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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

Ann. &. Hydr. usw., XXXWVIL Jahrg. (1909), Heft IX. 
505 
Die Eisverhältnisse des Winters 1908/09 in den außerdeutschen 
Gewässern der Ostsee sowie an der holländischen Küste. 
I. Die Eisverhältnisse in den russischen und schwedischen Gewässern, 
Die im folgenden gegebene Übersicht über die Eisverhältnisse des letzten 
Winters ist, um eine mühelose Vergleichung mit denjenigen der vorangegangenen 
Jahre zu ermöglichen, in ähnlicher Weise durchgeführt worden wie früher, Auch 
wurden die von den einzelnen Instituten eingesandten tabellarischen Zusammen- 
stellungen, die über die Eis- und Schiffahrtsverhältnisse in den betreffenden 
Gewässern Aufschluß geben, ganz oder auszugsweise beigefügt, soweit eine Ver- 
öffentlichung derselben nicht sehon andernorts erfolgt ist, 
A. Schluß der Schiffahrt. 
1. Nordbotten, Da der Frost im letzten Winter verhältnismäßig früh ein- 
setzte, so kamen die ersten auf Schluß der Schiffahrt lautenden Nachrichten 
früher als in den beiden vorhergehenden Wintern, Von Uleaborg wurde schon 
am. 6, Norember gemeldet, daß die Schiffahrt eiseshalber geschlossen worden sei, 
während dies im Winter 1907/08 erst am 15. und im Jahre vorher sogar erst 
am 6, Dezember der Fall war. Am 4. wurde der Hafen von Pitea, am 11, jener 
von Lulea geschlossen. Am 14. November kam von Stockholm die Meldung, die 
Schiffahrt auf Umea sei beendigt; eine Menge Güter habe in Holmsund gelagert 
werden müssen, um später per Schlitten nach Umea befördert zu werden. Nach- 
dem am 18, der Hafen von Brahestad (auf der finnischen Seite des Bottens) und 
derjenige von Gamlakarleby am 26, eiseshalber geschlossen war, konnte die 
Schiffahrt im nördlichen Teile des Nordbottens als geschlossen gelten. 
Im südlichen Teile des Nordbottens konnte sie länger aufrecht erhalten 
werden. Die regelmäßige Verbindung zwischen Sundsvall und Hernösand hatte 
am 15. Dezember aufgehört, In Hernösand selbst blieb die Schiffahrt bis zum 
17, Dezember, in den Häfen von Söderhamn und Gefle bis zum 27, bzw. 14. 
möglich; in Stockholm wurde sie erst am 28, Dezember geschlossen. Auf der 
finnischen Seite des Südbottens machten sich.die Verkehrsstockungen früh be- 
merkbar, wenn auch an einzelnen Stellen die Schiffahrt in diesem Jahre etwas 
jJänger aufrecht erhalten werden konnte. Von Mäntyluoto kam: schon am 15. De- 
zember die Nachricht, daß dort mehrere nach Norden bestimmte Dampfer um- 
kehren und in den dortigen Hafen einlaufen mußten; der Hafen von Raumö war 
zur bis zum 12, Dezember navigierbar, jener von Mäntyluoto, jedoch bis zum 
Januar. Da einer Meldung aus Björneborg vom 2%. Januar zufolge keine Dampfer 
mehr erwartet wurden, so konnte mit diesem Tage die Schiffahrt im Björneborg- 
Distrikt als geschlossen betrachtet werden, A 
2. Finnischer Meerbusen. Obgleich auch hier infolge stärkerer Eisbildungen 
der Schiffahrt ziemlich früh Schwierigkeiten erwuchsen, währte es doch ver- 
hältnismäßig lange Zeit, ehe die Schiffahrt in allen Teilen des Golfes geschlossen 
werden mußte, Schon am 11. November kam von Kronstadt die Nachricht, die 
angekommenen Dampfer »Rußland«, »Rhein«, »Leipzig«, »Roma« und »Köln« 
hätten Order erhalten, nach Reval zu dampfen, das Londongrund-Feuerschiff sei 
am 10, von seiner Station entfernt und in den Hafen bugsiert worden; zwischen 
St, Petersburg, und Kronstadt befände sich stehendes Eis, die Reeden und das 
Fahrwasser seien seewärts gedrängt voll zerschlagenem Eise, Einige Dampfer, 
die am 11. den Versuch machten, nach St, Petersburg weiterzudampfen, kehrten 
wieder um, und im Laufe des Tages kam eine beträchtliche Anzahl von Dampfern, 
die der Eisgefahr wegen von St. Petersburg flüchteten, in Kronstadt an. Am 
14. wurde ferner von Kronstadt gemeldet: Der Dampfer »Uranus«, von Hamburg 
nach St, Petersburg bestimmt, wird von seiner Eisklausel Gebrauch machen und 
seine ganze Ladung in Reval löschen, Die Dampfer »Rhein«, »Rußland«, »Trave« 
und »Bussard« löschten auf Grund ihrer Eisklausel in Reval, Dampfer »A.N.Hansen- 
war infolge Eisgefahr gezwungen, mit etwa 100 bis 120 Tons Marmor nach Reval 
zu flüchten; die für St. Petersburg bestimmten, auf den Dampfern »Douro«, 
Ann. d, Hrdr. uaw., 1909, Heft IX.
	        
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