Die deutschen Dampferwege vom Kap der Guten Hoffnung nach Adelaide und Melbourne usw. 123
schon ehe man die Länge der Kerguelen ganz erreicht hat, nach 47° S-Br, gehen und
den Weg so viel wie tunlich abkürzen. Die Zugstraßen der barometrischen Minima
verlaufen im Sommer meistens so südlich, daß die Schiffe auch in 47° S-Br. noch
nicht in die rechte Hälfte der Tiefdruckgebiete und damit in östliche Winde geraten
werden. Im südlichen Winter dagegen, wenn die Zugstraßen der Depressionen nörd-
licher liegen, ist es nach Ansicht der Deutschen Seewarte nicht angebracht, auf dem
Wege nach Osten südlichere Breiten als 45° S-Br. aufzusuchen, weil Östliche
Winde (über deren Vorherrschen im hohen Süden vgl. »Monatskarte für den
Indischen Ozean«, Mai, Rückseite) dort so häufig werden, daß die Abkürzung
des Weges keinen Vorteil mehr bringt und die um 36 Sm größere Länge des
deutschen Winterweges nach Melbourne dafür gern in Kauf genommen werden
kann, Auf der Ostseite des Indischen Ozeans, südlich von Australien, mag zwar
die Wahrscheinlichkeit, in östliche Winde zu geraten, auch südlich von 45° S-Br,
selbst im Winter noch nicht sehr groß sein, allein dort verlaufen die deutschen
Wege in den größten Kreisen, davon nach Süden abzuweichen kann also Vorteil
nur dann bringen, wenn es die zufällig angetroffenen Umstände, z. B. hoher
nördlicher Seegang oder dergl, zweckmäßig erscheinen lassen,
Vom Kap der Guten Hoffnung nach Kap Borda und Kap Otway,
Weg über die für Ihre Dampfer:ı a
nach Hobart vereinbarten Schnitt- |meilen
punkte der 3 englischen Reedereien
Deutscher Winterweg See-
Reiseantritt vom 16. 11T, bis 30.1X. [nen
| Deutscher Sommerweg Ree-
Reiseantritt vom 1. X. bis 15. HL. Imeilen
Vom Kap der Guten Hoffnung‘
im größten Kreise nach 40° O-Lg.
in 43° 10 8&Br. 0 er
Von 40° O-Li, über die Schnitt-
punkte wie oben nach 120° O-Lg.
in 46° 20 S-Bri 200
Von 120° O-Lyz, im größten Kreise
nach Kap Borda + . 0.0. 00
Nach Adelnide,
| Vom Kap der Guten Hoffnung
im größten Kreise nach 40° O-Leg.
Jin 41° 47 S-Br . 0 7
Von 40° O-Le. im größten Kreise,
aber nicht südlicher als 45° S-Br.
{nach 120° O-Le, in 41° 34 S-Br.
Von 120° O-Lg. im größten
Kreise nach Kap Borda „ . .
11927
1108
° Vom Kap der Guten Hoffuung
im zrößten Kreise nach 40° O-Lg.
in 4° 2 S-Br0 2
Von 40° O-.Le. im größten Kreise,
aber nicht südlicher als 47° S-Be. |
nach 120° Ö-Lg. in 42° 28 S-Br.' 3416
Von 120° O-Lg. im größten | ;
‚ Kreise nach Kap Ötway. . . | 872
| 3408
3356
3484
983
‘ 5466 |
852
5438 |
Vom Kap der Guten Hoffnung
(wie oben) bis nach 120° O-Lg. in
46° 20 SB 2
Nach Melbourne,
Vom Kap der Guten Hoffnung
im größten Kreise nach 40° O-Le.
in 41° 47 8-Bru 2020.00.
Von40°O-Leg, im größten Kreise,
aber nicht südlicher als 45° S-Br. '
nach 120° O-Ly, in 44° 20 S-Br.i 3439
4483
| Vom Kap der Guten Hoffnung
im größten Kreise nach 40° O-Le, |
in 42° 32’ 8S-Br. 0.0.0... 15
Von 40° 0-Le. im größten Kreise,
aber nicht südlicher als 47° S-Br.;
nach 120° O-Lg., im 45° 36 S-Br.} 3356
Von 120° O-Lg.im größten Kreise |
1099 | nach Kap Otway . . . 1112
5640 ) 5583
Von 120° O-Iyx. Im größten
Kreise nach Kap ÖOtway. .
1121
Von 120° O-Lg. im größten
Kreise nach Kap Otway. + .
("5604 |
Der deutsche Winterweg nach
*
Sommerweg
Adelnide ist 28 Sın kürzer
Melbourne « 36 « länger
Adelaide < 63 « kürzer
Melbourne < 21 * kürzer
\
als der Wer über die Schnittpunkte,
die die 3 englischen Recdereien für
ihre Dampfer nach Hobart vereinbart
haben,
X
x
{
Aus den eben besprochenen Gründen und weil auch die Gründe, die zur
Vereinbarung fester Dampferwege im Nordatlantischen Ozean geführt haben,
hier im südlichen Indischen Ozean zum Teil wegfallen, da alle Schiffe nach
Osten steuern und die Gefahr des Zusammenstoßens nur sehr gering ist, glaubt
die Deutsche Seewarte deutschen Dampfern raten zu sollen, die Wege nach
Adelaide oder Melbourne einzuhalten, die in den neuen »Monatskarten für den
Indischen Ozean« niedergelegt sind. Wenn dadurch auch mehrere annähernd
parallel laufende feste Wege im südlichen Indischen Ozean geschaffen werden,