388 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1008,
Versuch zu machen, das Eis nach Borgholm zu brechen, traf jedoch nördlich von
Skäppgenäs Packeis bis zu 6 Fuß Dicke, weshalb er den Versuch aufgeben und
nach Kalmar zurückkehren mußte.
Ramely wurde erst am 21,, Ähus am 11. März für Dampfer geschlossen.
Ziemlich günstig waren die Eisverhältnisse in Simrishamn und Ystad, wo die
Behinderung der Schiffahrt durch Zugang des Hafens erst Mitte Februar begann,
diese aber den Winter hindurch für Dampfer möglich blieb. Dabei wurde nur
Treibeis und Eisbrei beobachtet,
Auch im Treileborg konnte die Dampfechiffahrt aufrecht erhalten werden,
Der Zutritt zum Hafen für Dampfer und bugsierte Schiffe wurde durch Post-
dampfer offen gehalten,
Ebenso waren die Eisverhältnisse bei Malmö wie im Vorjahre trotz des
zeitigen und. strengen Winters günstig. Am 18. Februar wurde das »Falsterbo&-
Feuerschiff eingezogen und in den Hafen gebracht. An demselben Tage kam
die Nachricht, das Eis nähme jetzt stark zu, der Eisbrecher »Store« sei hinaus-
gegangen. und. habe den von England nach dort bestimmten Dampfer »Mimosa«
aus Helsingborg durch das Eis im den Hafen gebracht,
Aus Gothenburg wurde am 19, November berichtet, der Göta-Kanal sei
mit einer Eisdecke belegt, der Dampferverkehr könne jedoch aufrecht erhalten
werden. Am 8, Februar kam die Nachricht, dünnes festes Eis befände sich in
den Fjorden zwischen Langedrap und Vinga, die Schiffahrt sei für Segler be«
schwerlich, am Tage zuvor sei das Feuerschilf »Fladen« eiseshalber eingezogen
worden.
B. Die Eröffnung der Schiffahrt.
1. Die schweiischen Gewässer südlich vom Älands-Haff, Fast allenthalben.
sind die Häfen und Gewässer im letzten Winter sehr spät aufgegangen.
Erst am 7. April kam von Malmö die Nachricht, der Lotsendampfer »Malnö«
habe am 6. die Leuchtbojen auf dem Lilla Middelgrund im Kattegat wieder aus.
gelegt, und das Feuerschiff »Utgrunden« im Kalwarsund sei auf seine Station
gebracht worden,
Aus Kalmar wurde an demselben Tage gemeldet, der Dampfer »Kalmar-
gund. Nr. 7« sei von dort abgegangen, um das Eis im Sunde zu forcieren und
Borgholm zu erreichen, das Schiff habe sich schnell bis Stora Rör, gegenüber
von. Ekerum, durchgearbeitet; dorf sei der Dampfer jedoch auf 7 Zoll starkes
Kerneis gestoßen, in welchem er nur wenige Kilometer weiter gekommen sei, so
daß er schließlich habe zurückkehren müssen, Als erster Segler ging am 6, die
‚Lenita« aus Bergovara von Kalmar mit Grubenholz nach England ab. Der
innere Hafen von Mönsteras wurde am 16. April teilweise eisfrei, mitten im
&unde war wieder überall offenes Wasser, Unter demselben Datum meldete
Vestervik, der Eisbrecher »Yarl« habe eine Rinne durch das Eis der Gamle-
bucht bis nach Gamleby gebrochen, obgleich das Eis noch recht stark gewesen
sei, Darauf ging als erster der Dampfer »Muncaster« nach Gamleby. Im vorher-
gehenden Jahre wurde die Schiffahrt auf Gamleby 8 Tage früher eröffnet.
Yon Stockholm kamen die ersten auf die Eröffnung der Schiffahrt
deutenden Nachrichten ebenfalls ziemlich spät. Erst am 2, April wurde, nach-
dem Nordwestwind eingetreten war, in den Schären und an der Norrlandsküste
ein Teil des Packeises seowärts geführt, £o daß die Schiffahrt ungehindert vor
sich gehen konnte, Von Örskär, Öregrund und Swartklubben wurde am gleichen
Tage über Stockholm gemeldet, daß die Schiffahrt möglich sei, wennschon dort
noch vecht schweres Eis liege,
Von größerem Interesse ist noch der Bericht des Kapitäns des Dampfers
„Oihonna«, er habe auf der Reise von Hangö nach Stockholm, wo er am 5, Aprıl
eintraf, mit widrigen Eisverhältnissen zu kämpfen gehabt, er hahe versucht,
zuerst durch die Landhamnsrinne zu gehen; außerhalb derselben sei er jedoch
auf &0 schweres Packeis gestoßen, daß er bei Söderarm vorbei in die Furusunds-
Rinne habe gehen müssen, Erst am 28. April kam jedoch yon Stockholm die Nach-
richt, daß, nachdem am 25. sowohl der Mener- als auch der Wetter-See während
stürmischer Witterung aufgegangen und schiffbar geworden seien, auch die Schiff-
fahrt zu Stockholm sowohl für Segler als für Dampfer in vollem Gange sel.