Querfurt, 8.:;: Die Kinwirkung der Winde anf die Strämungen im Skagerrak and Kattegat new. 211
vollkommen ein Äbströmen des baltischen Stromwassers längs dieser Küste. Am
18, Februar wurde an der Station 5 Skag. 15 (58° 15.8 N-Br. und 11° 26,8 O-Lg.)
Oberflächenwasser von 32,23%, und 2.95° C. gemessen. Desgl. fand man an der
Station S Skag, 16 (58° 19,3’ N-Br. und 11° 326° O-LgJ am 19, Februar Wasser
von 32,21% 9 und 32° C.
Wie man aus den Beobachtungsresultaten am 1,—2. März 1903 an den im
Skagerrak gelegenen schwedischen Stationen (siehe Bulletin 1902—1908 Nr. 8}
ersehen. kann’), bildete das einströmende Bankwasser eine dicke ÖÜberflächen-
schicht (besonders an der Küste), die nach der Mitte des Skagerraks zu dünner
wurde, wo das gleichfalls in erheblichen Mengen einströmende Wasser von. über
34% /4n ungefähr bis zur Öberfläche reichte,
Daß am % März, wo südöstliche Winde, die am 3. März eine ziemliche
Stärke erlangten, einsetzten, ein Abfließen des Ostseewassers entlang der schwe-
dischen Küste wieder erfolgen konnte, ersicht man aus den Beobachtungsresultaten
an Station S Skag, 17 (58° 25.1’ N-Br. und 11° 34,7 0-Lg.), wo am 5. März Ober-
flächenwasser von 26,83%, gefunden wurde,
bb. Februar 1904,
(Xuch den Terminbeobachtungen vom 1,—3, Februar [an den dänischen Stationen] sowie vom 15,
bis 19. Februar fan den schwedischen. Stationen]? Vgl. Profle T und IT Februar 1904 auf Tafel 243
Ganz anders gestalteten sich jedach die Verhältnisse im Februar 1904, wie
schon ein Blick auf die Profile erkennen Jäßt. (Vgl. auch die Monatsübersicht
ron Februar 1904 auf Seite 1701)
An den letzten Januartagen wehte der Wind am Leuchtschiff Skagens Riff
vorwiegend aus südlicher und südwestlicher Richtung, am 31. Januar drehte er
sich über SO, und zwar mit der Stärke 7, nach O und hielt bis zum 14, Februar
fast ausschließlich die östliche Richtung bei (yrgl. Nautisk-Meteorologisk Aarbog 1904).
Unter der Einwirkung der Östlichen Winde, die im Februar 1904 mit
ungewöhnlicher Frequenz (70%, sämtlicher Windbeobachtungen, denen nur 140%
westliche Winde gegenüberstehen) *) über das Skagerrak wehten, breitete sich das
baltische Wasser, welches, wie wir sahen, im Winter in der Regel als schmaler
Küstenstrom entlang der schwedischen Küste fließt, weiter nach W über die ganze
Kattegatoberfläche und auch über ein größeres Areal des Skagerraks aus, indem
es das Bankwasser üÜberlagerte, An allen dänischen. Stationen wurde Anfang
Februar ein Oberflächensalzgehalt von 730%, gemessen (siehe Bulletin 19083—1904
Nr. 3), Die Temperatur beitrug 2-—3° C., an den Im südlichen Teil des Kattegats
gelegenen Stationen 1—2° C, (wegen des allmählichen Überganges zu dem galz-
ärmeren Östseewasser), Das Profil L Februsr 1904 gestattet einen deutlichen
Einblick in den Anfang Februar herrschenden hydrographischen Zustand am
Ausgang des Kattegats, Der Verlauf der Iscohalinen und Isothermen weist auf
eine über die ganze Kattegatoberfläche verbreitete ausfließende Strömung hin,
die baltisches Wasser mit sich führt, während die unteren Wasserschichten von
dem als Keaktionsstrom in entgegengesetzter Richtung einfließenden salzreichen
Wasser der Nordsee (über 34% .4) gebildet werden. An der schwedischen Seite
des Kattegats weist das baltische Stromwasser seinen niedrigsten Salzgehalt und
seine niedrigste Temperatur auf, desgl. erreicht es hier seine größte Dicke, eine
Folge der Ablenkung durch die Erdrotation,
Das Profil II Februar 1904, das einen Querschnitt durch das Skagerrak
von der dänischen bis zur norwegischen Küste darstellt, beruht auf Beobachtungen
vom 16. und 17, Februar (vgl, Monatsübersicht, Seite 171},
Wie oben. erwähnt, hielt der Wind seine östliche Richtung bis zum 11. Februar
bei, In der Nacht zum 12, Februar drehte er sich über N nach NW, wehte bis
gegen Abend des 12. Februar aus dieser Richtung, nahm dann zuerst eine südöstliche
(Stärke 10} und gegen Mittag des 13, Februar eine südliche Richtung an, die er
fast ausschließlich bis zum 15, Februar beibehielt. Geven Abend des 15. Februar
3 ur Raummangels jet das Profil II März 1903 fortgelassen,
5 Bullefin 1903—1004 Nr. 3.
4 Vel. N-M, Asrbor 1904