454 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1900.
a, Die Variation der Breite, Gestirn näher am Ersten Verfikal
Für die rohe Ortsbestimmung werden zwei Breiten (g, und p,) angenommen,
die um etwa 1° bis 3° nach beiden Seiten von der mutmaßlichen Breite abstehen,
Mit diesen. Breiten, der Höhe und der Abweichung bestimmt man mittels der
Meßkarte (Transformator) die zugehörigen Azimute Az, und Az, und Stunden-
winkel bzw. Längen (A, und A,). Dann werden für die beiden Orte (A,, m, und
As, ®2) die Mißweisungen (d,' und d,’) der Karte entnommen und die mißweisenden
Peilungen nach
a Pl, = Az Hd und Pl = Ay
berechnet, Der wahrscheinliche Ballonort und die ihm entsprechenden Größen
finden sich damit und der beobachteten Peilung (Pl) aus
( De
PL — Pl,
m dd As {d— E05
UM Y Are At de )
A = Te
LP == gel — a)
Zur Kontrolle wird aus der Karte die zu dem Ort (2, #) gehörige Miß-
weisung d entnommen, Stimmt sie nicht mit d’ überein, so wird die Bestimmung
mit einem engeren Intervall der angenommenen. Breiten. (g, und @,) wiederholt,
Die genauere Bestimmung erfolgt in derselben Weise, nur daß das Breiten-
intervall geringer angenommen wird, */,° bis 1° zu beiden Seiten des rohen Ortes
und daß Az, und t, bzw. A, sowie Az, und ti bzw, A, mittels genauer Hilfs-
tafeln!)} oder Diagramme oder durch Rechnung nach folgenden oder entsprechenden
Formeln ermittelt wird,
A|
(12} | eig! Az == 5 | seco 8 sin (S = g)« 00800 (5 — dd) ı 008 (8 — [00° == h)}
| dglhLt= 4 VeeS-sin(S— g)- ein (8-0) -200 (S — (009 — 3)
v4 wa
tz M = eig (bh 0) ote 1 (007 — g)
N = tg Yo h— 8) tg 1 (90° —
eig Yo Az ss 4 Vig (155° — M) eig (05° + N)
& ig t = FE MSN
öder mit Merkatorfunktionen
f £(B) = cof (8-1) E(g)
(14 FE) = fd)
cof (Az) = 4, [cot (8) -L0of(£)]
W680) = U [cof(&)— cof (&)]
Die Weiterrechnung erfolgt dann nach den Formeln (10) und (11), nach-
dem die Mibweisungen d,” und d,' aus der Karte entnommen sind,
Stimmt die Kontroll-Miöweisung d mit der errechneten MiBweisung d’
nicht überein, so wird in entsprechender Weise verfahren, wie bei der Methode
der Variation des Winkels am OGestirn.
b. Die Variation der Länge. Gestirn näher am Meridian.
Das Verfahren ist gleich dem der Variation der Breite mit dem Unter-
schied, daß nicht zwei Breiten, sondern zwei Längen (A, und 4,) angenommen
und die ihnen entsprechenden Breiten ermittelt werden. Die Weiterrechnung er-
folet dann nach den Formeln (10) und ELD).
1 Zu diesem Zweck kann die Johnsonsche Tafel (bei Marcase Tafel 5A bis C) dienen,
Zur Berechnung des Azimute mittels dieser Tafel ist in 8A mit den Argumenten Breite und Höhe, in
5B horizontal. mit dem absoluten. Werte von (m -—lı) und verlikal. mit & einzugehen, Da die zwei
malige doppelte Interpolation in Tafel 8 B recht unbequem. ist und die Ausdehnung der Tafel zur Be.
inmung des Azimuts zuweilen. nicht ausreichen dürkte, 0 ist. die Benutzung der Tafel kaum be-
quemer, als. die Rechnung nach den. Formeln (12} bis (14.