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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1909,
Man erhält so Zahlen, welche nahezu gleich sind und in horizontalen
Linien (abgesehen von der Dezimalstelle) nahezu gleiche Differenzen ergeben müssen.
Will man die Differenzen einer horizontalen Reihe mit denen einer darüber oder
darunter liegenden anderen horizontalen Reihe vergleichen, 80 ist allerdings das
Verhältnis der zugehörigen Tiefen einzuführen,
Man würde zu viel verlangen, wollte man von den errechneten Zahlen
eine weitgehende Übereinstimmung erwarten. Denn einmal entsprechen die fast
20 Jahre zurückliegenden Beobachtungen unseren modernen Anschauungen hin-
sichtlich der Technik nicht und außerdem bringt die innegehaltene Berechnungs-
weise jeden einzelnen Beobachtungsfehler stark zur Geltung, Man wird sich also
begnügen müssen, wenn auch nur die Mittelwerte der zu Gruppen zusammen-
zefaßten Reihen bei einem Vergleich der einzelnen Gruppen untereinander einen
systematischen. Gang zeigen,
In der Übersichtskarte, Figur 2 (Tafel 85), sind nur die Zahlen für die
Tiefenstufen von 50 und 100 m eingetragen, und zwar in der Weise, daß die
ganzen Meter der Zahlen der Tabelle 8 weggelassen und als Einheiten Zentimeter
gewählt sind,
Faßt man jedesmal die nahe beieinander liegenden Stationen zu einem
Mittelwerte zusammen, 56 gewinnt man ein leidlich befriedigendes Ergebnis,
Die Stationen 55, 56 Ad, b. Gruppe I
« 61, 62 « € * u
x 64, 65, 66 « x IX
liegen etwa auf einer von Süden nach Norden verlaufenden Geraden. Auf einer
zweiten hierzu parallelen Geraden liegen die
Stationen 42, 41, 40, 39 Gruppe IV.
Ähnliche Gruppen bilden die
Stationen 127, 130, 132, 133 Gruppe V,
« 106, 104, 103 « VI,
11%, 111, 109, 108 . YVIL
Gruppen I bis IV entfallen auf das Jahr 1890, Gruppen V, YI und VIE
auf das Jahr 1891.
Längs der Linie der Gruppen I, II und XIX nehmen die Drucke bei 50 m
Tiefe ab von 4-70 auf 41-68 auf 4-66 cm, also jedesmal um 1 em, In der Tiefe
von 100m ist der Abfall von 78 auf 76 auf 73 em, also 2 bzw. 3 cm, Von
Gruppe I nach Gruppe IV hin haben wir bei 50m einen Abfall von 1.5 cm, bei
[00 ın von 2 cm. _
Bei den Gruppen des Jahres 1891 haben wir in 50 m Tiefe wenig Änderung,
in 100 m haben die Gruppen V und VI gegen Gruppe VII einen Abfall von 4 cm.
Diese Abfälle geben bekanntlich die Höhendifferenz der Flächen gleichen
Druckes bis auf ein additives Glied, das nur dann bekannt wäre, wenn die Lage
der Schicht bestimmt werden könnte, in der die Flächen gleichen Druckes
horizontal verlaufen, Über die Lage dieser Schicht sind nun im vorliegenden
Falle keinerlei Anhaltspunkte gegeben, Auf alle Fälle aber bleiben Höhen-
differenzen von mindestens einigen Zentimetern für Gruppenabstände von 300
bis 400 km übrig, und zwar sind, da die horizontalen Flächen gleichen Druckes
tiefer als 50 bis 100m — wahrscheinlich bei der großen Gesamttiefe im hbe-
irachteten Gebiet sogar beträchtlich tiefer — liegen, die Gefälle so gerichtet,
daß bei den Reihen des Jahres 1890 eine statische Strämungskomponente der
oberen Schichten von Gruppe III über II nach I und von Gruppe IV direkt
nach I hin verläuft, also etwa nach SSW. Bei den Beobachtungen des Jahres
{891 würde sie von Gruppe VII nach Gruppe V und VI hin verlaufen, also etwa
asch NW. Denn würde man die Fläche gleichen Druckes auch nur als bei
100 m horizontal verlaufend annehmen, so würde bei den Gruppen des ersten
Jahres im Meeresniveau ein Oberflächengefälle von 5 em von II nach I und ein
solches von 2 em von IV nach I hin bestehen, und bei den Gruppen des zweiten
Jahres ein solches von 4 em von VIZI nach V und VI hin vorhanden sein, Es
sind dies Werte, die der Größenordnung nach im Hinblick auf die im westlichen