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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

Nelting, R.: Graphische Örtsbestimmungen in der Merkatorkarte usw, 971 
Der Breitenfehler geht mit dem halben Betrag in die Mittelbreite über, 
wodurch die Zenitdistanz in Meridionalteilen um den halben Betrag des Breiten- 
fehlers zu hoch oder zu niedrig auf der Breitenteilung der Karte abgegriffen 
wird, Ist die richtige Mittelbreite 40° und die Zenitdistanz 20° der ungünstigste 
Fall der Methode, so ergeben sich bei der Verwandlung der Zenitdistanz die 
Folgenden Fehler: 
Fehler der Breite, ,,. 0 Fr 20 2 4a My dr 
Fehler der Mittelbreite 07 Y o1Y 1 20 2 Ber 
AR ana kankarun 209° 109° 10° 109 16 10° 108 
in Merklionaldifferenz 1586 1568 15900 102 1594 1397 108 
AZ. in Meridionalteilen Sr 4 G 8 ou ie 
Durch einen. Fohler der Länge wird die Verbesserung der Müttelbreite 
fehlerhaft, derselbe beträgt im ungünstigsten. Falle 4 Minuten für einen Längen- 
fehler von 1° und geht in diesem Betrage In die Mittelbreite über, 
Beide Fehlerquellen rufen eine Verschiebung der Standlinie in der Richtung 
des Schiffsortes und Projektionspunktes hervor, 
Der Fehler, welcher durch die Abweichung der Loxodrome von der 
Orthodrome hervorgerufen wird, kann, ohne größere Fehler zu begehen, ver- 
hachlässigt werden. 
Einfluß des verschiedenen spezifischen Gewichts von Salz- und Süß- 
wasser auf die Strömungen und die Ablagerung von festen Stoffen 
in Tideströmen. 
Der Einfluß des verschiedenen spezifischen Gewichts von Salz- und Süß- 
wasser auf die Strömungen ist seit langer Zeit bekannt bei Fischern, Lotsen usw. 
and wahrnehmbar dadureh, daß gegen das Ende der Ebbe längs der Sohle See- 
wasser eindringt oder sogen, Unterstrom einläuft, Zur Erklärung kann Fig. 1 
dienen, Sind Salz- und Süßwasser nach einer gedachten Linie ab getrennt, so 
wird das schwerere Salzwasser einen Druck ausüben, Fir L 
der mit der Tiefe zunimmt und durch die Fläche Br 
& be dargestellt werden. kann, Unter der Annahme, 
daß das Süßwasser mit einer über die ganze Ver. 
tikale konstanten Geschwindigkeit gegen das Salz 
wasser stößt, kann der dynamische Druck des strö- 
menden Wassers in einen statischen Druck, dargestellt 
durch die Fläche abde umgesetzt werden, Sobald 
der Druck be > Druck bd ist, wird das Salzwasser 
jängs der Sohle das Süßwasser aufwärts drängen DT 
und letzteres an der Oberfläche durch seine lebendige *750WERSIRF ARTS 
Kraft das Salzwasser zurückdrängen, wenn die gedachte Trennungslinie ab ent- 
fernt wird, 
Nach den Untersuchungen in der Mündung des „Neuen Wasserweges nach 
Rofterdam« beim Hoek van Holland, deren Ergebnisse im folgenden nach »de 
ingenieur« Nr, 36/1908, dem Organ des Königlichen Instituts der Ingenieure in 
den Niederlanden, wiedergegeben sind, treten diese Erscheinungen daselbst während 
der ganzen Ebbe in der Tat ein. Solange der Strom kräftig genug ist und das 
Ebbewasser noch einen ansechnlichen Salzgehalt besitzt, dringt das Seewnsser 
nicht zwischen die Dämme an der Mündung (s, Fig, 2), außerhalb derselben erhält 
das’ leichtere Ebbewasser Gelegenheit, sich nach allen Richtungen auszudehnen. 
Der in den unteren Schichten durch das Seewasser ausgeübte Druck pflanzt sich 
in allen Richtungen fort und. trachtet zur Wiederherstellung des Gleichgewichts 
das Niveau des leichteren Ebbewassers zu erhöhen. Da indessen im den oberen 
Schichten der Unterschied im spezifischen Gewicht sich noch nicht so geltend 
macht, erfolgt die Niveauerhöhung nur zum Teil und verursacht dann Wegströmen 
des Ebbewassers über die Seecoberfläche in allen Richtungen. Dieses ist am Hoek
	        
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