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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

Querfurt, H,: Die Einwirkung der Winde auf die Strömungen im Skagerrak und Kattegat usw. 107 
Die Einwirkung der Winde auf die Strömungen im Skagerrak und Kattegat 
mit besonderer Berücksichtigung der am Leuchtschiff „Skagens Riff“ 
angestellten Beobachtungen während der Jahre 1903 bis 1905. 
Yon Heinrich Querfurt, Dortmund, 
Hierzu Tatoh 14 und 15.1 
Über die Abhängigkeit der Meeresströmungen vom herrschenden Winde 
sind bereits zahlreiche Untersuchungen angestellt, die einen deutlichen Beweis 
hinsichtlich der engen Beziehungen zwischen Wind und Strom geliefert haben, 
daß nämlich der Wind nicht nur hemmend bzw, fördernd auf vorhandene Strö- 
nungen einzuwirken, sondern Selbst Strömungen zu erzeugen vermag. Trotz 
dieser allgemein bekannten Tatsache ist es doch von Interesse, auf Grund täg- 
licher Beobachtungen an einer bestimmten Stelle im Meere die Einwirkung der 
Winde auf die dortigen Strömungen festzustellen und 80 von neuem einen Beweis 
über die Beeinflussung der Strömungen durch den Wind zu erbringen, 
Wir wollen im folgenden versuchen, vermittels der Angaben über die täg- 
lichen Beobachtungsresultate am LeuchtschiffSkagens Riffwährend eines bestimmten 
Zeitraumes die Beziehungen zwischen Wind und Strom rechnerisch und graphisch 
nachzuweisen; sodann wollen wir auf Grund der bei dieser Untersuchung erzielten 
Resultate festzustellen versuchen, in welchem Grade die sich aus den viertel- 
jährlichen Salzgehalts- und Temperaturbeobachtungen (internationalen Termin- 
beobachtungen), welche an den im Skagerrak und Kattegat gelegenen schwedischen 
and dänischen Stationen ungefähr gleichzeitig angestellt werden, zu bestimmten 
Zeiten ergebenden hydrographischen Verhältnisse des Skagerraks und Kattegats 
auf die Einwirkung der Winde zurückzuführen sind, 
Bevor wir jedoch au unser eigentliches Thema herantreten, wollen wir 
zunächst zum besseren Verständnis nachfolgender Ausführungen auf die allgemeine 
Hydrographie der dänischen und schwedischen Gewässer in kurzen Zügen hin- 
weisen, und zwar unter Benutzung der mannipgfachen Literatur, die über diesen 
Gegenstand handelt, 
A. Die allgemeine Hydrographie des Skagerraks und Kattegats. 
Die Hydrographie des Skagerraks und des Kattegats ist ziemlich kom- 
pliziert, da die diese Meeresstraßen erfüllenden Wassermassen bezüglich ihrer 
physikalischen Eigenschaften mannigfachen Veränderungen unterworfen sind, die 
sowohl periodischer als auch unperiodischer Natur sein können, Namentlich sind 
Veränderungen letzterer Art derartig häufig, daß sich oft während einer kurzen 
Zeitdauer kaum ein einheitliches Bild in dem hydrographischen Zustande des 
Skagerraks und des Kattegats darbietet. Aber dennoch hat man im allgemeinen 
auf Grund regelmäßiger Beobachtungen eine deutlich ausgeprägte jährliche Perio- 
dizität der hydrographischen Verhältnisse dieser Gewässer konstatiert, 
Was zunächst die Tiefenverhältnisse‘) betrifft, so ist das Skagerrak länıs 
der norwegischen Küste von einer im allgemeinen über 200 m. tiefen Rinne durch- 
zogen, die sich stellenweise bis 800 m und darüber senkt und die Fortsetzung 
der an der Westküste Skandinaviens entlanglaufenden norwegischen Rinne bildet. 
Während das Skagerrak an der norwegischen Küste ziemlich steil abfällt, senkt 
sich der Meeresboden an der Küste Jütlands nur langsam; längs der dänischen 
Küste ist das Wasser ziemlich seicht. Das Kattegat hat mit Ausnahme der Öst- 
lich von der Insel Läsö an der schwedischen Küste entlanglaufenden »Tiefen 
Rinne« (bis über 100 m tief), in der die »Norwegische Rinne« ihr Ende erreicht, 
sowie der weit weniger tiefen Rinne zwischen Jütland und der Insel Läsö, der 
„Läsö-Rinne«, eines Ausläufers der »Tiefen Rinne«, im allgemeinen nur geringe 
Tiefen aufzuweisen. 
. 7, Ygl. G, Schott: Die Hrdrographie des Skagerraks, Kattegats und der Ostsee, Geoer, 
Zeitschr. 1596.
	        
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