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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

29 Annalen der Hydrographie und Maritimen. Meteorologie, Januar 1908. 
Generalisierung nicht zu weit zu gehen, wurde der jährliche Gang der Temperatur 
an mehr als 160 Punkten der Karte durch Isoplethendiagramme graphisch dar- 
gestellt, Diese wurden angelegt für den 140°, 185°, 130°, 125°, 110° W-Lg. und die 
Küste sie zeigten die Temperatur abhängig von Jahreszeit und geographischer 
Breite und bewährten sich als vorzügliches Mittel, nicht nur örtliche Unebenheiten, 
sondern. auch die ungleichmäßige zeitliche Verteilung des Materials auszugleichen: 
in der zweiten Hälfte des Jahres fahren zahlreiche Schiffe, während die erste 
spärlich bedacht ist, Sogar Besonderheiten der Wärmeverteilung konnten mit 
Hilfe der Isoplethendiagramme an Stellen gefunden werden, wo die Beobachtungen 
nicht ausgereicht hätten, sie festzustellen; fanden sich an einer Stelle keine Be- 
obachtungen, so wurden die Isothermen nach den Isoplethendiagrammen ein- 
gezeichnet und sind dann in den Karten als »vermutet« bezeichnet, Daher bilden 
die zwölf Monatskarten eine Art Kette, in der jedes Glied mit dem voraufgehenden 
und folgenden eng zusammenhängt, 
Die Stromrversetzung wird an. Bord jeden Mittag aus dem Unterschiede 
zwischen astronomischem und dureh Loggrechnung‘ gefundenem Besteck berechnet. 
War die Versetzung im Journal nicht angegeben, so wurde sie berechnet, wobei 
freilich die Nebenumstände nicht mehr berücksichtigt werden konnten, Fehlte 
dagegen eine Mittagsposition, so daß die folgende Stromversetzung für 48 Stunden 
oder darüber galt, so blieb die Angabe der Versetzung unberücksichtigt; Ver- 
setzungen unter 6 Sm wurden als kein Strom« gerechnet. 
Doch auch so wollten die in die Karten eingetragenen Strompfeile sich 
nicht zu einem Bilde zusammenschließen; bei den wenig regelmäßigen Winden 
unseres Gebiets ist jede Versetzung nicht nur vom gegenwärtigen Winde &Db- 
hängig, sondern. von der Summe aller bislang einwirkenden Faktoren; in der Tat 
ist in den Versetzungen kaum soviel Regelmäßigkeit anzutreffen wie in den 
Windrichtungen, Daher wurden zur Verwertung der Strombeobachtungen zwei 
Wege eingeschlagen: 
Erstens wurden für jedes Fünfgradfield die vier Komponenten der Ver- 
setzungen eines Vierteljahrs nach der Nord-, Süd-, West- und Ostrichtung gezählt, 
wobei also jede Versetzung doppelt gerechnet wurde, So wurde z. B. Nordoststrom 
mit einer Nord- und einer Ostkomponente gezählt usw., Nordstrom der Gleichmäßig- 
keit wegen mit zwei Nordkomponenten; eine Berechnung der Größen der Kompo- 
nenten wurde nicht angestellt; ihre Genauigkeit hätte in keinem Verhältnis zur 
Ungenauigkeit des Materjals gestanden, 
Zur Prüfung der Ergebnisse würden zweitens die Versetzungen eines 
Vierteljahres nach den acht Hauptrichtungen der Windrose geordnet; da hierzu 
die Fünfgradfelder zu klein waren, wurde das Gebiet in fünf Teile geteilt, deren 
Grenzen in Fig, 1 angegeben sind. 
Aus den genannten beiden Anordnungen des Materials ergaben sieh die 
Vierteljahrskarten der »Vorherrschenden Stromversetzungen«. Wie das Wort 
„vorherrschend« aufzufassen ist, ergibt sich daraus, daß diejenige Strom- 
richtung, welche die größte Häufigkeit während eines Vierteljahres erreichte, doch 
nar in 20% aller Fälle angetroffen wurde, Die Karten sind unabhängig von 
den Karten. der Monatsisothermen entstanden und geben nur das Resultat wirklich 
beobachteter Versetzungen wieder, 
Zur Beurteilung des Windes wurde in erster Linie die Hauptwindrichtung 
jedes Beobachtungstages aufgezeichnet, Weiteres Material lieferten für die Küste 
das Segelhandbuch des Stillen Ozeans Deutsche Seewarte, Hamburg 1897 (S, 120) 
und die Climatology of the United States von Henry, Washington 1906 (5, 68 f.), 
für den freien Ozean aueh der ‚Atlas des Stillen Ozeans« der Deutschen See- 
warte (Tafel 12-—24). Am reichhaltigsten war jedoch ein Im Archir der Deutschen 
Seewarte hefindlicher handschriftlicher Auszug aus den Schiffsjournalen von 
1876 bis 1898, der für den östlichen Teil des Stillen Ozeans eine Statistik der 
Windriehtungen, nach Feldern von 5° Br, und 10° Lg, geordnet, HKeferte; diese 
Sammlung, der über 39000 Beobachtungen entnommen werden konnten, mag 
im folgenden kurz als »Windtabelle« angeführt werden,
	        
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