Soley, 4. Ci Die Bodenformen und Strömungen des Karalbischen Meeres. 351
Innerhalb 20 Sm vom. Land, bei Kap San Antonio, ist die Gegenströmung
stark und schr unsicher, bisweilen setzt sie in die Corrientes-Bucht hinein; dieser
Teil der Küste sollte als sehr gefährlich gemieden. werden.
Es gibt noch eine andere Gegenströmung im westlichen Teil dieser Meere,
die zuerst nahe beim Leuchtturm-Riff bemerkt wird, an der Küste vor Belize,
wo sie südlich setzt, Sie geht dann die Küste von Spanisch-Honduras entlang
um Kap Graeias & Dios herum, dicht unter Land, und südwärts längs der Küste
yon Nicaragua, Sie geht dicht unter Land vor Colon vorbei, wendet sich in der
Nähe von Colon herum nach Norden und vereinigt sich mit der südäquatorialen
Strömung bei der Serrana-Bank, Nach einem Norder erstreckt sich diese Strö-
nung weiter die südamerikanische Küste entlang und erreicht bisweilen
Pf. Gallinas, ehe sie umbiegt, In den nördlichen Durchfahrten setzt die Strömung
aus dem Karaibischen Meer hinaus an der östlichen Seite und hinein an der west-
lichen Seite.
Gezeiten, Die Gezeitentafeln zeigen für alle Orte in Jamalea und für
die Häfen der einschließenden Inseln innerhalb des Karalibischen Meeres eine
halbtägige Tide von kleinem Hub, 0.4 bis 0.5 Fuß (0.12 bis 0.15 m), während
der Hub der großen tropischen. Tide nur 1.2 Fuß (037 m) ist, Die Häfen an
der südamerikanischen Küste zeigen. eine geringe Zunahme in dem mittleren Hub,
der 3.2 Fuß (0.98 m) in Port of Spain beträgt, allmählich abnehmend bis auf
06 Fuß (0.18 m) in Colon. Auf den Karaibischen Inseln ist der Hub sehr gering,
ausgenommen Barbados, das außerhalb der Gleichgewichtszone liegt, An der
westlichen Seite nimmt der Hub wieder zu; er ist am kleinsten auf der Old
Providence Insel, 0.8 Fuß (0.24 m), und am größten auf der Insel Roatan, 2.7 Fuß
{0.82 m), im Golf von Honduras.
Der Hub der Gezeiten nimmt von 4 Fuß (1.22 m) an der Ostküste Nord-
amerikas ab auf 1 Fuß (0,31 m) au der Nordostseite von Porto Rico; auf den
Kleinen Antillen ist er meist noch geringer. X.
Beobachtungen der Temperatur und des Salzgehalts der Meeresoberfläche
zwischen Suez und. Sydney.
Ausgeführt von E. Schwendix.
Wenngleich wir heute über die Hauptzüge der regionalen Verteilung des
Salzgehalts schon ganz gut unterrichtet sind,‘ so bedarf es doch noch vieler
Beobachtungen, um ein in allen Einzelheiten gesichertes Bild zu gewinnen, und
um auch die Veränderungen kennen zu lernen, denen der Salzgehalt im den
einzelnen. Gebieten unterworfen ist. Ein Haupterfordernis ist jedoch, daß die
beobachteten Werte zuverlässig sind. Um dieses zu erreichen, kann man ent-
weder zur Wasserproben in luftdicht mit Gummistopfen versehenen Flaschen
sammeln lassen, deren Salzgehalt später durch die exakte Methode der Chlor-
titrierung bestimmt wird, oder ein mit der Aräometermethode vertrauter Beob-
achter bestimmt das spezifische Gewicht mittels feiner Aräometer an Bord selbst,
sammelt aber eine Anzahl aräometrisch bestimmter Proben, die später auf
ihren. Chlorgehalt untersucht werden. Mittels der Knudsenschen Tabellen ist
dann leicht ein Vergleich zwischen den verschiedenen Messungen (Aräcmeter und
Chlortitrierung) möglich,
Herr E. Schwendig, Offizier des Norddeutschen Lloyd, hat 1908 auf einer
Reise mit dem Dampfer »(Gneisenau« von Suez bis Sydney zahlreiche Bestimmungen
des spezifischen. Gewichts des Oberflächenwassers mittels eines großen, von der
Deutschen Seewarte entliehenen Aräometersatzes gemacht. Die Genauigkeit der
Messungen hat Schwendig einerseits selbst durch Wiederholung der Einzel-
1) Vgl, : Die Verteilung des Salzgehalts im Oberflächenwasser der Ozeane von G, Schott in
Pet, Mit, 1908. HH. X, mit Karte,