408 Annalen der Hydrographie wıd Mariimen. Meteorologie, September 1909.
keiten durchweg zu niedrige Temperatur und Luftfeuchtigkeit, Die mittlere Be-
wölkung war nahezu normal, es kamen 25 heitere und 23 trübe Tage zur Aus-
zühlung. An 2% Tagen fiel insgesamt 89,3 ınm Regen; an einem dieser Tage
überstieg die Höhe des gefallenen Niederschlages 20 mm. Stürmische Winde,
welche nach der Beaufortschen Skala die Stärke 8 erreichten oder überschritten,
traten zu den Zeiten der Terminbeobachtungen an 5 Tagen auf. Die hauptsäch-
Kehsten Richtungen der stürmischen Winde lagen im nordwestlichen Quadranten,
im letzten Monat vielfach auch in der südlichen Hälfte.
Das Erwachen der Vegetation machte sich im März durch das Blühen von
Alnus, Corylus, Edgeworthia, Salix und der Veilchen bemerkbar, Im allgemeinen
erfolgte die Entwicklung langsamer als im Vorjahr.
Im April entwickelten sich die Blätter der meisten Baum- und Strauch-
arten, Es blühten Popolus- und Ulmusarten, Forsytlüen, Daphne, dasminum, Acer,
weiße Magnolie, Spiräen, Pirus- und Prunusarten, rote Magnolie und vereinzelt
Wistarie,
Erst {m Mai, dem Blütenmonat sämtlicher Öbstarten, entfaltete sich die
Natur in ihrer Pracht, Daneben blühten Quereusarten, Tilia euchlora, Cercis,
Oytisus, Robinia pseudoacacia. und visecosa, Lonicera, Caragana, Rhus, Paulownia,
Magnolia hypoleuca, Pinus Maßoniana u. a, m.
Wachteln und Lerchen begannen sich im März zu paaren, desgleichen hörte
an die im Frühjahr ausgesetzten Fasanen häufig balzen, Vereinzelt wurden
Junghasen gefunden, Wildgänse und Enten zogen in großen Zügen nach Norden.
Schnepfen und Wildtauben wurden von den Chinesen gegen Ende des Monats in
zahlreichen Exemplaren auf den Markt gebracht,
Gelege von Wachteln und Lerchen wurden im April gefunden, auch machte
sich in. diesem Monat ein starker Durchzug von Drosseln bemerkbar, ebenfalls
veriauschten die zahlreichen hier überwinterten Drosseln ihren bisherigen. Auf-
enthalt mit ihnen mehr zusagenden Gegenden, Auch trafen die weiße und gelbe
Bachstelze wieder ein. Schlangen, Eidechsen und Frösche verließen ihren Winter-
unterschlupf, Die Kiefernraupe wurde wieder zahlreicher gefunden. Kohlweißlinge
und Bläulinge waren vorläufig die einzigen Schmetterlinge,
Im Mai wurden die Engerlinge zahlreicher denn je gefunden, Energische
Bekämpfung erforderte die Cossuslarve und ebenso der Ringelspinner, dessen
Nester leicht zu finden and zu vernichten sind, Von Schmetterlingen wurde das
Grüne Blatt und der Schwalbenschwanz gefunden. Der Kuckuck wurde zum
grsten Male am 6%. Mai gesehen, ebenso wurden Anfang Mai mehrfach Bekassinen
eschen,
$ Vereinzelt kamen im Frühjahr einige kleinere Waldbrände vor, die jedoch
sämtlich im Entstehen gelöscht werden konnten.
Juni 1908, In den ersten Tagen des Monats lag Tsingtau im Bereich
hohen Luftdruckes, dessen Maximum die Küste des mittleren China und das Gelbe
Meer bedeckte, Leichte Winde wehten in dieser Zeit ans südwestlicher bis süd-
östlicher Richtung, und trockenes, heiteres Wetter war vorherrschend. Nachdem
am 4, der Luftdruck gefallen war, und das Hochdruckgebiet sich ostwärts ver-
lagert hatte, traten an diesem und dem folgenden Tage bei leichten südöstlichen
Winden schwache Niederschläge ein, Vom 6. bis % folgten, bei vun wieder
steigendem Luftdruck, ein paar warme, heitere Tage, Mit dem 10, gelangte dann
bis zum Monatsschluß eine sehr veränderliche Lultdruckverteilung zur Herrschaft,
Zahlreiche Minima mit häufigen. Niederschlägen, zum Tell von Gewittern begleitet,
traten. auf. So zeigte die Wetterlage zunächst in den Tagen vom 10. bis 14. ein
Gebiet niederen Druckes über den nördlichen Küsten ausgebreitet, während hoher
Druck mordöstlich von Japan herrschte, Bei meist leichten, zeitweise frischen
südöstlichen Winden war das Wetter kühl und regnerisch, Nachdem am 15, und
16, bei wenig veränderter Witterung der Luftdruck etwas zugenommen hatte,
folgte bereits am 17, eine neue Depression aus westlicher Richtung, in derem
Bereich zu Tsingtau kräftige Regengüsse niedergingen, Der 19. und 20. brachten
wiederum etwas steigende Temperatur, während rom 21. ab bei nun fast unver-
Äänderter Luftdruckverteilung mit einem Maximum. Östlich und südlich von Japan