuzitbasalt,
Angitandesit
EB. Neueste Erscheinungen im Bereich der Seefahrt- und der Meereskunde
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