308 Annalen. der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1900.
sinführt, zu wesentlich anderen Ergebnissen. Da nach Koß und Kohlschütter
der Einfluß des Unterschiedes der Luft- und Wassertemperatur auf den Re-
fraktionskoeffizienten in der Veränderung des Tempersturgefälles der Luft besteht,
so läßt sich die von Kohlschütter auf Grund der Koßschen Beobachtungen
entwickelte Formel zur Befreiung des Visierstrahles von der Refraktion dadurch
prüfen, daß man direkte Messungen des Lufttemperaturgefälles über Wasserflächen
ausführt, Im folgenden sollen einige im Physikalischen Institut der Universität
Rostock ausgeführte Beobachtungen des Lufttemperaturgefälles über Wasser mit-
geteilt und besprochen werden. Ein fernerer Beitrag für die Richtigkeit der
Pie 2. Entwicklungen Kohlschütters soll durch den
. Versuch geliefert werden, nach ihnen die in den
Jahren 1875 und 1881 vom Geodätischen Institut
beobachteten Zenitdistanzen zur Bestimmung der
Aöhenlage der Nordseeinsel Helgoland von Re-
Iraktion zu befreien und aus ihnen eine Höhen-
bestimmung‘ von Helgoland herbeizuführen,
Diesen beiden Ausführungen möge eine
kurzeDarstellung der Kohlschütter schen Formel-
entwicklungen vorangehen, deren Übersichtlichkeit
in Kohlschütters Arbeit durch die Gegenüber-
stellungen mit den Kofischen Ausführungen etwas
gestört ist,
Für die Berechnung des Höhenunter-
schiedes H zweier Punkte P, und P, über dem
Referenzellipsoid entwickelt Helmert)) für gegen-
seitige bzw. für einseitige Zenitdistanzen bei Ent-
(ernungen unter 64 km die Formeln: (Fig. 1.)
A A A U ü)
Hs ct, — 3) ‚ „ (la)
Hierin bedeutet # die Entfernung der beiden Punkte P, und P, in mitt-
lerer Höhe Hn gemessen.
Die von der Refraktion herrührenden Winkel «& und f pflegt man auf die
Form zu bringen: dg= 4 k; 7 Sk, %, SO daß I
U VE
Zs und zZ, bedeuten hierin die in P, und P, beobachteten und auf das Ellipsoid
reduzierten. Zenitdistanzen, k, und k, die Werte der Refraktionskoeffizienten. in
P, und PP,
\ Unter Einsetzung von (1b) nehmen die Gleichungen (1a) die Form an:
a C i 1—
H = 8m * vor (m— LM 1) #=. 8a 4 Ob (zz Anh 4)
Für den Refraktionskoeffizienten entwickelt Helmert:
A (muy ae) BL
a 12 "tm! 7 5 " Ym
none BD 278 © m
NE
ze
FF x ‚8% 278g
T' 7098 T
ES 1 000265.002B— 71
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A Helmert, Mathemat, x. physikal, Theorien d. Höheren Geodaesie 1880, Bd. I, & 512/510.
Das Glied E, in Formel (5) ©. 520 beträgt für s==eiwa 40 km nur 2 mm and darf mit Rücksicht
auf die sonstige Genanigkeit vernachlässigt werden, Siehe: 0, Eggert, Vergleich d. Ergebu. d. gcom,
u. tig, Nivellements zw. BA Irschenburg usw, 8. 18.
2 Helmert, a. a. ©, ILS. 558.