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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

v, Schaper, H.: Zur Ableitung der Deviationsgleichung, 297 
in den Ablenkungen entstehen. Hiernach ist die allgemein verbreitete, auch im 
Admiralty Manual sich findende Behauptung, die angenäherte Deviationsgleichung 
sei bei Derviationen bis zu 20° anwendbar, dahin einzuschränken, daß D den 
Wert + 5° nicht wesentlich überschreiten darf, — 
Als wesentliche Vorzüge der hier gegebenen Darstellung erscheinen mir 
die folgenden: 
1. sie ist ebenso einfach wie die üblichen Darstellungen in den 
Lehrbüchern der Navigation; 
3. sie ermöglicht eine einwandfreie Einführung von £; 
3. sie 1äßt den Gültigkeitsbereich der bewiesenen Gleichung klar 
hervortreten, 
Alte und neue Feuerlöschmethoden auf Seeschiffen, 
Von Kapt. Frhr. v. Schrötter, Hilfsarbeiter der Deutschen Seewarte. 
Anfang März dieses Jahres machte der neue Dampfer »Fiona« im Auf- 
trage der »Colonial Sugar Refining Company« in Sydney (N. S, W, 
Australien), gebaut von »Sir Raylton Dixon and Co. (Limited)« of Cleve- 
land Dockyard, Middlesbrough, seine Probefahrt, Der Dampfer soll hauptsächlich 
Melasse und Zucker in bulk von den Zuckermühlen auf den Fidji-Inseln nach 
den Raffinerien in Neu-Seeland und Neu-Südwales bringen. Den Bestellern. des 
Schiffes in der australischen Kolonie ist es wohl zu danken, daß auf diesem 
neuen Dampfer neben anderen modernen Einrichtungen auch zum ersten Male 
der praktische Versuch mit Verbrennungsgasen zu Feuerlöschzwecken gemacht 
wird, denn gerade in Neu-Südwales sind im verflossenen Jahre mehrfach Ver- 
suche im kleinen mit den abziehenden Verbrennungsgasen aus dem Schornstein 
von Kesselfeuerungen zum Feuerlöschen, angeblich mit Erfolg, angestellt worden. 
Übrigens kann und soll hier vorerst nicht näher auf die Vorgeschichte der Er- 
findung eingegangen werden, da das zu weit führen würde. Die Einrichtung auf 
‚Fiona« veranlaßt mich, einen Überblick über die bisher gebräuchlichen und 
versuchten Feuerlöschmethoden auf Seeschiffen zu geben, um .dadurch den Wert 
derjenigen mit Verbrennungsgasen in das richtige Licht zu stellen, 
Als Verfasser 1903 im Juniheft dieser Zeitschrift über die Gefahren der Kohlen- 
Jadungen eine Arbeit veröffentlicht hatte, war ihm bereits klar geworden, daß der 
einfachste und gangbarste Weg zur Dämpfung und Löschung ausgebrochenen Feuers 
in unzugänglichen Schiffsräumen für gewisse Ladungsarten die Abzugsgase von 
Kohlen- bzw. Koksfeuerungen seien, Diese Löschmethode wurde von bekannten 
und befreundeten Chemikern dem Schreiber mehrfach vorgeschlagen,. damit er 
sie Schiffbauern, Reedern, Schiffsinspektoren und Seeleuten anempfehlen möge, 
Kleine Versuche mit beschränkten Mitteln im Chemischen Staatslaboratorium zu 
Hamburg, die durch das Entgegenkommen von Herrn Senator v,. Melle und 
Direktor Prof, Dr. Dennstedt ermöglicht wurden, ergaben eigentlich ganz selbst- 
verständliche, gute Resultate. Den weiteren Beweis für die praktische Durch- 
führbarkeit dieser Feuerlöschmethode lernte Verfasser durch Herrn G. Giemsa, 
chemisch-pharmazeutischen Assistenten am Institut für Schiffs- und Tropenkrank- 
heiten in Hamburg, kennen, der ihm den auf einen großen Leichter eingebauten 
Gasgenerator zeigte, welcher zur Tötung der Ratten auf pestverdächtigen Schiffen 
verwendet wird. Mit diesem Apparat kann die Verbrennung von Koks derartig 
reguliert werden, daß die abziehenden in die Räume der pestverdächtigen Schiffe 
eingeführten, abgekühlten Verbrennungsgase einen mehr oder weniger großen 
Prozentsatz an Kohlenoxyd enthalten, der die Ratten vergiftet, Wird die Ver- 
brennung durch Vergrößerung der Luftzufuhr zu einer vollkommenen gemacht, 
ist also kein Kohlenoxyd mehr in den Abzugsgasen vorhanden, sondern nur 
noch Kohlendioxyd (Kohlensäure) und der Stickstoffgehalt der Luft, so’ bildet 
diese Gasmischung ein geradezu ideales Feuerlöschmittel, ganz besonders an Bord 
von Seeschiffen und zwar deshalb, weil diese, praktisch genommen, so gut wie 
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