Kleinere Mitteilungen,
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mehr auseinander zu legen, damit die Asche leichter durchfallen und die Luft
besser hinzutreten kann, Die Kohle gibt etwa 26 Asche, aber keine Schlacken,
so daß man die Feuertüren nur zum Nachwerfen aufzumachen braucht. Das einzig
Unangenehme ist nur, daß man die Rostfläche verkleinern muß und den Aschfall
beständig zu entleeren hat, damit immer guter Zug bleibt, Bei gut brennenden
Fenern und etwas geöffneten Düämpfertüren wird auch der ganze schwarze Rauch
verbrannt, daß man denken könnte, das Schliff brennt Cardifikohlen, so gering
ist die Rauchentwicklung aus dem Schornstein.«
Ein Dampfer von 4500 R-T, Ladefähigkeit, der bei 10 Sm Fahrt in der
Stunde 24 t japanische Kohlen verbraucht, brauchte in derselben Zeit kaum 25 €
Laoetkohlen, wäs mit Rücksicht auf den Preisunferschied gewiß zugunsten der
letzteren spricht,
Zum Schluß wird noch auf die günstige Lage der Kohlenstation für die
Schiffahrt zwischen. Westaustralien und China und Japan hingewiesen sowie
darauf, daß auch die Java—China-—Japan-Linie regelmäßig auf Poeloe Laocet
Kohlen nimmt, Tz.
4. Cyklon bei der Nordspitze von Madagaskar am 15. Dezember 1904,
Der französische Dampfer »Corsica«, Kapt. Neroy, verließ am 15. Dezember
54 Y. mit SSW-Wind und einem Barometerstand von 758 mm die Bucht von Diego
Suarez. Bei NOzN-Kurs und schnell fallendem Barometer wehle es um 74 58
um 85 SSO 10 bei 751.7 mm, und um 10% V, SSO 12 bei 743 mm. Um 114 3066 V,
trat Windstille ein, die mittags in 11,9” S-Br., 49.6° O-Le. in O- bis 0SO0-Wind 3—4
überging bei 742,5 mm, Der Kurs wurde nun auf WSW geändert, um westlich
von Kap Amber im Schutz des Landes beizudrehen, Bis 34 N. blieb der Wind
unbeständig, Östlich, dann fing es aber in einer furchtbaren Bö aus NO wieder
zu wehen an, Stärke 12, bei 742 mm, so daß weiter gelenzt werden mußte, Um
Mitternacht in 12.5° S-Br, 47,7° O.Lg. wehte es noch NO 12 bei 797,7 mm, dem
niedrigsten Barometerstand, Es wurde nun SW gesteuert und der Orkan nahm
allmählich ab. Um 4% V, wehte es NNO 10—11 bei 749 mm, Die Mitte des
Orkans lag also am 15, Dezember mittags in 12° S-Br., 491° O-Le. und bewegte
sich etwa nach WSW, parallel dem Schiffskurs und annähernd mit der Ge
schwindiekeit des Dampfers, 10 Sm die Stunde. E. KK.
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Forschungsreise S. M. 8. »Planet« 1906/07. Herausgegeben vom Reichs
Marine-Amt, 4 Bände (104; 124; 154; 152 + 12 Seiten) gr, 4* und 1 Tafel-
band. Berlin 1909. Karl Siegismund. Preis 25 46.
Plan und äußerer Verkauf der in der Geschichte der Kaiserlichen Marine eine bedeuturge-
volle Episode bildenden Forschungsfahrt des Vermessungsschiffes »Planets sind den Lesern «dieser Zeit-
schrift durch, die zahlreichen vorläufigen Berichte (1906, Bericht I bis XXWVI; 1907, XXVILAXXXIC)
wohlbekannt; nunmehr legt nach anerkonnenawert kurzer Zeit bereits die zusaummenfassende Dar-
srellung vor, «ie der Wissenschaft die Ergebnisse im einzelnen übermitteln soll, Der 1. Band enthält
die Reisebeschreibung, der 2, die Aörologie, der 3, die Ozeanographie, der 4, erst. Un erscheinende
wird die Biologie enthalten, der 3 AS die Anthropologie und Ethknographie, Nicht weniger als
15 verschiedene Verfasser sind an dem Texte beteiligt, aber ein tragisches Schicksal hat verschuldet,
daß der Leiter der Forschungsfahrt und Kommandant 8, M. 8. Planet, Kapitänleutnant Lebahn
selbet. in dieser Reihe fehlt; er ist, wie den Lesern «dieser Zeitschrift aus Schotts Nachruf bekannt
(Ann, d. Hyde, nsw,« 1007, S. 145), am 26, Jnnoar 1007 auf der Rückreise vor Colombo einem Jähen
Tode erlegen. Die Redaktion des Werkes und insbesondere die Abfassung des 1, Bandes mrit dem
Reisebericht mußte von andrer Hand unternommen werden, amd Herr Korvetienkapitän Lübbert hat
sich dieser überaus schwierigen Aufgabe mit dankenswerter Aufopferung unterzogen, Der äußere Ver-
lauf der Reise ist, soweit die Fahrtlinie und. ebenso die wesentlichen Ergebnisse der Tiefseelotungen in
Frage kommen, in den bereits erwähnten vorläufigen Borichten schon der Öffentlichkeit übergeben,
Hier erfahren wir Einzelheiten. über die Landaufenthalte and dabei unternommeneu Ausflüge, Tage.
buchnotizen, nicht nur des verstorbenen Kommandanten, sondern auch der andern Teilnehmer der Fahrt,
konnten hierbei benutzt werden; aber dieses heterogene Material im eine lesbare Form umzugießen,
bot offenbar besondere Schwierigkeiten, deren Herr zu werden, der Herausgeber sich redlich und mit
Erfolg bemüht hat, Der 1. Band, der, wie auch die andern Bände, reich mit Textbiklern und -karten
ausgestattet ist, gibt übrigens auch einige allgemeine Ergebnisse sowohl der ozenhographischen wie der
meteorologischen ‚Arbeiten, Inı 2, und 3, Band erhalten wir diese dr extenso und haben 50 die großen,
zum Teil epochemachenden Fortschritte vor Augen, die wir dieser Forschungsfahrt verdanken.