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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

Querfurt, Ho: Die Einwirkung der Winde anf die Strömungen im Skagerrak und Kattegat usw. 219 
Die am 30, Juli zugleich mit den südlichen Winden einsetzende ausfließende 
Strömung ist jedoch keineswegs allein auf die Einwirkung dieser Winde zurück- 
zuführen. Der Baltische Strom begann vielmehr, nachdem die hemmenden W- 
Winde der vorhergehenden Tage durch Winde, die keinen derartig bestimmten 
Einfluß auf die Strömungen auszuüben vermögen, abgelöst waren, von neuem zu 
Nießen, Der ziemlich hohe Oberflächensalzgehalt, der sowchl am Leuchtschiff 
Skagens Riff als auch an den dänischen Stationen gemessen wurde, erklärt sich 
wohl daraus, daß entlang der dänischen Küste ungelähr bis Skagen Bankwasser 
ainfloß, das eine Erhöhung des Oberflächensalzgehaltes des ausfließenden Wassers 
bewirkte. An der Station Dali (57° 46’ N-Br. und 10° 43,3 O-Le.) betrug der 
Oberflächensalzgehalt 32.1 %. Nach der schwedischen Küste zu nahm der Öber- 
Nächensalzgehalt schnell ab (s, Profit I August 1904). 
Die am 1. August einsetzenden westlichen Winde wehten bis zum 4. August. 
Nach einer mehrstündigen Windstille (Beobachtungen von 4 und 84 V.) nahm der 
Wind in der Nacht zum 5, August eine südöstliche Richtung an, in der Nacht 
zum 6, August drehte er sich jedoch wieder nach W und behielt diese Richtung 
bis zum 11. August bei, Es wehten also fast ausschließlich westliche Winde, die 
nur an einem Tage (am 5. August) durch südöstliche Winde abgelöst wurden, 
unter deren Einwirkung das Wasser des Baltischen Stromes sich wieder weiter 
nach W über Skagen hinaus verbreiten konnte, wie die Beobachtungen beim 
Leuchtschiff Skagens Riff (28,9%, Oberflächensalzgehalt und ausfließende 
Strömung) erkennen lassen. Unter dem Einfluß der westlichen Winde, die im 
August 1904 in überwiegender Weise vorherrschten‘') (70 °% sämtlicher Wind- 
beobachtungen), strömte das salzreiche Wasser der Nordsee in großer Menge in 
das Skagerrak ein (s. Profil II August 1904), Am 9. August wurde sogar an 
der im nordöstlichen Teile des Skagerraks in einiger Entfernung von der 
schwedischen Küste gelegenen Station S Skag, 4 (58° 13’ N-Br. und 11° 00° O-Le.) 
ein Oberflächensalzgehalt von 32.21 °/4, gemessen. 
€. August 1905. 
(Nach den Terminbeobachtungen vom 1. bis 2, August U den dänischen Stationen] sowie vom 2, bis 
5, August [an den schwedischen Stationen]%, Vgl. Profile E und IX August 1905 auf Tafel 24), 
Vom 26. Juli bis gegen Abend des 1, August wehte beim Leuchtschiff 
Skagens Riff der Wind ununterbrochen aus westlicher Richtung, drehte sich 
dann über N nach NO-—-SO, nahm aber gegen Mittag des 2. August bereits 
wieder eine westliche Richtung an, die er bis zum 3. August beibehielt., In der 
Nacht zum 4. August wandte sich der Wind über S nach SO und wehte am 4, 
und 5. August aus östlicher Richtung (NO—5SO0); nur gegen Abend des 4, August 
nahm der Wind für kurze Zeit eine südliche Richtung an. In der Nacht zum 
6. August drehte sich der Wind über S nach W und behielt diese Richtung bis 
zum 8. August bei (vgl. Nautisk-Meteorologisk Aarbog 1905), 
Daß in dem durch die westlichen Winde hervorgerufenen hydrographischen 
Zustande des Skagerraks und Kattegats durch die am 2. August nur für einige 
Stunden wehenden südöstlichen Winde, die überdies von geringer Stärke waren, 
keine wesentliche Änderung bewirkt werden konnte, ist wohl erklärlich. Immerhin 
kann man aber an dem an den Stationen Da 2 (Beobachtungen vom 2, August 123 10"V.) 
und S Skag. 3 (Beobachtungen vom 2. August 8% V.}) gemessenen Oberflächen- 
salzgehalt von 29,7 % bzw. 29.18 °/., erkennen, daß durch die östlichen Winde 
eine weitere Verbreitung des Baltischen Stromes über das ganze Kattegat und 
im Skagerrak westwärts über Skagen hinaus hervorgerufen worden ist, An den 
Leuchtschiffen Läsö Trindel (57° 26.3‘ N-Br. und 11° 16.5 O-Lg.) und Läsö Rende 
(57° 12,8’ N-Br. und 10° 41.7‘ O-Lg.) war der Oberflächensalzgehalt am 2, August 
von 25 %o auf 24.4 9%, bzw. von 29 %/p auf 26,1 %/., gesunken, Bis zum 3. August 
war sonst im wesentlichen das baltische Stromwasser durch das von den west- 
lichen Winden eingetriebene Ndrdseewasser im nördlichen Kattegat nach der 
schwedischen Küste zu verdrängt (s. Profil I August 1905). Der Stromwechsel 
£ 
A 
Vgl, Tabelle III auf S. 154 sowie die Monatsübersicht. von August 1904 auf S. 271 u. 172. 
Bulletin 1905/06 Nr. 1,
	        
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