Querfurt, H.: Die Einwirkung der Winde auf die Strönnungen im Skagerrak und Kattegat new. 163
monate. Im Februar 1904, wo unter der Einwirkung der stark überwiegenden
östlichen Winde (s. Tabelle III auf Seite 154) am Leuchtschiff fast durchweg aus-
zehender Strom beobachtet wurde, lief auch bei den N-Stürmen, deren Beobachtungs-
anzahl für diesen Monat allerdings gering ist, die Strömung aus südlicher Richtung,
Hinsichtlich der südlichen starken Winde ergaben die Berechnungen nach
Monaten die in der folgenden Tabelle angeführten Resultate:
Tabelle ZHL
Beziehungen zwischen S-Stürmen und Strom nach Monaten,
Anzahl
|. Wind-
heobuch-
uneen
Anzahl der ' Anzahl der
dabei bech. dabei beob.
ausfließ.! % ı einfließ.
Strö- | Strö-
mungen IL ungen
a
Anzahl
1LWind-
veobach-
tungen "
Anzahl der
dabei beob,
ausfließ | en
Strö-
Muhngen
Anzahl der
Jäbei beob. ,
einfließ | 9%
Strö+
mungen |
Des 19031 19 3 16| Mai 1903
1904| 1 ) 1 100 3904 |
19051 3 Ö f 1905
Jan, 1903 | Aug. 2908
1904 1904
1905 1905
Febr.1903| 3 2 | ezi Sept. 1903 La
1904) — I 1904 zZ 1z
1905 — — 1805 1 100
März1903] 3 lo Ikt. 1903; © - Zn {ZZ
1904 „| b 1901 2 | 50
1005) u 0200| 0 1905 ) LS
ll — —” —— en nl ——— .x. © ——
April1903 z 0 | 9 1 1100| Nov. 19037 7 oO | 7 1100
1904| 3 2 5261| | 31 1904| — a
1905| — 20 2 12] 36] 1} 1 so
Obige Resultate lassen beträchtliche Schwankungen erkennen. Auffallend
ist das starke Überwiegen der einfließenden Strömungen im Dezember 1903.
Nach den Angaben im Nautisch-Meteorologischen Jahrbuch 1903 gestalteten sich
am Leuchtschiff Skagens Riff die Verhältnisse in diesem Monat folgendermaßen:
Am 1, und 2, Dezember 1903 wehte NO-Wind, teilweise mit ziemlicher Stärke;
der Strom lief infolgedessen aus südlicher Richtung (ausfließende Strömung).
Am 83. Dezember drehte sich der Wind nach S und nahm immer mehr an Stärke
zu, bis er gegen Abend die Windstärke 8 bzw, 9 erlangte, mit der er dann
ununterbrochen bis zum 6, Dezember wehte, Zugleich mit dem Wind änderte
auch die Strömung ihre Richtung, und zwar lief sie vorübergehend aus südwest-
licher, dann mit zunehmender Geschwindigkeit aus westlicher Richtung (ein-
fließende Strömung). Am Leuchtschiff Läsö-Trindel (57° 26.3’ N-Br. und 11° 16.5
O-Leg.), wo gleichfalls starke südliche Winde herrschten, hatte die Strömung zur
Zeit eine N—S-Richtung angenommen, Derselbe Stromwechsel vollzog sich bei
einsetzenden starken S-Winden auch am 9, Dezember 1903 (bis 12. Dezember) sowie
im November desselben Jahres, Dagegen lief im Januar 1903 bei zum Teil
starken südlichen Winden ausfließende Strömung. Hieraus geht also deutlich
hervor, daß die südlichen Winde keinen eindeutigen Einfluß auf die Strömungen
am Leuchtschiff Skagens Riff auszuüben vermögen, selbst wenn sie von ziemlicher
Stärke sind. Die südlichen Winde werden sicherlich nicht imstande sein, zur
Zeit, wo der Baltische Strom in hoher Flut ist, also am Leuchtschiff überwiegend
ausfließende Strömung beobachtet wird, einen Stromwechsel hervorzurufen, eben-
sowenig werden sie die durch überwiegende westliche Winde erzeugten ein-
HMießenden Strömungen zu hemmen vermögen. ;
e. Beziehungen zwischen Wind und Salzgehalt (Oberfläche).
Daß die Abhängigkeit der Strömungen vom herrschenden Winde auch bei
den Berechnungen des mittleren Salzgehalts für die verschiedenen Winde deutlich
zum Ausdruck kommt, ersieht man aus nachstehender Tabelle, Die in dieser
zE