Knoche, W.:; Einige Messungen des Staubgehalte der Luft über dem Atlantischen Ozean, 449
nachdem das Schiff in die Mallungen eingelaufen war, sich nur 350 Partikelchen
fanden, Ein Einfluß der Kap Verdeschen Inseln (16. September) auf den Staub-
yehalt konnte nicht festgestellt werden, da die Windrichtung durch Einfluß des
Landes scheinbar eine Ablenkung erlitt, d, h. landeinwärts verlief. — Vom 21, Sep-
ijember ab, an dem die Nähe der amerikanischen Küste gewonnen wurde, wird
der Staubgehalt unter ihrem Einfluß ein größerer, Am 21, selbst, wo während
der Messung die Insel Fernando Noronha passiert wurde, mochte von dieser
selbst. der Staubgehalt vermehrt worden sein, Wie aus der Tabelle zu ersehen
ist, sind sowohl im Südostpassat, wie auch nachher die Winde außerordentlich
häufig durch den Kontinent abgelenkt, Die niedrigen Werte während der Küsten-
fahrt am 25, September und am 3. Oktober sind wiederum auf Reinigung dureh
vorhergehenden Regen zurückzuführen, In der Magellan-Straße werden keine
besonders hohen Werte beobachtet; die Küste zeigte allerdings beiderseits reich-
liche Schneebedeckung, Vergleichen wir mit den gefundenen Zahlen die Werte,
lie Aitken auf dem Ben Nevis (1340 m) bei Seewinden fand, nämlich Minima
von 72, so erscheinen die oben erwähnten Minima (275) der Beobachtungsreihe
zanz unverhältnismäßig groß, Von anderen Faktoren abgesehen, scheint daher
wohl die Höhe über dem Meere sehr maßgebend zu sein. de näher die Beob-
achtung an der Meeresoberfläche stattfindet, um so größer wird die Anzahl der
Salzpartikelchen sein. Bestätigend dafür scheint eine Messung auf dem Vorder-
deck, das dem Meeresspiegel um etwa 7m näher lag als das Bugspriet (am
27. September unmittelbar nach der täglichen Ablesung). Diese ergab den Wert
300, in dem tieferen Niveau fand sich die Zahl 1025. — Hinzufügen möchte ich
noch wenige Beobachtungen im Schiff (am 18, und 19, September), Es fand sich
am 18, bei beiderseitig geöffneten Türen im Damensalon (Promenadendeck} die
Anzahl von 775, in einer ersten Kajüte (Außenkajüte) bei geöffneter Luke die
Anzahl von 1750 Staubteilchen, d, b. in diesem Raume ein ungefähr dreifach
größerer Betrag als am Bugspriet, Diese Messungen wurden am folgenden Tage
an denselben Ortlichkeiten wiederholt, nachdem die Türen bzw. die Luke etwa
2 Stunden geschlossen waren. Es wurden Werte von 22060 und 19350 be-
stimmt, Der Staubgehalt im Damensalon erreichte also den fast 50 fachen Betrag
der Messung am Bugspriet, Erwähnenswert ist immerhin, daß dieser Wert noch
bedeutend geringer ist, als er sonst im Freien nach Nachtregen gefunden wird,
nämlich 32000 pro 1 cem%!1) Am gleichen Tage wurden im Maschinenraum (nicht
Heizraum) 985 000 Staubteilchen gefunden. Diese im Schiffsinnern beobachteten
Werte sind im Vergleich sehr interessant, im übrigen natürlich völlig willkürlich,
da sie nach Ventilation, kurz oder lang vorhergehender Reinigung, Anzahl der
Personen im Raum usw. um sehr große Beträge schwanken werden, Zum Schluß
seien vergleichsweise noch folgende Werte angeführt:
Staubgehalt pro 1 em®
«= = = » 1860000
Minimum 170 000
n 160 000
x 226
z 0
Mittel 696
Einheitliche Methoden für die astronomische Ortsbestimmung im Ballon.
Von Dr. E. Kohlkschütter,
Da einige der neuerdings angegebenen Methoden zur astronomischen Orts-
bestimmung im Luftballon ungeeignet sind,”) so sei es gestattet, kurz auf einige
Methoden hinzuweisen, die in allen Fällen brauchbar sind und stets zu dem
wahrscheinlichen Ballonort führen, wenn ein solcher sich überhaupt bestimmen
Siehe Arrhenius, Kosmische Physik, Ba. IL, S. 458,
%ä ZB. Marcuse, A: Astronomische Ortsbestimmung im Ballon. Georg Reimer, Berlin 1900,
Methode B 2/g und B 2/2. Auch Vorschläge anderer Autoren.
Ann. 4. Hrdr. nsw., 190% Heft X,
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