Annalen der Hrdrographie and Mayitimen Meteorologie, Januar 1908,
sicherheit des Kollimationsfehlers zu + 0,23%%, Doch ist ein so großer Betrag
außerordentlich unwahrscheinlich, und ein mittlerer Fehler von -}- 0.1%% dürfte
gelbsf bei ungeübten Beobachtern, wie im vorliegenden Falle, eine reichliche
Annahme sein.
Nachdem Kapitänleutnant Collmann sich nach Schanghai begeben hatte,
gelang es, wie schon erwähnt, nur am 17. März an beiden Orten gleichzeitig Zeit-
bestimmungen zu bekommen, wobei wegen des geringen Längenunterschiedes auf
beiden Stationen dieselben Sterne benutzt werden. konnten. Im Anschluß daran
erfolgte der Signalwechsel, wobei Tsingtau mit dem Geben der Signale begann.
Die im Programm vorgesehene zweite Zeitbestimmung gelang jedoch nur in
Tsingtau, da es sich in Schanghai zuvor wieder bewölkte, jedoch konnte hier
der Gang des Chronometers durch häufige Vergleichungen im Zeitballhäuschen
mit. Zeitsignalen, die von Zikawei aus gegeben wurden, abgeleitet werden, Aus
diesen. Vergleichungen ergaben sich die in der folgenden Tabelle stehenden
Stände des Chronometers!
Pax
1007 März
I T Zn a
Chronometeretand
6.17 — (min 8 dee
109 —6 186
3.15 „6 315
8.08 6 421
(0.01 0 551
13.00 —7 318
40 7 488
15.00 —7 507
16.00 BR HT
Täglicher Gang
-V” J8ek
7
PO
I
Danach ist der Gang am 17, März gleich dem vom 14. bis 16, angenommen
worden und sein Fehler gleich den größten yorgekommenen Abweichungen, 80 daß
Bay => um 19.On0k 2 O.700k det,
Äus den Zeitbestimmungen in. Teingtau vor und nach dem Signalwechsel
ergibt sich folgender täglicher Gang der Pendeluhr:
| N
Zu dieser. Ableitung eind nur die Beobachtungen derjenigen Sterne benutzt
worden, deren Rektaszensionen sicher sind,
Die Resultate der Zeitbestimmungen vor dem Signalwechsel sind in fol-
gender Tabelle enthalten, wobei AU die Uhrkorrektion oder den Stand bezeichnet,
Die AU sind mit den obigen Gängen auf das Mittel der Beobachtungszeiten reduziert,
——
Nr, des
Katalogs
von
Amlbranırn
3598
3630
3668
3708
3736
5680
SAN
aa
42 Leonie oılnoris
46 * ®
49 Ursae majoris
x
|
| evil
Dekli-
Hation
10077
58 |-41310 10°
0 | 136 43
58 1-39 43
9 436 49
7 a3 36
RA „an 7
AUT«
+ Q4100k)
} 2.48
2.54
1.4,90
2.57
| „9.10
A Dear
Abe
AU — AUS Sn
BR
— Sn 26,85% 4 Smin 20.9Gsekt
26.91 29.39
26.68 | 30.22
2628 | 38.27
2676 | 29,29
2R AG Dar
Mittel: -—_ Smin 20.27sek|
= O.Olsek
4.0.12
0.05
00
0.06
0.2
Der Kollimationsfehler ist bei den. Beobachtungen. dadurch ausgeschaltet
worden, daß inmitten eines jeden Sterndurchganges das Fernrohr umgelegt ist,
Dabei wurde auch jedesmal das Niveau abgelesen, so daß auch die Neigung der
Achse bei jedem Durchgang gemessen worden ist, Zur Azimutbestimmung
wurde inmitten der Zeitsterne ein Polstern (Nr, 7644 bei Ambronn) beobachtet.
Ein etwaiger kleiner Azimutfehler ist bedeutungslos, da die Zeitsterne nahe dem
Zenit der Beobachtungsstationen (gs = -L31° 15% gry == + 36° 4’) kulminieren,
wie objee Tabelle lehrt,