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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

Hrn 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1900, 
Diese Aufstellung ergibt für die einzelnen Monate: 
Fan: 32 Tage oder 21.1 9% aller (87 Einzelberichte” Juliz 190 Tage oder 7,7%, aller (20 Einzelberichte) 
Feb.: 38 « « 649% * (77 * ; Aug 81 = 02€ 12.60% + (%8 
März: 28 © 0 113% * (41 * \ Sept: 13 « 2+* 53% 4 11} € 
April: 22 « «© S9% * (40 “ ; Oktr 3 € € 209% +* (5 * 
Mair 4 «€ << 18% * (4 £ 1Nora BB € * 12% * (3 * } 
Junis 11 + «= 45% « (12 « ‘ Dear 21 = « 85% « 80 . ) 
Werden zu diesen Staubfalltagen die in den Ann, d. Hydr. usw, Band 1901, 
aufgezählten der Jahre 1878 bis 1899 hinzugefügt, 80 ergibt sich, daß alle 
während der 30 Jahre von 1878 bis 1908 laut Bericht vorgekommenen 500 Staub- 
falltage sich auf die einzelnen Monate wie folgt verteilen: 
Januar: 89 oder BO N 34 oder 6.85% | Juli: 25 oder 70% | Oktober: 13 oder 2.60% 
Fehruar: 108 + 21.6% | Mai: 16 « 3,2% | August: 32 « 10.4%, | November: 8 « 16% 
Märzt 51 « 102% |Jumi: 27 « 5200| Aue 21 € ach Noranber 43 « 85% 
Die mittlere Häufigkeit der Staubfalltage in den einzelnen Monaten bleibt 
auch nach dieser Darstellung fast genau so, wie sie früher gefunden wurde, Die 
meisten Staubniederschläge im Passatgebiet werden demnach in den Monaten De- 
zember, Januar, Februar und März beobachtet, nämlich zusammen 58,2%, von 
denen 21.6%, allein auf den Monat: Februar kommen, Im April, Mai und Juni 
nimmt die Häufigkeit bedeutend ab, um im den Monaten Juli und August 
wiederum eine Steigerung zu erfahren, Die wahrscheinliche Ursache der vielen 
Staubniederschläge in den Wintermonaten ist bereits in einer Abhandlung über 
Passatstaubfälle im Ann. d. Hyar. usw. 1886 dargelegt und wird auf das Auf- 
treten von. Hochdruckgebieten zurückgeführt, die sich während des Winters 
häufig über der spanischen Halbinsel und Nordafrika verlagern. Es dürfte 
nicht ausgeschlossen. sein, daß das sommerliche Maximum der Häufigkeit von 
Staubfällen durch ähnliche Umstände bedingt ist. 
Wie die »Tägliehen Synoptischen Weiterkarten für den Nordatlantischen 
Ozean«, herausgegeben vom Dänischen Meteorologischen Institut und der Deutschen 
Seewarte, deutlich erkennen lassen, bildet sich nämlich während der Sommermonate, 
besonders im August, über der Westküste Nordafrikas, etwa bei Kap Verde, häufiger 
ein Tiefdruckgebiet, an dessen Nordseite der Nordostpassat nach rechts abgelenkt 
wird und eine mehr östliche Richtung einnimmt. Damit weht er geradeswegs 
aus der Sahara heraus und dürfte daher bei genügender Stärke wohl imstande 
sein, die Staubmassen zus dem Innern des Kontinents auf den Ozean hinaus- 
zuführen. 
Als eine weitere Ursache der vielen Staubniederschläge während der Sommer- 
monate käme neben diesem Tiefdruckgebiet noch der Südwestmoönsun in 
Betracht, dessen polare Grenze an der atlantischen Küste Afrikas manchmal bis 
nach 18° N-Br. hinaufreicht, und der vermutlich auch weiter Östlich über dem 
Kontinent weht, wenigstens in größeren Höhen, nachdem er seine Feuchtigkeit 
rorher über den Küstengebieten abgegeben hat, Max kann ferner annehmen, 
daß er über dem erhitzten Innern Nordafrikas eine bedeutende Temperaturzunahme 
erfährt und damit bis in sehr große Höhen reicht. Es ist deshalb nicht unmöglich, 
daß die durch die vielen Sandstürme in der südlichen Sahara aufgewirbelten 
Staubmassen ebenfalls bis in sehr hohe Luftschichten getragen werden, aus denen 
sie erst allmählieh in die Region des Nordostpassats herabsinken, damit wieder 
nach Südwesten zurück und später auf den Atlantischen Ozean hinsustreiben. 
Daß die aus der Sahara stammenden Staubmassen manchmal sehr eigenartige 
Wege einschlagen, ehe sie wieder auf die Erdoberfläche zurückgelangen, ist be 
sonders durch die Staubfälle vom Februar 19083 bekannt geworden!) 
Nach einer Schilderung von 0, Lenz (vgl. Prof, Hanns Klimatologie, 
I. Band, 8.72) entstehen am südlichen Rande der Sahara (um Aranan} im Juni 
täglich außerordentlich heiße und heftige Sandstürme, »Dschani« genannt, die 
vön Südwesten heranziehen und die Staubmassen jedenfalls bis in sehr große 
Höhen emporreißen, Es wäre nicht ausgeschlossen, daß gerade diese 
5 Vel. E. Herrmann, Die Staubfälle vom 19, bis 23. Februar 1903 über dem Nordatlan- 
tischen Ozean. Großbritannien und Mitteleuropa. Anı. dd, Hrdr. usw. 10083, &. 425 und 472.
	        
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