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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

Amyndsen, R.: Zur Erforschung des Nordpolarbeckens, 
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achtungen angibt, Es ist auffallend, wie unregelmäßig die Kurve ist, Sie geht 
maufhörlich auf und ab in starken Schwingungen, In einem Augenblick war 
die Geschwindigkeit z.B. 30 em in der Sekunde, einige Minuten später 45 cm 
und wieder einige Minuten später 25 em, Die Strömung wechselt also unauf- 
hörlich in ganz kurzen Zwischenräumen, Was die Ursachen hierfür sein können, 
ist noch nicht aufgeklärt worden, aber für das Verständnis dessen, was das Meer 
ist, ist es augenscheinlich von größtem Interesse, hierüber ins reine zu kommen, 
Und derartige Fragen werden vom Treibeis Im Polarmeer aus eingehend studiert 
werden können, Durch Massenmaterial von Strommessungen werden die all- 
gemeinen Bewegungen in den verschiedenen Tiefen des Polarmeeres festgestellt 
werden können. 
Kae, 
Stramgeschwindiskeiten bei Bergen am 3. August 1908, 
Cem DD. Sek. 
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Es liegen auch einige andere Probleme vor, die eine eingehendere Er- 
wähnung verdienen, Von diesen nenne ich in erster Linie die Erscheinungen 
der Flutwelle, welche in ihrer sichtbaren Wirkung durch das Steigen und Sinken 
des Meeres so wohlbekannt sind, die aber in bezug auf viele wichtige Verhältnisse 
noch unzsufgeklärt sind. Die Flut wird bekanntlich durch die Anziehungskraft 
des Mondes und der Sonne auf die Wassermassen bewirkt, Wie eine große 
Welle wird die Flut sich über das Meer fortpflanzen, und diese Flutwelle wird 
Gezeitenströmungen verursachen. Die Gezeitenströmungen sind in den Küsten- 
fahrwassern studiert worden, aber über die in den tiefen Meergebieten, wo sie 
nicht mit genügender Sicherheit beobachtet worden sind, weiß man noch nichts, 
Es ist zweifelhaft gewesen, ob in einem tiefen Meer Gezeitenströmungen bestehen, 
die stark genug sind, um selbst mit feinzeichnenden Instrumenten beobachtet 
werden zu können, aber die Erfahrungen mit der »Fram«, wo mit den Gezeiten 
regelmäßige Eispressungen hervorgerufen wurden, deuten darauf hin, daß es der 
Fall sein wird. Die vorliegenden Beobachtungen sind indessen zu wenige, um 
danach auf ein Vorrücken der Flutwelle schließen zu können. Während »Frams« 
Trift mit dem Strame fand Nansen, daß die Eispressungen in regelmäßigen 
Zwischenräumen auftraten, Zuweilen traten sie zweimal im Laufe von 24 Stunden 
auf, zuweilen nur einmal. Es hat den Anschein, als wenn diese Eispressungen 
mit den Gezeiten in Verbindung stehen, und daß also Gezeitenströmungen im 
Polarmeer vorhanden sind. Eine nähere Erforschung dieser Frage hat ein be- 
aonderes Interesse, einmal, um Gewißheit darüber zu erhalten, ob in einem 
tiefen Meergebiet wesentliche Gezeitenströmungen bestehen — etwas, dessen Fest- 
stellung von praktischer Bedeutung für die Schiffahrt sein kann — und ferner, 
weil man nach Helland-Hansens Untersuchungen die Höffnung hegen kann, 
das Vorrücken der Flutwelle mit Hilfe von Strommessungen zu bestimmen, Wir 
sehen. das Vorrücken der Flutwelle längs den Küsten der Südsee, des Indischen 
Ozeans und des Atlantischen Ozeans. In der Südsee folgt die Flutwelle dem 
Monde; sie ist dort unbehindert durch Land, weil das Meer zirkumpolar ist, 
Indem die Welle die südliche Öffnung des Atlantischen Ozeans passiert, fließt 
sie dort hinein und verpflanzt sich nordwärts ganz bis zu den nordeuropäischen
	        
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