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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

110 Annalen der Hydrographie and Maritimen Meteorologie, September 1900 
eine Höhe von 15.8 mm gegen einen mittleren Maximalwert dieses Monats von 
60.3 mm. Besondere Beachtung verdient die trotz der geringen Niederschlags- 
menge ganz außerordentlich hohe Luftfeuchtigkeit von 92°% bei einer Dunst- 
spannung von 18.9 mm. ; 
Die Bewölkung von 6,8 Zehnteln war erheblich zu groß, Als trübe Tage 
kennzeichneten sich 9, als heiterer einer. Der Sonnenschein-Autograph registrierte 
nur 195,4 Stunden oder etwa 44%, der möglichen Sonnenscheindauer, 
Nebel trat in teilweise großer Dichtigkeit an 9 Tagen auf, namentlich das 
letzte Monatsdrittel war durch eine große Anzahl nebliger Tage ausgezeichnet, 
Gewitter von zumeist kurzer Dauer, wurden am 9, 21, 22, 24, 26, 29, 
30. und 831. beobachtet, 
‚August 1908, Die Witterung wurde in ungewöhnlichem Maße von Ge- 
bieten hohen Luftdruckes beeinflußt; im allgemeinen herrschte bei durchweg 
geringer Bewölkung hohe Temperatur, verhältnismäßig geringe Luftfeuchtigkeit 
and eine außerordentliche Dürre vor. 
Bis zum 5. hatte sich das Hochdruckgebiet des Ozeans bis über die 
japanischen Inseln westwärts ausgebreitet, während niedriger Druck die südlichen 
Küstenmeere und das mittlere China bedeckte, Die Witterung war in dieser Zeit 
bei meist frischeren südöstlichen Winden feuchtwarm und trübe, vom 3. ab 
beiter, Mit dem 5, gelangten einzelne Depressionen, welche sich in dem südlichen 
Tiefdruckgebiet entwickelten, in größere Nähe und brachten in Begleitung schwacher 
Gewitter am Nachmittag dieses Tages einige kräftige Regengüsse sowie vorüber- 
gehend eine außerordentliche Temperatursteigerung mit sich, In den Tagen vom 
6. bis % zogen die Depressionen über die japanischen Inseln fort, während ein 
Hochdruckgebiet von Nord her südwärts vordrang und in Wechselwirkung 
mit ihnen nördliche Winde hervorrief, welche zeitweise stürmischen Charakter 
annahmen und unter geringem Rückgang der Temperatur größere Trockenheit 
herbeiführten, Mit dem 9, gelangte ein anderer Wettertypus zur Geltung, indem 
sich unter langsamem Zurückweichen des Hochdruckgebietes nach Norden und 
Osten das Tiefdruckgebiet weiter ostwärts vorschob und seinen Einfluß auch 
über die nördlicheren Küstenländer geltend machte, Dieser Wandlung ent- 
sprechend holten die Winde auf südöstliche Richtungen um, wodurch die Luft- 
feuchtigkeit erhöht, der sonstige Witterungscharakter jedoch nicht wesentlich 
geändert wurde; nur am 1% und 13. fanden vereinzelte schwache Regenfälle 
statt, Eine Periode stürmischer südöstlicher Winde umfassen die Tage vom 19. 
bis 21. Bereits am 16, wiesen die Luftdruckkarten eine tiefe Depression südlich 
der Meiaco Sima Inseln östlich von Formosa auf, welche in anfangs nordwest- 
licher, später nördlicher Fortbewegung die Provinzen Kiangsu und Shantung 
durchzog und in Tsingtau zu stürmischer Witterung führte, Nachdem in der 
Nacht zum 21 die Depression in der Gegend von Tsinanfüu nach Nordost um- 
gebogen war, traten anfangs frische, später abflauende nördliche Winde und 
geringe Niederschläge ein. Nach den aus dem Hinterlande eingelaufenen Berichten 
sind im Gefolge der Depression wolkenbruchartige Regenfälle aufgetreten, welche 
durch Überschwemmung der niedriger gelegenen Landstrecken großen Schaden 
angerichtet und sogar den Verkehr der deutschen Shantungbahn vorübergehend 
gestört haben, Eine zweite, auf derselben Bahn fortschreitende Depression lag 
bereits am 39. westlich. der Liukia-Inseln, erreichte am 25, die Gegend am der 
Mündung‘ des Yangtse, bog jedoch schon hier nach Nordost um und durchzog 
am 26. das Gelbe Meer, am 27, den südlichen Teil von Korea. Die Witterung war 
während. dieser Zeit in Tsingtau meist trocken und heiter, leichte wechselnde 
Winde vorherrschend, Mit dem 28. machte wieder bis zum Monatsschluß das 
von Nord her vordringende Hochdruckgebiet seinen Einfluß geltend, so daß 
bei andauernd heiterem Wetter seit diesem Tage ein allmählicher Rückgang der 
Temperatur eintrat. 
| Starke bis stürmische Winde wurden zu den Terminbeohachtungszeiten 
beobachtet: Am 7. NNO Stärke 7; am 19. SO Stärke 6; am 20. 80 Stärke 6 
und 7 wie SSO Stärke 8: am 21. NNO Stärke 6.
	        
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