Treibeis in südlichen Breiten,
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Von den drei Jahren 1906, 1907 und 1908 waren für die Umgebung von
Kap Horn und den Südatlantischen Ozean also nur 1906 und 1908 Eisjahre,
doch zeigen diese beiden Eisjahre unter sich wesentliche Unterschiede. Im Eis-
jahr 1906, das auch im Vergleich mit früheren Eisjahren als Ausnahme be«
zeichnet werden kann, trat das Eis schon zeitig im Jahre ungewöhnlich stark
auf, und es kam ungewöhnlich nahe an die Staaten-Insel heran; einzelne Eis-
berge erschienen sogar an der Nordseite dieser Insel und zwischen ihr und den
Falkland-Inseln, TFerner drang das Eis im Norden der Falkland-Inseln, wahr-
zscheinlich um deren Ost- und Nordseite herum, ganz ungewöhnlich weit nach
Norden und Westen auf den Weg der nach der Magellan-Straße oder nach Kap
Horn steuernden Schiffe vor, es reichte aber trotzdem auf dem Wege der von
Kap Horn her kommenden Segler nicht weiter oder nicht einmal so weit nach
Norden und Osten als in früheren Eisjahren, Am Eisjahr 1908 fällt besonders
auf, daß Eis nur im Osten und Nordosten der Falkland-Inseln, und zwar in zwei
ganz voneinander geschiedenen großen Triften auftrat. Die eine von geringerer
Ausdehnung fiel in den März, die andere */, Jahr später, in den August und
September, Diese beiden Triften, namentlich die letzte, dürften in ihrem Auf-
ireten mehr den Erfahrungen früherer Eisjahre entsprechen, wonach heimkehrende
Segler im allgemeinen die Eisgefahr dort um 80 leichter überwinden, je west-
licher sie sich halten. Den beiden Eisjahren 1906 und 1908 gemeinsam ist das
auffallend schnelle Erscheinen und das fast noch schnellere und vollständige
Verschwinden der gewaltigen Eismassen.
Indischer Ozean.
Vom Indischen Ozean ist aus dem ‚Jahre 1906 nachträglich (vgl. die
tabellarischen Angaben) noch eine Eistrift gemeldet worden, die im November
in der Umgebung von 45°S-Br. zwischen 57° und 60° O-Leg. lag...
Im Jahre 1907 sind auf den gewöhnlichen Schiffswegen nur einzelne Eis-
berge gesichtet worden; im Juni und August in der Umgebung von 40° O-Leg.,
im September und Oktober zwischen 60° und 80° O-Lg., doch ist ein Segler, der
im November die Länge von Kap Agulhas ganz außergewöhnlich weit südlich,
in 54° S-Br., passiert hat, dort von Eisbergen und Eisfeldern umgeben gewesen.
Vom Jahre 1908 sind nur einzelne Eisberge gemeldet worden, die von einem
ebenfalls außergewöhnlich weit südlich stehenden Schiffe, in 50° S-Br., südlich
vom Kaplande gesehen worden sind.
Stiller Ozean.
Aus dem Stillen Ozean sind vom Jahre 1906 von den gewöhnlichen
Dampferwegen, die damals noch nicht festgelegt waren (vgl. N. f. S, 2311/08) und
zwischen 57° und 58° S-Br. genommen zu werden pflegten, nachträglich noch
einige Eisberge und vom September eine größere Trift aus der Umgebung von
120° W-Lg. gemeldet worden (vgl. hierzu die tabellarischen Angaben), Im
Jahre 1907, wo sich die Dampfer im allgemeinen aber schon etwas nördlicher,
in etwa 55° S-Br., gehalten haben und nur vereinzelte südlicher, dann aber sogar
bis nach 60° S-Br. gelangt sind, traten von etwa 155° bis 120° W-Lg. beständig
große Triften auf, 1908, wo die Dampfer ein breites Gebiet befahren, weil einzelne
schon die neuen Wege eingehalten haben, andere dagegen sich gar nicht daran
gekehrt zu haben scheinen, traten wie im Jahre 1907 beständig große Eistriften
auf, Ihr nordöstlicher Ausläufer ist im Mai in 52° S-Br. und 111° W-Lg. ge-
sehen worden.