376 Annalen. der Hydrograpbie and Maritinen Meteorologie, Juni 1909.
stets verbreiternder Streifen der Untiefe über Wasser kommt und somit dem
Einfluß der Strömung entzogen wird, Die fortwährend erfolgende Mischung
von Salz- und Süßwasser durch Druck von unten gibt auch während der Ebbe
len Wasserteilchen relative Geschwindigkeiten in der Richtung der Ufer und
nach oben, Die schwebenden Schlickteilchen häufen sich somit längs der Ufer
än, wo die günstigsten Vorbedingungen zur Ablagerung gefunden werden,
Auf den letzten 3000 m nehmen die Querschnitte des Wasserweges wieder
stark zu infolge der fortwährenden Baggerungen und der Lage der Dämme
zur Richtung des Flutstroms, der in einem weiten Bogen längs des nördlichen
Dammes eindringt und hier eine große Tiefe bildet, die aufwärts bald abnimmt,
indem der Flutstrom sich mehr über die ganze Breite verteilt. Die Ebbe bleibt
zwischen den Dämmen hauptsächlich in der nördlichen Hälfte und folgt hier
den durch die Flut gebildeten Tiefen, Sobald indessen das Ebbewasser leichter
wird, ändert sich auch die Stromverteilung zwischen den Dämmen. Infolge der
Richtung des Ebbestroms in See hat man am See-Ende des nördlichen Dammes
reines Seewasser, das gegen das ausströmende Ebbewasser senkrecht zur Strom-
richtung angestaut wird und seinen Einfluß auf das Ebbewasser durch Ver-
ringerung der Geschwindigkeit in den größten Tiefen und Vergrößerung der-
selben in den höheren Schichten geltend macht, in dem sich die größte Kraft
des Ebbestroms südlicher verschiebt, und in den größten Tiefen längs des nörd-
üchen Dammes keine Ausströmung mehr stattfindet.
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Maßstab der Wasserhöhen Maßstab der Geschwindigkeiten
in Metern, in Metern p. Sokunds.
Besonders stark ist die Sandablagerung ungefähr in der Verbindungslinie
der Dammköpfe an der Südseite des Fahrwassers, weil hier der Ebbestrom
plötzlich außerhalb der Dämme sich verteilt und schwächer wird, und das See-
wasser unten eindringt, wodurch alle über die Sohle bewegten Stoffe liegen
bleiben, Wenn auch die Flut, die quer über diese Ablagerungen statt in der
Richtung des Stroms zieht, vielleicht einen Teil des während der Ebbe ab-
gelagerten Sandes wieder fortführt, so müssen doch hier Sandsauger zur Unter-
stützung der Kraft der Gezeiten zur Hilfe kommen,
Auch die leichteren schwebenden Stoffe haben in der südlichen Hälfte
zwischen den Dämmen nicht soviel Gelegenheit zur Ablagerung wie weiter auf-
wärts, weil hier die Nachebbe kräftig und anhaltend ist und bei aufkommender
Flut sich tatsächlich die Einwirkung des Wassers von größerem Salzgehalt durch
die unmittelbare Nähe der See geltend macht. Das durch die Flut von See ab-
vreschlossene schlickhaltige Ebhbewasser bewegt sich zum Teil aufwärts, zum Teil