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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 190. 
Das eingehende Studium der Wetterkarten führte ihn zur Aufstellung von 
immer wiederkehrenden Wettertypen, eine Erkenntnis, die für die Wetterprognose 
von der größten Bedeutung geworden ist, Im Verein mit der Erkennung der 
Zugstraßen der barometrisehen Minima gelang es hierdurch in deren Weiter- 
entwicklung Einblicke zu gewinnen. Niedergelegt hat van Bebber diese seine 
Erfahrungen zuerst in den »Typische Witterungserscheinungen« benannten Ver- 
öffentlichungen, die 1882 in der Einleitung zu der von der Seewarte heraus- 
gegebenen »Monatlichen Übersicht der Witterung« begonnen und dann im » Archiv 
der Seewarte« V. und IX. Jahrgang 1882 und 1886 fortgesetzt sind. Weitere Auf- 
sätze über dieses ihn aufs lehhafteste interessierende Thema hat er auch später 
noch in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht, 
Bei dem engen Zusammenhang, der zwischen der Luftdruckverteilung und 
dem dadurch bedingten Wetter von Europa und dem Nordatlantischen Ozean 
besteht, war es erklärlich, daß sein Interesse sich auch den meteorologischen 
Verhältnissen über dem Nordatlantischen Ozean zuwandte, woron Seine mit 
Köppen zusammen im »Archiy der Deutschen Seowarter, Jahrgang 1895 als 
Nr. 4 veröffentlichte Arbeit »Die Isobarentypen des Nordatlantischen Ozeans, ihre 
Beziehungen zur Lage und Bewegung der barometrischen Maxima und Minima« 
Zeugnis ablegt. 
Während er seinen früheren Untersuchungen über Wettiertypen vorwiegend. 
die Zugstraßen der baromeltrischen. Minima zugrunde gelegt hatte, wandte er 
seine Aufmerksamkeit später mehr den barometrischen Maxima zu. Das Wetter 
in diesen behandelte er im » Archiv der Deutschen Sepwarte« 1892, und seit 1896 ver- 
trat er eine sehr vereinfachte Klassifikation der Wettertypen Mitteleuropas nach nur 
fünf verschiedenen Lagen des Hochdruckgebiets. 
Lebhaft beschäftigte ihn naturgemäß auch die Frage der Wettervorhersage 
auf mehrere Tage voraus, zu welcher er in mehreren Veröffentlichungen Stellung 
genommen hat, deren erste, 1896 die eben genannte Klassifikation brachte, 
Einer Kritik hinsichtlich der Erfolge hat van Bebber die Wetterprognosen 
mehrere Jahre hindurch in den Ergebnissen der Witterungskunde unterzogen, die 
fortlaufend in der Einleitung zu den »Menatlichen Wetterberichten« veröffentlicht 
sind, Außerdem hat er getrennt hiervon über die Erfolge der Sturmwarnungen 
an der deutschen Küste mehrmals in der Einleitung zur »Monatlichen Übersicht 
der Witterung« wie auch in den »Annalen der Hydrographie und Maritimen 
Meteorologie« an der Hand der Berichterstattung‘ von Lotsenkommandeuren, Hafen- 
meistern usw., Zusammenstellungen gegeben. Hervorzuheben ist ferner, daß er 
auch auf meteorologischen und Naturforscher- Versammlungen öfter das Thema 
des Sturmwarnungswesens behandelte und Anträge zu deren Verbesserung und 
weiteren Nutzbarmachung einbrachte, Von dem Ständigen Interesse, das 
van Bebber gerade dieser Frage entgegenbrachte, zeigen seine vielfachen Be- 
schreibungen des Verlaufes bemerkenswerter Stürme, zu denen er außer den in 
»Täglichen Wetterberichten« veröffentlichten Beobachtungen auch noch die Be- 
richte der zahlreichen Sturmwarnungs- usw, Stellen heranzog, Interessante Be- 
merkungen finden sich in diesen Veröffentlichungen auch über den Zusammenhang 
zwischen den barometrischen Minima und den Stürmen, Erschienen sind die 
meisten dieser Veröffentlichungen in den »Annalen der Hydrographie und 
Maritimen Meteorologie«. 
Auch ein Ziel, das ihn schon von Beginn seiner dienstlichen Tätigkeit an 
beschäftigt hatte, konnte er noch zu einem gewissen. Abschluß bringen, nämlich 
die Nutzbarmachung der Weiterprognosen für die Landwirtschaft, indem er die 
‚Zehntägigen Witterungsberichte für die Landwirtschaft« 1902 in Gang gesetzt 
und sich an der Vorbereitung‘ des Öffentlichen Wetterdienstes rege beteiligt hat, 
Zusammenfassend dargestellt hat van Bebher seine reichen Erfahrungen 
in seinem bekannten Hauptwerk, dem »Handbuch der ausübenden Witterungs- 
kunde«, von dem der erste Band 1885 in der Stärke von 392 Seiten mit 12 Ab- 
bildungen und der zweite Band 1886 in der Stärke vom 503 Seiten mit 66 Holz- 
schnitten und 1 Wolkentafel in Oktayformat bei Enke in Stutigart erschienen ist,
	        
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