Übersicht über die in den letzten. 30 Jahren eingelieferten meteorol, Schiffstagebücher. 99
der Dampfertagebücher nicht einbegriffen; sind vielmehr in der Tabelle und in
der Kurvendarstellung getrennt aufgeführt, Immerhin ist es angebracht, auch
lie Summe der vollen Dampfertagebücher und der sogenannten Auszugtage-
bücher zu berechnen, wenn man die Gesamtleistung der Beobachtungstätigkeit
an Bord der deutschen Dampfschiffe in den Jahren 1879 bis 1904 kennen
lernen will, Zu dem Zwecke ist für diese Jahre in der Diagrammtafel
eine Kurye gezogen, welche die Summe der den Kurven D und A zugrunde
liegenden Zahlen darstellt. Der Anstieg der D-Kurve im ganzen wird dann
weniger steil. Was die Auszugsjournale betrifft, so nahmen sie ständig zu bis
1891, wo sie ihre Höchstziffer mit 354 Nummern erreichten, um bald mehr, bald
weniger zahlreich einkommend, 1904 ganz aufzuhören, Es geschah dies auf Ver-
anlassung der Seewarte, die schon 1903 die Ausgabe entsprechender Formulare
eingestellt hatte; dafür waren zweierlei Gründe maßgebend, Es hatte sich erstens
herausgestellt, daß der Inhalt der Auszugjournale doch auf die Dauer für viele
Untersuchungen nicht genügend sei, und es mußte zweitens, gegenüber der starken
Abnahme der Seglerflotte, Bedacht darauf genommen werden, Ersatz für diesen
Abgang durch Gewinnung vollwertiger Beobachtungen auf Dampfern zu erhalten,
Tabelle II.
Anzahl der dentschen Seeschiffe in den Jahren 1877 bis 1908.
Jahı
|. Januar 187
%
m;
38
x
%0
al
39
ir ; !
Segler LO & AD.
ahr
Segier. ' Damapfer. |
“ 1).
ES WM 2157
2003 106 2100
896 106 | 2102
HS ZA 2072
‚553 29 2012
780 58 1933
a :90 2; 1905
335 231 ‚866
72 50 ‚831
104 267 ‚761
305 4 1679
218 2 512
LÖ00 23 408
309 | 274 1373 8
953 | 427 | 1380 07
Sf7 438 © 1815 D8
Bei Seglern sind alle Schiffe vom Rahschuner aufwärts gerechnet,
Dampfer: alle über 600 R-T, sind gerechnet.
|. dJamuar 1893
Ay
447
159
4180
532
681
701
730
782
366
MMO
395
1049
1058
1134
1174
1203
|
|
|
h
|
{FF
SAD.
1301
1239
1170
1197
(219
1180
[186
198
1238
783
\10
256
1348
1399
‚1411
| 1430
Es haben sich in der Tat auch alle Dampferkapitäne, welche bis dahin
durch die Einlieferung von Auszugjournalen für die Deutsche Seewarte tätig
ivaren, in erfreulicher Weise einverstanden erklärt, das volle meteorologische
Tagebuch mit sechs Beobachtungen innerhalb 24 Stunden, also alle 4 Stunden,
führen zu wollen, und so sehen wir nun eine mit dem Jahre 1903 be-
ginnende ganz gewaltige Steigerung der Mitarbeit auf den Dampfern,
Es tritt dies besonders in der graphischen Darstellung auffallend hervor in der
aufwärtsgehenden mit D bezeichneten Linie, Im Jahre 1907 überstiegen die Ein-
gänge von Dampferjournalen bei weitem die Zahl der führungsfähigen Dampfer —
alle über 600-R-T, fassenden Dampfer der deutschen Handelsflotte sind dabei
gerechnet —; dies erklärt sich natürlich daraus, daß sehr viele Dampfer mehrere
Tagebücher im Jahre zur Ablieferung bringen. Es ist eine Anzahl Dampfer
darunter, welche fast monatlich ein Journal liefern. Aus diesem Grunde ist auch
öhne mühsame Auszählung eine Angabe darüber nicht möglich, wieviel Prozent
von allen vorhandenen Dampfern das Journal der Deutschen Seewarte führen
und wieviel nicht; es wird hier also davon abgesehen, Beachten muß man auf
alle Fälle, daß auch, absolut gerechnet, die Anzahl der führungsfähigen Dampfer,
wie aus der Tabelle und der graphischen Darstellung zu ersehen ist, von Jahr
zu Jahr eine beständige und beträchtliche Zunahme erfährt im Gegensatz zu den