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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

386 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1909, 
‚Chr. Broberg«, »A, N. Hansen« und »0, B, Suhr« verfrachteten Waren wurden 
auf Grund der Eisklausel in Gutujewsky gelöscht. ‚ Seewärts lagen mehrere 
Dampfer fest und warteten auf die Hilfe des Kisbrechers »Jermak«. Bis zum 
28, November blieben die Eisverhältnisse im östlichen Golf ziemlich unverändert; 
in St. Petersburg lagen an diesem Tage noch 4, in Kronstadt noch 3 Dampfer. 
Das Fahrwasser seewärts war noch navigierbar, bis zum 2. Dezember, wo die 
Schiffahrt in Kronstadt gänzlich geschlossen werden mußte, 
Auch an der Nordseite des Finnischen Meerbusens setzten die Verkehrs- 
stockungen in diesem Winter sehr früh ein. Fredrikshamn wurde schon am 
Li. Dezember, im wärmeren Vorjahre erst am 10. und im Winter 1906/07 sogar 
erst am 17. Dezember geschlossen, Ähnlich verhält es sich mit den Häfen von 
Lowisa und Kotka, wo am 3. bzw. 30. Dezember der Schiffsverkehr aufhörte, 
Helsingfors blieb wieder verhältnismäbig lange offen; erst am 5, Februar wurde 
dort die Schiffahrt geschlossen, nachdem an diesem Tage der Eisbrecher »Tarmö« 
als letzter Dampfer den Hafen verlassen hatte, um nach Hangö in See zu gehen, 
Eine Meldung aus Abo vom 8. Februar besagte, daß hier die Schiffahrt mit 
Hilfe von Eisbrechern noch aufrecht erhalten werde; die Eisbrecher »Murtaja« 
und »Ayvance« gingen nach Lohm und Utö bzw. nach Bödskär, Die »Murtajas kam 
mit dem Dampfer »Per Brahe« von Lübeck wieder nach Abo zurück, während 
‚Avance« eine Rinne für die Dampfer »Bore I«, nach Stockholm, »Skifter«, nach 
Mariehamn, und »Christian Russ«, der in der Nähe von Löfskär im Kise 
festsaß, brach. ; 
Auch von der Südseite des Finnischen Meerbusens wurden verhältnismäßig 
zeitig schwierige Eisverhältnisse gemeldet, Die ersten Stockungen des Verkehrs 
zeigten sich in den Häfen von Hungersburg und Ekholm, wo die Schiffahrt am 
30, Dezember mit Eis zu kämpfen hatte. Reval blieb ziemlich lange offen. Am 
29. Dezember kam die Nachricht von hier, die Reede sei trotz der herrschenden 
Kälte eisfrei, nur im Hafen habe sich Eis gebildet, das von den Hafenschiffen 
yebrochen werde; die ankommenden Dampfer seien mit Eis überzogen, Am 
5. Februar ging der Eisbrecher »Jermak« in See, um die Passage zum Rigaschen 
Hafen freizuhalten. Am 13, Februar hatten sich die Eisverhältnisse schon wesentlich 
angünstiger gestaltet, Von Reval wurde an diesem Tage gemeldet, der Eisbrecher 
‚Jermak« sei mit den Dampfern »Brate, »Cieero«, »Milack«, »Elbe« und »Black 
Head« und dem Eisbrecher »Stadt Reval« in Sicht gekommen und am 12, sei 
der finnische Tourendampfer »Oihonna« unter Assistenz des neuen finnländischen 
Eisbrechers »Tarmo« in Reval eingetroffen, Der Kapitän des Dampfers teilte 
mit, im finnischen Golf habe die Eisstärke 9 bis 10 Zoll betragen, das Schiff 
habe während der ganzen Fahrt festes Eis angetroffen. Zehn Dampfer seien 
noch fällig; hiervon brachte der »Jermak« am 17, die Hälfte ein, der deutsche 
Dampfer »Uranus« wurde von ihm geschleppt, da er durch Eispressung ein Leck 
davongetragen hatte, Es gelang mit Eisbrecherhilfe, den ganzen Winter hindurch 
sine Fahrrinne nach Reval offen zu halten, so daß die Dampfer, die sich bis zur 
Höhe von Reval durchgearbeitet hatten, in den Hafen einlaufen konnten. 
Auch in der Mitte des Golfes waren die Schiffahrtsverhältnisse schwierig 
zeworden. Es wurde bereits erwähnt, daß der Kapitän des finnischen Touren- 
jampfers, der am 13, Februar Reval erreichte, berichtete, daß die KEisstärke im 
Golfe etwa 9 bis 10 Zoll betrage, Am 27, Februar wurde von Hangö gemeldet, 
die Eisverhältnisse hier und auf See seien äußerst schwierig. Der Dampfer 
‚Alice Krohn«, der durch den Eisbrecher »Sampo« durch das Eis gebracht 
werden sollte, mußte bis 47 Sm außerhalb des Hangö-Feuers geschleppt werden. 
Die ganze See war mit Eis bedeckt, und stellenweise mußten schwere Packeis- 
gürtel durchbrochen werden, In Stenskär begannen die Schwierigkeiten am 
i. Januar; die Schließung des Hafens erfolgte am 10, Februar, Ganz ähnlich 
waren die Eisverhältnisse bei Hochland und Seskär in der Mitte des östlichen 
Golfes; hier traten Ende Dezember Schwierigkeiten und Anfang Februar Ver- 
kehrsstockungen ein, 
3. Der Rigaische Meerbusen. Die erste Eismeldung kam wieder von Bolderaa; 
sie besagte, das Fahrwasser der Düna sei mit zerbrochenem Kise bedeckt, doch 
konnte die Schiffahrt ohne Eisbrecher bis zum 29, Dezember aufrecht erhalten
	        
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