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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

Brehmer, K.: Beitrag zur atmosphärischen Refraktion über Wasserflächen, 309 
wo 8 die Spannung des Wasserdampfes in mm Quecksilbersäule, B die geogr. 
Breite, H die Meereshöhe und + die Änderung der Lufttemperatur für 1m Höhe 
bedeutet. 1) 
Koß legt seinen Entwicklungen die Formeln (3) und (4) zugrunde, in 
welche er B= 45°, b= 760 mm, 6=10 mm und g= gg, einführt, Änderungen 
im Barometerstand von + 5 mm bedeuten bei einem Mittelwert k = 0.1200 eine 
Ungenauigkeit bis zu 7 Einheiten der 4. Dezimale, Ferner vernachlässigt Koß 
in (3) die beiden Korrektionsglieder, setzt also k==x, Diese Vernachlässigung 
hat bei 20 m Augeshöhe des Instrumentes eine Unsicherheit von .1 bis 5 Ein- 
heiten der 5. Dezimale zur Folge, wenn man für x = SE einen. mittleren Wert 
0.000016 annimmt. %) 
Mit diesen von Koß gemachten Annahmen nimmt (4) die Form an: 
K=—=346 (cr 0.034) für be + 10° 
kK= 6.144 {r-L 0.034) » temtf358 0.0.00. 
K= SHE (4 0.034) »* t= 420° 
Zur Aufsuchung des Zusammenhanges zwischen der Veränderlichkeit des 
Refraktionskoeffizienten k und dem Unterschied der Wasser- und Lufttemperatur 
wählte Koß das Verfahren der Beobachtung von Kimmtiefen von Punkten be- 
kannter Meereshöhe HM aus, Da ohne Berücksichtigung der Refraktion nach 
1 OT . 
bekannter Formel die Kimmtiefe a} beträgt, so ergibt unter Annahme 
der Kreisbogenform der Lichtkurve die Hebung der beobachteten Kimmtiefe über 
die berechnete den Einfluß der Refraktion gleich 52. Für diese Hebung fand 
Koß einen linearen Zusammenhang mit dem Unterschiede der Luft- und Wasser- 
temperatur, der mit A4,, gemessen in 1 m über dem Wasser in Celsiusgraden, 
bezeichnet werde (positiv für höhere Temperatur der Luft als des Wassers). 
Das Hauptergebnis der Koßschen Berechnung war dann: 
Hebung der beobacht. Kimmtiefe über die berechnete = a&-4,+b . . .. @® 
Koß setzte nun Az = #4, 4b und führte damit von vornherein die An- 
nahme der Kreisbogenform der Lichtstrahlen ein, Nach seiner Annahme wäre 
dann die Kimmtiefe = 7" (1 — = während. die Formel dafür lautet: Kimmtiefe 
=y"Y1—k3 Koß vernachlässigt also alle Glieder vom 2. Grade ab; das größte 
vernachlässigte Glied beträgt — = für den Mittelwert k = 0.12 ergibt dieser Wert 
bei einer Augeshöhe H = 16 m (aus welcher etwa */, der Beobachtungen angestellt 
sind) einen Fehler in der berechneten Kimmtiefe von. 1%, für die extremen Werte 
KkK=—032 und + 0.3 aber einen Fehler von 2,3” bzw. 36.8”. Da das benutzte 
Universalinstrument 2” — Angabe besaß, dürfte also die Koßsche Vernachlässigung 
nicht gestattet sein, es hat also eine andere Auswertung seiner Beobachtungen 
stattzufinden, 
Aus Gleichung (1) erhält man*) 
Di 2 Kıle 
H = tg (iM 5 12 » 2), 
wenn k, und k, die Werte des Refraktionskoeffizienten für die Zenitdistanzen Z, 
und zZ, sind, und mit geringer Vernachlässigung: 
— VS 2 5 
Hamm tg 1 Zn Tamm r,SM, goen AL Zu 
führt man für z„, die um 90° vergrößerte Kimmtiefe ein, also Zy, == 90° -} Kt, 
1) Andere theoret. Entwicklungen d, Refraktionskoeffizienten, s. a. Winkelmann, Handb. d. 
Phys, 1906. VL, 8. 534. Walter, Die atmosph. Strahlenbrechung. 
2 Helmert, a. &. 0. II, S, 578, . 
% Jordan: Handhuch der Vermessungskunde, 1597 Bd, HI 8. 521. 
H Die Entwicklungen folgen denen Kohlschütters. Ann. d. Hydr. usw, 1903 8, 533. 
5)
	        
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