310 Annalen der Hydrograpbie und Maritimen Meteorologie, Mai 1909,
Der Baltisehe Strom ist dann gewöhnlich auf die nordöstliche Seite des Skayer-
raks beschränkt, wo er als ein schmaler Küstenstrom entlang der schwedischen
und norwegischen Küste fließt, Das Baltische Wasser ist in dieser ‚Jahreszeit
Jeieht von dem aus der Nordsee einströmenden Wasser zu unterscheiden, nicht
nur wegen seines erheblich geringeren Salzgehaltes, sondern auch wegen seiner
Temperatur, die bis unter 0°C. sinken kann, in. der Regel aber 1-—2° C, beträgt,
eo daß es das kälteste Wasser des Skagerraks bildet,
a. Februar 1908,
(Nach den Terminbeobachtungen vom 3,—4, Februar fan den dänischen Stationen] sowie vom 15.
his 10, Februar bow, 1,—5, März [an «den schwedischen Stationen]. Vel Profil 1 Februar 1908
auf Tafel 24.3
Nach den Angaben im Nautisch-Meteorologischen Jahrbuch 1908 herrschten
vom 26. Januar an beim Leuchtschiff Skagens Riff ausschließlich westliche Winde
(SW—W), die am 28, 29. und 30, Januar sogar von erheblicher Stärke (7—8)
waren, Gegen Morgen des 1. Februar (zwischen. 6 und 8 Uhr) nahm der Wind
eine mehr südliche Richtung an (SSW-—S8S0), wehte am 2, Februar von ungefähr
84 V, bis 4b N. mit ziemlicher Stärke ($—7)} direkt aus S und drehte sich am
Abend mach einer gegen 8h N, eintretenden Windstille nach N und am 8. Fe-
bruar morgens nach W (NW—W) und hielt diese westliche Richtung für Kängere
Zeit bei,
Unter der Einwirkung der überwiegenden westlichen Winde, die zeitweise
sogar recht stark waren, konnte das Wasser der Nordsee ungehindert in das
Skagerrak und das Kattegat einfließen, Wie man aus den Resultaten der am 3,
und 4, Februar an den dänischen Stationen angestellten Salzgehalts- und Temperatur-
beobachtungen ersehen kann {siehe Bulletin 1902—1908 Nr. 3), wurde überall bis
ungefähr zur Insel Läsö an der Oberfläche Wasser von über 30%, und etwa
3—4°C. gefunden, das größtenteils bis zum Boden reichte. (Da 16:29.30%4 und
2.88° C.5 desgl. am Leuchtfschiff Läsö-Trindel [57° 26,8' N-Br. und 11° 16.5 O-Le.]:
31,9% und 29°C, Läsö-Rende [57° 12.8' N-Br. und 10° 41,7 O-Lg.]: 29.7%%
und 2,838° CC}.
Nor nach der schwedischen Küste zu war eine geringe Erniedrigung des
Öberflächensalzgehaltes, durch die Einwirkung des baltischen Stromwassers her-
vorgerufen, zu verspüren (Station Da? :30.25%4) Das Profil 1 Februar 1903
gibt ein Bild. der hydrographischen Situation im nördlichen Kattegat zur Zeit
der an den dänischen Stationen angestellten Beobachtungen (3.—4. Februar),
Während des ganzen Monates wehte der Wind, z. T. mit ziemlicher Stärke, fast
ausschließlich aus westlicher Richtung. Die beim Leuchtschiff Skagens Riff im
Februar 1903 beobachteten Winde verteilen sich auf die einzelnen Windrichtungen
in dolgender Weise (siehe Nautisk-Meteorologisk Aarbor 1908):
N-Winde , „20.040000 = 10% |
3stliche Winde (NO-—8S0). = 40% | sämtlicher Wind-
S-Winde ı 04 5 a 1 | beobachtungen.
westliche Winde (SW—NW). == 720/72) |
Der Strom lief daher am Leuchtschiff größtenteils aus westlicher Richtung
(80%, sämtlicher Strombeobachtungen).
Die Folge davon war ein völliges Zurückdrängen der überdies im Winter
nur spärlich ausströmenden Wassermassen der Ostsee, Selbst an den Leucht-
schiffen Läsö-Trindel (57° 26,3' N-Br. und 11° 16.5 O-Le.), Läsö-Rende (57° 12,8"
N-Br. und 10° 41,7' O-Lg) und Kobbergrund (57° 08.4' N-Br. und 11° 22,7 O-Le.}
wurde während des ganzen Monats ein Oberflächensalzgehalt von über 30%
gemessen (vgl. Nautisk-Meteorologisk Asrbog 1903), So betrug z.B. der durch-
schnittliche Salzgehalt bei Läsö-Trindel 32,5 °/.4 (2.9° 0), bei Läsö Rende 313% 4
(2.9° C), bei Kobbergrund 36,7% 9 (26°C). Das salzreiche Wasser der Nordsee
breitete sich im Skagerrak bis zur schwedischen Küste aus and verhinderte so
5 Bulletin 1902— 1003 Nr, 3 |
2 Davon 31.9% also uugeführ 1, Stürme (Windstärke 7 u. nn. der zwälfteiligen. Beaufort-Skala}