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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

184 Annalen der Hydrographie und Maritinsen Meteorologie, April 1909, 
Berlin 1908, S, 605) über die von ihm begonnene Untersuchung der extremen 
Schwankungen des Regenfalls in den verschiedenen Klimazonen der Erde, Als 
Maß für die Veränderlichkeit der jährlichen Niederschlagsmenge hat Hellmann 
das Verhältnis zwischen der größten und kleinsten Jahresmenge des Niederschlags 
gewählt und diese Größe mit Schwankungsquotient der jährlichen Niederschlags- 
menge bezeichnet, Der Schwankungsquotient würde an einem Ort 1,00 sein, wenn 
jahraus, jahrein. dieselbe Regenmenge fallen würde, in Wirklichkeit ist er jedoch 
nicht kleiner als 1.5. Sein höchster Wert ist co, nämlich in Gebieten, die zu- 
weilen während eines ganzen Jahres überhaupt keinen Regen empfangen; auch 
dieses kommt äußerst selten vor, da selbst in meist als regenlos geltenden Örten 
doch öfters Regentropfen fallen. Die kleinen Werte des Schwankungsquotienten 
1.5 bis 2.5 können überall auf der Erde vorkommen, dagegen sind die hohen 
Werte an bestimmte Klimagebiete geknüpft, Für praktische (Kolonisations-) 
Zwecke kann man Gebiete mit einem Schwankungsquotienten unter 3,0 mit günstig 
bezeichnen, vox 3.0 bis 5.0 mit ungünstig, darüber mit sehr ungünstig. 
Aus einer größeren Anzahl von berechneten Schwankungsquotienten für 
die verschiedensten Gebiete formuliert Hellmann folgende Gesetze: 
1. Die Lage im Lurvr regenbringender Winde verringert die Niederschlags- 
schwankungern, . | 
2. Trockene Gebiete haben größere Schwankungen als regenreiche in deren 
Nachbarschaft, 
3. Gebiete mit streng periodischer jahreszeitlicher Niederschlagsverteilung 
(Trockenzeit), haben. größere Schwankungen der Niederschlagsmenge von Jahr 
zu Jahr als solche mit Niederschlägen zu allen Jahreszeiten, 
Für die beiden ersten Gesetze liefert gute Beispiele das Indische Monsun- 
gebiet, wo längere Beobachtungsreihen vorliegen, Der regenreiche SW-Meonsun 
trifft fast senkrecht auf die Küsten von Hinter-Indien und die Westküste von 
Vorder-Indien, während er an der Ostküste Vorder-Indiens parallel weht oder 
ablandig ist. Erstere Küsten weisen dementsprechend kleine Schwankungs- 
quotienten (1.6 bis 3,2), letztere dagegen große (4,5 his 5.4) auf, Bedeutend 
größer werden die Schwankungen, wenn man. z.B. die regenarmen Gebiete im 
Nordwesten von Östindien am Indus betrachtet, hier erreicht der Quotient 
Größen von 10,3, 16,7 bis 56. 
Für das dritte Gesetz führt Hellmann den Gegensatz von Nord- und 
Zentraleuropa mit Niederschlägen zu allen Jahreszeiten an gegenüber dem Mittel- 
meergebiet mit periodischen Niederschlägen, In ersterem Gebiet schwankt der 
Quotient zwischen 1,8 und 2,8, indessen er z.B, in Lissabon und Madrid 3.0, in 
San Fernando 4,2, in Genus 3,8 und in Palermo 4.0 beträgt, 
Während kleine Schwankungsquotienten überall auf der Erde vorkommen, 
finden sich große Quotienten (über 3.8) fast ausschließlich nur in der Tropen- 
und Subtropen-Zone. Br. 
8. Mondregenhbogen, Bericht des Kommandos 5, M.S, »Planet«, Konnnändant 
Kaptlt, Nippe. In etwa 1° 37’S-Br. und 147° 40'0-Lg. (nordöstlich der Admiralitäts- 
Inseln) wurden in der Nacht vom 12. zum 13. September 1908 zwei halbkreisförmige 
Mondregenbogen beobachtet, der erste im SW-Quadranten von 9) 250 bis 9b 47PPN, 
der zweite im Süden won 19% 309 bis Ih 30V, Das Wetter war von 10% bis 12% 
wolkig mit zeitweiligem Regen, von 12% bis Ih Regen, und von 1" bis 2h starker 
Regen mit Blitzen, Wind während der Nacht SSO, Stärke 1 bis Stille. 
Der Mond zeigte noch fast seine volle Scheibe — es war zwei Tage nach Voll- 
mond — und leuchtete ungewöhnlich hell, so daß Lesen im Mondeslicht möglich war. 
Beide Mondregenbogen waren kleiner, als die Sonnenregenhbogen gewöhnlich 
erscheinen, zeigten jedoch scharf ausgeprägt die Farben des Spektrums von 
innen nach außen: Violett, blau, grün, gelb, orange, rot. Nebenregenbogen 
wurden nicht beobachtet, 
4, Zodiakallicht-Beohachtungen im Roten Meer, Indischen Ozean und 
Chinesischen Meer. (Hierzu Tafeln 19, 20, 21, 22.) 
Am 29, Juli 1908 um 3% 56° M, OÖ. Zt, morgens wurde im Roten Meer 
auf 23° 13 N-Br. und 37° 0’ O-Le. eine Zodiakallicht-Erscheinung beobachtet, wie
	        
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