Kleinere Mitteilungen.
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27. bis 28, N60°W 34 Sm, vom 28, bis 29, N88°W 59) Sm. Neben diesen niedrigen
Temperaturen in Äquatornähe ist bemerkenswert die überaus schnelle Temperatur-
zunahbme vom 28. zum 29. und zum 30, Oktober, die noch besser veranschaulicht
wird durch die folgenden in kurzen Abständen gemachten Beobachtungen vom
28. Oktober nachmittags.
Ob 30min 0° 30 N-Br., 109° 53 W-Le. P0.0 °C, °* Omin 0° 47 N-Br., 110° 22' W-Lg. 21.3 °C.
‘O0 0 5 109° 58 a9 52 110° 28° 21.6
30 Pu 1109 1 D4 0° 5 = 0° 31% 215
0 0° 3 109 4 40 0°535 « 110° 39 31.4
„30 0637 110% 7 0 0°50 « 110°3W & 212
0 0° 39° « 10% 10 ?) 00 58 « 110° 37 « 71.5
30 PAY 8 20913 x 40 19 Yo& 110° 4 ?1L7
Ö 0942 110° 16° « 9 16 Yo 110° 42 & 21.7
30 4 € 110° 19° 8 20 19 4 10° 4 * 220
Diese ständige Temperaturzunahme in einem einheitlichen Stromgebiet,
welche 2° innerhalb 83 Stunden, zuweilen sogar !/.„° pro Seemeile erreicht
(34 30min his 4b 0misn, 7b QPP bis 7b 40%) ist nur dadurch zu erklären, daß in dem
äquatornahen Teil der Strömung mit dem Minimum der Temperatur lebhafte
Zufuhr von Tiefenwasser zur Oberfläche durch Zerrungsvorgänge in der Strömung
stattfand.
Nachdem das Schiff dieses (jebiet passiert hat, verringert sich die Bei-
mengung von Tiefenwasser oder hört ganz auf, so daß schon in geringer Ent-
fernung von den Kaltwasserzungen um mehrere Grade höhere Temperaturen an-
getroffen werden, Die von einem Schiff angetroffenen Unterschiede werden am
größten sein, wenn die Südäquatorialströmung am mächtigsten entwickelt ist, also
im September—Öktober, zu der Zeit, in welcher auch die »Herzogin Cecilie«
die Linie kreuzte. Br.
Neuere Veröffentlichungen.
A, Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Sieberg: Der Erdball, seine Entwicklung und seine Kräfte, gemein-
verständlich dargestellt, 410 5. gr. 8°, 1 Karte, 57 Bildertafeln u, 254 sonstige
Abbildungen, Eßlingen u, München 1909, J. F. Schreiber,
N Die Absicht des Verfassers ist nach seinen Worten »der Versuch, gemeinverständlich einen
Überblick über das Gesamtgebiet der Erdphrysik nach dem heutigen Stande der Wissenschaft zu geben
ünd dabei, so gut es zur Zeit schon möglich ist, auf die weittragende Bedeutung der modernen Erd-
bebenforschung für verschiedene geophrsikalische Disziplinen aufmerksam zu machen.« Es werden zu
dem Zwecke in 8 Abschnitten behandelt: 1. Die Beziehungen der Erde zum Weltall. 2. Die Ent-
stehung des Weltalls und der Erde nach den verschiedenen Theorien), 3. Die allgemeinen mathe-
matischen und physikalischen Verhältnisse des Erdballs — also Gestalt, Größe, Dichte, Magnetismus,
Polarlichter; auch ein aus der Feder Rosenthals (Tiflis) stammender Aufsatz über die Radioaktivität
Ändet sich in diesem Abschnitt —, ferner 4, Die vier Zonen des Erdballs, worunter nicht etwa Klima-
zonen, sondern in der Reihenfolge von außen nach innen zu verstehen sind die Atmosphäre, die
Erdkruste, die Wasserhülle, das Erdinnere; an 5, Stelle folgt die geologische Entwicklung des Erdballs,
an 6. die Gebirgsbildung, ax 7. die Vulkane, an 8. und letzter die Erdbeben,
Es ist hiernach ein ungeheuer reiches Programm bewältigt, Besondere Mühe ist auf die
Ilustrierung des Textes durch Abbildungen verwandt, die teils in Photographien, teils in Karten, teils
in schematischen Entwürfen, Ideallandschaften, bunten und einfarbigen Skizzen bestehen, wobei des
Verfassers eigenes zeichnerisches Talent offenbar weitgehend zur Geltung gekommen ist; freilich kann
ich nicht verhehlen, daß bei den Ideallandschaften die übrigens von jeher erhobenen Bedenken
gegen solche Darstelhmgen sich doch immer wieder zufdrängen, in besonders hohem Grade z, B. bei
Taf. XVUE (Kreislauf des Wassers), Fig, 57 (Küstenformen) u. &. m., die mindestens dem Auge des
Geographen stets unnatürlich und auch nicht einmal für die Anschauung wirksam erscheinen dürften.
Viele andere Tafeln, wie unter anderen die kleinen Wolkenbilder, sind gut gelungen, und höchst ein-
drucksvoll die prachtvollen Aquarelle Prof. Jackels, z. B. zu dem letzten großen Vesuvausbruch,
Die Meteorologie und die Ozeanographie, die hier besonders interessieren, haben ihren Platz im
vierten Abschnitt gefunden; der Witterungskunde einschließlich der Klimalehre sind rund 40 Seiten,
der Meereskunde und der Kunde von den Gewässern des Festlandes rund 25 Seiten gewidmet. Es ist
anzuerkennen, daß auf den 40 Seiten der Meteorologie erstaunlich viel untergebracht ist; nach einer
Skizzierung des Wesens der einzelnen meteorologischen Elemente {Luftdruck, Wind, Temperatur,
Feuchtigkeit, Niederschlag} wird sogar auf die Instrumente, Beobachtungstermine, die Fintragung der
Beobachtungen, die Registrierinstrumente eingegangen, das Wetter in den Hoch- und Niederdruck-
gebieten geschildert und selbst eine Anleitung zur Wettervorhersage gegeben. Freilich, leicht lesbar
sind. die Seiten wohl nicht; der Stoff ist so komprimiert in Tabellen, tabellarischen Anordnungen des