accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

412 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1900, 
Hinterlande stark vertreten, Die Akazie hatte außer der Baumwanze unter einem 
neuen Schädling, einer grünen Schwärmerraupe zu leiden, die in ungeheuren 
Massen auftrat und in wenigen Tagen ganze Bestände durch Kahlfraß beschädigte, 
Die Kartoffel litt unter der bereits bekannten Coceinellenart, Die Obstbäume 
hatten. unter dem Fraß verschiedener Laubkäfer, einer giftigen zu den Lima- 
codiden gehörigen Raupe und unter verschiedenen Bohrkäfern, Cossus- und 
Cerambix-Arten stark zu leiden, Die ausgesetzten Fasanen haben sich scheinbar 
gut gehalten, was an verschiedenen jungen Gesperren gut beobachtet werden 
konnte, Der VYogelzug blieb infolge der Dürre ganz aus, 
September 1908, Die Witterung des vergangenen Monats war gegen 
ihren durchschnittlichen. Verlauf im September ungewöhnlich kühl und im ersten 
Drittel reich an stärken Niederschlägen, In. den ersten Tagen des Monats lagerte 
ein Gebiet hohen. Luftdruckes nordöstlich von Japan, während niederer Druck 
über dem mittleren und südlichen China ausgebreitet war. Mehrere über Tsingtau 
lortziehende Depressionen verursachten trübes Wetter mit häufigen and überaus 
heftigen. Niederschlägen; die Temperaturen hielten sich unter dem Einfluß der 
anfangs aus südöstlicher Richtung in frischer Stärke wehenden Winde in gleich- 
mäßiger Höhe und erreichten in diesen Tagen den höchsten Stand des Monats, 
Mit dem Auftreten frischer nördlicher Winde inı Rücken der Depressionen machte 
sich vom 8, ab rasches Sinken der Temperaturen bemerkbar, während sich im 
Witterungscharakter zunächst noch keine Änderungen einstellten. Eine solche trat 
erst mit dem 11. ein. An diesem Tage gelangte ein im Nordwesten erschienenes 
(Jebiet höheren Luftdruckes, welches sich ostwärts vorschob, zur Herrschaft und 
brachte eine Reihe heiterer, warmer Tage, Eine kurze Unterbrechung erfuhren 
diese Verhältnisse nur am 18, an welchem Tage eine flache Depression über 
Teingtau fortzog und zu höherer Bewölkung und schwachen Regenfällen. führte, 
Die anhaltend gleichmäßige Luftdruckverteilung dauerte fast ohne Veränderung 
bis zum Monatsschluß, nur in der Zeit vom 26, bis 28. machten sich einige in 
größerer Ferne im Norden vorüberziehende Depressionen durch zeitweise höhere 
Bewölkung bemerkbar. Unter dem Kinfluß der die Wärmeausstrahlung be- 
günstigenden klaren Luft und des während der Nacht meist wolkenlosen Himmels 
machte sich in der zweiten Hälfte des Monats ein stärkerer Rückgang der Nacht- 
and Morgentemperaturen geltend, Die Winde wehten in schwacher bis mäßiger 
Stärke aus wechselnden Richtungen, 
Starke bis stürmische Winde würden zu den Terminbeobachtungszeiten 
beobachtet: Am 2. SO Stärke 6; am 3. SO Stärke 6; am 4, SSO Stärke 7; am 
7. 8SSO Stärke 8; am 8. N Stärke 6; am 11. NNW Stärke 7; am 19, NNW Stärke 6; 
am 21. NNW Stärke 6. Außerhalb dieser Zeiten wurde die Stärke 8 am 4, 8, 
11. und 19, erreicht, 
Die monatlichen Mittelwerte der Bewölkung, des Niederschlages und der 
Luftfeuchtigkeit waren zu hoch, die Temperatur zu niedrig. 
Die mittlere Monatstemperatur blieb hinter dem 10 jährigen Mittelwert mit 
20.8° um 0,6° zurück, Die größte Temperaturabnahme fand von der ersten zur 
zweiten Dekade statt, Das Maximum trat am 5. bei 273°, das Minimum am 30, 
bei 12.0° ein, die Schwankung betrug demnach 15,3°. 
Eine besondere Beachtung bei der Zusammenstellung der Witterungsver- 
hältnisse verdienen die gefallenen Regenmengen. Der außerordentliche Reichtum 
an Niedersechlägen, wie ihn. die erste Dekade des Monats aufwies, ist sowohl, was 
die Gesamtmenge, als auch was die an den einzelnen Tagen niedergegangenen 
Regenmengen anbelangt, für diesen Monat bis dahin. ohne Beispiel. In den bisher 
regenreichsten Jahren erreichten die Gesamtniederschlagsmengen des Monats 
September: 
Im Jahre 1898 1908 1904 1906 
eine Höhe von 94,7 90.4 93.6 102.6 mm. 
Da Zielen im diesjährigen September 185.9 mm, also 83.3 mm mehr 
als in dem bisher regenreichsten Jahre 1906, demnach beinahe soviel als in sonst 
angewöhnlich nassen Monaten überhaupt, Zieht man die aus dem Mittel aller
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.