Schwendig, Ks Beobachtungen der Temperatur und «des Salzgehalts der Meesresoberfläche usw. 353
Im Roten Meer und im Suez-Kanal hat die »Pola«-Expedition wertvolle
Daten über die Temperatur und den Salzgehalt der Meeresoberfläche und der
Tiefenschichten gesammelt, die von J, Luksch bearbeitet sind!) auch liegen
Beobachtungen von Dahl, Makaroff und Schott vor, Die Beobachtungen der
»Pola«-Expedition aus dem Suez-Kanal sind in einem besonderen Abschnitt zu-
sammengestellt,“) die Salzgehaltwerte beruhen zum Teil auf Pyknometermessungen.
Nach diesen Bestimmungen war im Oktober 1895 der Salzgehalt am geringsten in
Port Said: 29,6%, nahm gegen Süden zu: 39,3% in 10 Sm Entfernung vom
Nordeingang des N Kanals, erreichte 51.1.°%, in 30 Sm Entfernung und sein Maximum
im Großen Bitter See mit 57,3%, während er weiter südlich im Kleinen Bitter
See auf 50,9%, und im Hafen von Suez auf 43,5% gesunken war, In diese Be-
stinmmungen der »Pola«-Expedition reiht sich der titrimetrisch ermittelte Wert
unserer Tabelle von 54%. Salzgehalt für den Großen Bitter Sec gut ein, auch
die Werte von 42.9%,, für die Außenreede von Suez (November) und der Wert
von 43,4%/., etwas südlich davon (August) stimmt gut zu den von der »Pola«-
Expedition ermittelten Werten. Sicht man davon ab, daß die beiden letzteren Werte
nicht genau in derselben Position entnommen sind, so stützen sie auch die Schluß-
folgerung ron Lukseh, daß die Salinität bei Suez größer in der wärmeren. wie
in der kälteren Jahreszeit ist; im Mai 1896 bestimmte Luksch den Salzgehalt
hier zu 423%, genau denselben Wert erhielt Schott Mitte April 1899; das
Minimum wurde von Luksech im Februar 1897 mit 41,5% beobachtet,
Daß im Suez-Kanal der Salzgehalt recht verschieden sein kann, darauf
weisen die Bestimmungen Makaroffs hin, Dieser fand im März 1889 den größten
Salzgehalt nördlich vom Großen Bitter See (29 Sm südlich von Port Said) mit
58.1°7 9, während im Großen Bitter See selbst nur 424%, gemessen wurden,
Andererseits hat Bouquet de la Grye im Juni 1874 im Großen Bitter See 64,7%.
festgestellt, also fast 22%, mehr wie Makaroff®%) Da zwischen. Port Said und
dem Großen Bitter See der Strom von November ‘bis April gewöhnlich nord-
wärts, von Juni bis Oktober südwärts setzt,4) so erklärt es sich, daß Makaroff
das Maximum des Salzgehalts nördlich vom Großen Bitter See fand und daß im
nördlichen Teile des Kanals das Maximum des Salzgehalts in die kälteste Jahres-
zeit fällt im Gegensatz zu Suez, wie die folgenden Beobachtungen der »Pola«-
Expedition noch näher erläutern:
13, TIL, 1808
38.008
Port Said,
8, V. 1206 16, IX. 1697
5 20.7
Ismalla (Mitte des Kanals).
3, V, 1896 17. IX. 1897
OS Ya ER
Suez (Port Ibrahim).
f. II. 1608 2, V. 18906 10, IX. 1897 21. X, 1895
423 oo ES Aa 4
kö, XIT, 1898
BLZ
Betrachten wir die übrigen aus dem Roten Meer vorliegenden Messungen
Schwendigs, so ergibt sich eine allmähliche Abnahme des Salzgehalts yon
Norden nach Süden. Die beiden Beobachtungsreihen zeigen untereinander zu-
friedenstellende Übereinstimmung, nur im südlichsten Teile sind im August um
fast 1%; höhere Werte beobachtet worden wie Ende Oktober, Diese Unter-
schiede sind so groß, daß ein Fehler in den Bestimmungen selbst ausgeschlossen
erscheint, daß die beobachteten Unterschiede also reell sind, Zum Vergleich
seien die von anderen Beobachtern im südlichen Teile des Roten Meeres ge-
machten Bestimmungen in annähernd gleichen Positionen herangezogen.
4 Denkschr. k % ‚Akademie d. Wiss. Wien 1808, Bd, 65, & 360ff, u. 190L, Bd. 60, S. 348 ff,
%) Bd, 69, Abschnitt V, 8, 386, .
% Vgl Ann. d, Hydı, usw, 1896, ©. 530, |
% Vgl, das Segelhandbuch für das Rote Meer 1906, S. 64.
ASS, d. Hrdr. u5w.. 1900, Heft YIIL