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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

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Ozeanographie und Klimatologie des Persischen Golfes und des Golfes von Oman, 
Fig. 9. . 
XM. I. MM. IM IV. Y. VI VIL VIE IX. X, XI. XI. 
DE N 38° 
—— PerS.GOIf, Wasserremp. 
— * Lufttemp. 
in DE 29° N-Br. 
zw. Kuweit - uschehr 
Auch in der Straße von Hormus 
bzw. Straße von Perim haben wir, 
äußerlich angesehen, noch fast 
gleiche Sachlage; hier sind auch der 
Mai und Juni noch kälter in der 
Hormus-Straße als die entsprechen- 
den Monate in der Straße von Perim. 
Es würde wohl in allen Monaten 
des Jahres dies Verhältnis, das bei 
dem großen Unterschiede in der 
geographischen Breite nur natürlich 
ist, gelten, wenn nicht im Juli, 
August und September in der Straße 
von Perim unter dem Einflusse des 
stark auslaufenden Stromes die lokal 
bedingte und zunächst rein ozeano- 
graphische Erscheinung des Auf- 
triebwassers eine Erniedrigung der 
Temperaturen veranlaßte, so daß 
nun die Gewässer der Hormus- 
Straße wärmer erscheinen... 
Im Golf von Oman endlich 
liegen die Temperaturen stets etwas 
tiefer als die im Golfe von Aden; es 
ist zweifelhaft, ob die einzige positive 
Differenz, im Oktober, zu Recht 
besteht. _ 
Von allen den früheren, oft ge- 
radezu phantastischen Vorstellungen 
über die Wärmeverhältnisse des Per- 
sischen Golfes bleibt somit als be- 
sondere Tatsache nur die, daß der 
Persische Golf während, sechs Mo- 
naten (Mai bis Oktober) allerdings 
noch erheblich höhere Durch- 
schnittstemperaturen sowohl im 
Wasser wie in der Luft erreicht als 
das Rote Meer. Das aber kann bei 
seiner ganzen Lage sozusagen im 
Inneren zwischen Vorder- und Mittel- 
asien nicht Wunder nehmen, bei 
vum Wassertama) 89760 Blm Brit seiner kleinen Oberfläche (224 000km? 
_ a tem} Mens Maskak | gegenüber 458000 km? ‚des, Roten 
"mau GV. AdEN, Wassertemp3 On Mn Meeres) we — bei seiner Sohr 
aa . ufttemb. EA SS geringen 1ele m gegenüber 
EL MM N. V. VI VILVELIX, X, XL AN : >——— 488 m im Roten 
eere). 
. 2. Windverhältnisse. Bei der allgemeinen Beschreibung und Bewertung 
der Winde als klimatische Faktoren gelangten wir (S. 25£f.) zu dem Ergebnis, erstens, 
daß über dem Persischen Golf die während des ganzen Jahres vorherrschenden 
nordwestlichen Luftströmungen im Winter häufig zyklonal wechselnde Richtungen 
annehmen infolge von Tiefdruckgebieten, die unmittelbar vom Mittelmeer herüber- 
ziehen, im Sommer jedoch ganz den Etesien desselben Mittelmeeres entsprechen; 
zweitens, daß über dem Golf von Oman ein ziemlich vollständiger, monsunartiger 
Wechsel der Windrichtung zwischen Winter und Sommer eintritt; drittens, daß 
die große Wind- und Wetterscheide zwischen den letzten Äußerungen des Mittelmeer- 
klimas und den ersten deutlichen Anzeichen des indischen Klimas im allgemeinen 
in die Straße von Hormus zu verlegen sel.
	        
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