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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

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Annalen der Hidrographie um Maritinen Meteorologie, Februar 1908. 
Direktor des italienischen geodynamischen Zentralinstituts, der beim Calabrischen 
Erdbeben gewisse Zusammenhänge zwischen mistpoefferähnlichen Geräuschen 
and geotektonischen Linien sieht, schlägt der Internationalen seismologischen 
Vereinigung vor, sich mit der Behandlung des Problems, d. h, zunächst aueh 
mit der systematischen Anstellung und Sammlung der Beobachtungen zu befassen, 
Er selbst hat nach »Ciel et Terre« 1907, S. 430ff. in Italien eine Umfrage über 
die Nebelknalle — dort Brontidi genannt — angestellt und die Ergebnisse in 
Gemeinschaft mit Alıppi kartographisch dargestellt, (>Boll. Soc. sismolog, ital. 
Bd. XI, 8. 8), Für die ganze Erde hätte also die Internationale Vereinigung 
Ähnliches zu veranlassen, 
Noch einen Schritt weiter geht der Belgier E. Lagrange gleichfalls in 
‚Ciel et Terre«, Er knüpft an eine sehr auffallende Mistpoeffererscheinung am 
29, August 1907 in der Nähe von OÖstende, An diesem Tage traten abends 
zwischen 10 und 11 Uhr Geräusche auf, die durch aus großer Höhe fallende 
Körper verursacht schienen und Boden und Fensterscheiben erzittern machten. 
Meichzeitig wurden auch an anderen Orten im der Nähe Mistpoeffers beobachtet, 
und A, Lagrange hat am 29. wie auch am 28, August mittags In Intervallen 
auftretende starke Mistpoeffers bemerkt, die aber nicht die xeringste Boden- 
erschütterung verursachten, 
Da nun die belgische Küste an und für sich eines der Hauptverbreitungs- 
vebiete der Mistpoeffers ist, schlägt Lagrange die Schaffung einer Küstenstatfion 
vor, die, hauptsächlich seismologischen Forschungen dienend, ilr Augenmerk 
auch auf Mistpoeffererscheinungen richtet, Das wäre natürlich auch die gegebene 
Zentrale für die internationale Behandlung der ganzen Frage, Hier würden 
die Angaben gesammelt und verarbeitet werden, und zugleich auch an dem 
günstig gelegenen Orte Studien über die Begleiterscheinungen. der Mistpoeffers, 
sowie vor allem Beobachtungen der gleichzeitigen atmosphärischen Zustände und 
Vorgänge angestellt werden. 
Ob nun ein derartiges Institut gegründet oder auch nur eine internationale 
Vereinbarung getroffen wird oder nicht, auf jeden Fall ist die allgemeine Auf- 
merksamkeit der beteiligten Kreise von neuem auf die rätselhaften Mistpoeffers 
yelenkt und damit schon allein eine dankenswerte Tat geschelten, Denn gerade 
das Problem der Mistpoeffers zeigt, wie wenige andere, daß es da dem einzelnen 
anmöglich ist Aufklärung zu schaffen. Nur allgemeine Mitarbeit im weitesten 
Sinne kann zum Ziele führen, und es muß deshalb auch hauptsächlich 
an die Mitarbeiter zur See die Aufforderung gerichtet werden, jede 
in Betracht kommende Erscheinung sorgfältig zu beobachten und anf- 
züzeichnen. Der v. d, Broecksche Fragebogen legt großen Wert auf eine er- 
schöpfende Schilderung des Ortes und Angabe der meteorologischen Elemente, 
sine Charakteristik des Tones und seiner Wirkung auf den Beobachter, die z, B. 
in Ohrensausen oder Zittern des Zwerchfelles bestehen kann, und endlich auf die 
Nebenerscheinungen, wie Beeinflussung der Magnetnadel, oder erdbebenartiger 
Vorgänge. Dr. Rudolf Lütgens 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben, 
Reichs-Marine-Amt, Segelhandbuch für Ceylon und die Malakkastraße. 
Mit 93 Küstenansichten, davon 71 im Text und 22 auf 5 Tafeln, 8". 6125, 
Berlin 1907, In Vertrieb bei E, S. Mittler & Sohn. Geb. 450 215 
Das Segelbandbuch für Ceylon uud die Malakkastraße beschreibt die Malediven, Lakediven, 
Cerlon, die Nikobaren, Anudamanen und Coco-Inseln, die Inseln vor der Nordküste von Sirmatra, die 
Nord. und Ostküste von Sumatra von Atjeh Hoofd bis zum Kampar-Fluß, die Westküste der 
Malaiischen Halbinsel von Salang (Junkserlon) bis nach Singapore sowie die Singnpove-Straße his zum 
Ausgange io das Südchinesische Meer, Der allgemeine Teil, der größtenteils von der Secwarte bearbeitet 
ist, gibt Anweisungen für den Seewer von Aden über Colonıbo nach Singapore; mithin bildet das vor- 
liegende Sezelhandbuch für die Oetasientahrt die Verbindung zwischen dem 196 erschienenen Segel-
	        
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