348 ‚Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 10900,
sämtlich durch Eis blockiert, Auch in der Westerschelde bei Bath hatten Segler
große Schwierigkeiten, Der Merwede-Kanal war erneut geschlossen worden; er
wurde erst am 4, Februar wieder geöffnet.
Die Fisverhältnisse änderten sich trotz der am 28, eintretenden inilderen
Witterung auch sonst nur wenig, zumal am 7. Februar von neuem (bis zum 13,
anhaltender) Frost einsetzte, Eins durchgreifende Änderung vollzog sich erst
am 14, Februsr, wo Tauwetter und bei westlichen Winden Regen eintrat, Infolge-
dessen konnten schon am 15, die regelmäßigen Fahrten durch den Ems-Kanal
nach Groningen und Emden wieder aufgenommen werden, Aber noch bis Mitte
März dauerte es, bevor das Eis im Südermeer und. an der Yseselmündung ganz
verschwand; in den Watten hielt es sich sogar bis in die dritte Märzdekade,
Die Deutsche Seewarte
Die Witterung und die phänologischen Erscheinungen zu Tsingtau in dem
Jahre vom Dezember 1907 bis zum November 1908.
Nach den Berichten. der Kaiserlichen Meteorologisch-Astronomischen Station, zu. Teingtaui
and des Forstamtes des Gourernements Kiautschon,
Die Tabellen geben eine Zusammenstellung der meteorologischen Beob-
achtungen von Tsingtau für die Monatsdrittel, die ganzen Monate, die Jahreszeiten
und das ganze Jahr vom Dezember 1907 bis November 1908. (Die Berechnung
der »Allgemeinen Luftbewegung« für die einzelnen Zeitabschnitte ist unter Zu-
grundelegung der Windbeobachtungen an den drei Terminen eines jedes Tages
— vgl. »Ann, d. Hydr.« 1900, S. 63 — auf der Deutschen Seewarte eingefügt
worden, desgl. der Bericht über das Jahr.)
Dezember 1907%. In den Witterungszuständen des Monats zeigte sich
eine starke Unbeständigkeit; nur Anfang und Mitte wiesen eine mehrere Tage
hindurch gleichartige Wetterlage auf. Die Winde wehten meist in frischer bis
Sturmstärke aus südöstlichen und nordwestlichen Richtungen. Die Temperaturen
hielten sich entsprechend den vorwiegend nördlichen Winden durchweg etwas
unter den Mittelwerten,
Betrachtet man die Wetterlagen im einzelnen, so gehören die Tage bis
zum 4. noch der Ende November aufgetretenen Periode hohen Luftdrucks an;
die Winde wehten meist in schwacher Stärke aus nördlichen Richtungen, die
Temperatur war normal, In den Tagen vom 5, bis zum 16, zogen in kurzer
Folge eine Reihe von Depressionen nordwärts vorüber und brachten mit anfangs
steigender Temperatur im Rücken stürmische nordwestliche Winde, welche
sofort wieder ein Sinken der Temperatur herbeiführten. Mit dem 16, gelangte
dann. ein Hochdruckgebiet zur Entwicklung, dessen Herrschaft indes nur von
kurzer Dauer war, Bereits am 19. machte sich der Einfluß einer im Westen er-
schienenen neuen Depression durch schnell auffrischenden südöstlichen Wind
bemerkbar, die Temperatur stieg unter der Wirkung der warmen Luftströmung
erheblich. Am 20. gelangte die Depression in größere Nähe von Tsingtau, und
brachte einen der bekannten chinesischen Sandstürme zur vollen Entwicklung.
Am Abend und in der folgenden Nacht blies der Wind mit einer Geschwindigkeit
fon mehr als 17 m in der Sekunde (9—10 der Beaufort-Skala) über die Station
hin. Die Sichtigkeit der Luft wurde durch die Mitführung großer Sandmengen
siark beeinträchtigt. Unter dem Einfluß dieses, noch bis zum 22. mit abflauender
Stärke anhaltenden Windes, sank das Thermometer auf den tiefsten Stand des
Monats: an allen diesen Tagen blieb auch das Maximum der Temperatur unter
dem Gefrierpunkt. Vom 23, bis zum Monatsschluß herrschte dann wieder eine
Periode schnell veränderlicher Wetterlagen, keine vermochte einen längere Zeit
anhaltenden Einfluß auf die Witterungsverhältpisse auszuüben,
Die Winde waren größtenteils frisch bis stürmisch, An 5 Tagen wiesen
die registrierten Windgeschwindigkeiten volle Sturmstärke (8 der Beaufort-Skala)
auf: weitere 7 Tage kamen sehr nahe dieser Grenze. Besonders charakteristisch