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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Neuere Veröffentlichungen, 
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bandbuch für das Rote Meer und den (Colt von Aden und für das zur Zeit Im Dreck befindliche 
Segelhandbuch für das Südchinesische Meer, 
Der Bearbeitung des Segelhandbuches sind die neuesten englischen und niederländischen Quellen 
zugrunde gelegt, die vielfach durch Fragebögen und Berichte von deutschen Krieys- und Handels- 
schiffen sowie durch Konsulatsfiragebogen ereänzt worden sind, Die Schreibweise der indischen, 
malaiischen und siamesischen Namen ist die auf den neuesten britischen und niederländischen 
\dmiralitätskarten übliche. 
Ball, Frederick M. A.: Altitude tables computed for intervals of four minutes 
between the parallels of latitaude 31° and 60° and parallele of deeclination 
0° and 24° designed for the determination of the position line at all 
hour angles without logarithmie computation. 8°%° 241 SS, J. DD. Potter. 
London 1907. Preis 15 sl. . . 
Während früher zur geographischen Örtsbestimmung auf See die strenge Berechnung der Länge 
ul Breite aus den beobachteten Gestirmshöhen fast allein üblich war, hat sich in der zweiten Hälfte 
les vergangenen Jahrhunderts die Methode der Ortsbestimmung mit Hilfe der sogenannten Positions- 
änien mehr und mehr eingebürgert, Der große Vorzug, der in der einheitlichen Berechnung der Beob- 
achtungen nach dieser Methode liext, soll hier nicht weiter erörtert werden, Die eingehende Behandlung 
tes Standlinienverfahrens in den neaeren Lehrbüchern der Navigation beweist deutlich genug, welch 
aohen, Wert man der Örtebestimmung durch Standlinien beilegt. Das ursprüngliche Sumnersche 
Verfahren der Berechnung zweier Punkte der Standlinie wurde dann später dadurch vereinfacht, dab 
man nach dem Vorgange von Marcq St. Hilaire unter Ausnutzung des gegißten Bestecks nur einen 
Punkt der Standlinie- und die rechtweisende Richtung «ler Linie in diesem Punkte bestimmte, Für die 
Berechnung der Höhe aus der gegißten Breite uud dem mit der gegißten Länge gefundenen Stundenwinket 
suchte man sich bald die rechnerisch bequemsten Formeln aus, welche bei möglichst geringem Zahlen 
Aufwand die gesuchte Höhe mit hlnesichender Genauigkeit lieferten, Für die Ermittlung der recht. 
weisomlen Richtung der Standlinie bediente man sich entweder der bekannten Formeln zur Berechnung 
des. Azimauts oder man entnahm diese aux den gebräuchlichen Ayzimuttafeln oder Diagranmicn, die ip 
den letzten Jahrzehnten erschienen sind. Daneben machte sich »ber schön früher das Bestreben be 
merkbar, die logarithnmische Rechnung der Höhe durch Verwendung von sogemannten. Höhentafeln zn 
vermeiden, aus denen man für bestimmte Werte der Breite, der Abweichung und des Stundenwinkeh: 
weist nach cinigen Xebenrechnungen «ie fertige Höhe für den gegißten oder einen benachbarten Orr 
erhielt. Vor diesen Tafeln sind namentlich die Tafeln von Souillagyonct, Delafon und Fuss er- 
wähnenswert; auch Lösungen des Höhenprobiems dureh Zeichnung sind mit mehr oder minder‘ be- 
tricdigendem Ergebnis versucht worden, Kürzlich ist nan eine neue Höhentafel von Fr. Ball heraus 
zegeben worden, die, wie Herr Navigationsschullehrer JS. Krauß in dieser Zeitschrift 1907, Heft XI. 
auf Seite 568 un £f. gezeigt hat, unter Benutzung der von ihm gegebenen. Methode der Höhenberich- 
Hgg mit Hilfe der Gradtafel das Entnechmen der Höhe für den gepißten Ort mit so geringer Mühe 
ET daß mau erwarten darf, diese Tafel werde sich bald Freumle in den scemännischen Kreisen 
PEWETDEN. 
Aus diesem Grumle erscheint € angebracht, die Balkschen Tafeln hier kurz zu besprechen. 
Die Fänrichtumg der genannten Tatoln ist so getroffen, daß man für jeden vollen Breitengrad zwischen 
21° and 60° und für jeden vollen Grad «ler Abweichang von 0° bis 24° sowie für jede vierte Zeit- 
arlnute des Stundemwinkels die Höhen bis auf zehntel Bogenmintten fertig gerechnet entnehmen kann, 
and da man Abweichung und Breite beim Eingang in die Tafel miteinander vertauschen kam, so 
velten die Tafeln auch für Breiten von 0° bis 24° und Abweichungen von 307 bis 60°, Der Verfasser 
benbsichtigt ferner, in nächster Zeit eine weite Tafel zu veröffentlichen, die für die Breiten von 0° bis 
40° berechnet ist, Da die Tafeln nur für volle Grade der Breite und Abweichung and von 4 zu 
£ Minuten des Stundenwinkek die Höhen zu entnehmen gestatten, so müssen in allzemeinen drei Ver- 
besserungen an die aus den Tafeln gefundenen Höhen angebracht werden, um die Höhen für den 
gegilten Schiffsort zu erhalten. Um dies etwas umständliche Verfahren zu vereinfachen, schreibt der 
Verfasser vor, uur die Tafelhöhen für die Minuten der Abweichung‘ der (jestire zu verbessern urad 
m übrigen statt des gepitten Schiffsortes einen auf volle Grade In Breite and Länge abgerundeten Orı 
anzunchmen. durch den die Posittonslinie gelegt wird, Bequemer scheint hier aber unbedingt das von 
Herrn J. Krauß vorgeschlagene Vorfahren, das auch rechnerisch überans einfach kt and volle. Ays- 
autzung des gewißten, Bestocks erlaubt, Zur leichteren Verbesserung der aus der Tafel entaommenen 
Höhe Kür die Minuten der Abweichung gibt Ball eine dreistellige Tafel der Vroportionallogarithmen, 
lie anır eine Seite nmfaßt und daber für den Gebrauch sehr bequem ist und jedenfalls den anderen 
x Seiten unfassetiten Tafeln zum Einschalten in den meisten Fällen vorzuzichen sein dürfte, 
Die Höhentafeln von Ball können uber auch noch mit Vorteil zur Lösung anderer Anfgaben 
der Namik benutzt werden, von denen die Bestimmung des Azimunts als besonders wertroll hervor- 
xehoben zu werden verdient, wodurch die Verwendung ciner besonderen Ayimuttafel nchen der Höhen- 
rate] überflüssig wird. Kennt man nämlich tür einen bestimmten Stuandenwinkel die MMöhruänderung, 
die zz B. einem Grad Breitenämlerung entspricht, za ist «er (uotient aus Höhenänderung dureh 
Breitenändterumg: gleich. dem Kosimus (er Azlnnuts; anderseits ist der Sims des Azimuts — 4% 1 GM 
wenn mif Ah die Höhenänderung in S Zeitminuten bezeichnet wird, Diese allen Xautikern wohl- 
bekannten Beziehungen verwertet er Verfasser, um aus schen Höhentafehln anter Benutzung“ dreier 
Fifelchen, die zusanıumen. uur eine Keite einnchmen, die rechtreisende Peilung des Ceostirns zu finden. 
An mehreren Beispielen wird gezeigt, wie man die Hühen and die Azimute aus den Tafeln für die 
verschiedensten Fälle der Praxis zu entnehmen hat, so daß ex nur geringe Mühe verursacht, sich mit
	        
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