Kleinere Mitteihungen,
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vermochte nu: Höhenzüge, soxar einzelne Bäume zu unterscheiden, und so über-
zeuyend war die Erscheinung, daß Kapitän Bodmann das Schiff über den
anderen Bug auf östlichen Kurs legte, um vorläufig, der Sicherheit halber, von
liesem verwirrenden Phänomen wegzuliegen, Da mun aber nach der ziemlich
ut festgestellten Position des Schiffes wirkliches Land yar nicht in Sicht
kommen konnte und die Erscheinung nach und nach auch am östlichen Horizont
auftrat, überzeugte sich der Kapitän von der Bramrah aus, daß es sich nur um
eine Luftspiegelung handelte, Daraufhin wurde der westliche Kurs wieder auf.
venommen, Die Erscheinung dauerte noch 2’, Stunden an, — Vergleiche hier-
über »Ann., d, Hydr. usw,« 1905, 3. 158 »Der Kinfluß der irdischen Strahlen-
brechung auf die Navigierung«. ES
5. Südlicht im Stillen Ozean, Der Führer des Bremer Vollschiffes » Wega«,
Kaptı Fr. Maas, beobachtete auf einer Reise von Australien nach Europa in der
Nacht vom 7, auf den 8, Februar 1907 in etwa 50,2° S-Br. und 171,83° O-Le. ein
farbenprächtiges Südlicht. Am 7. Februar hatte sehr schönes, klares Wetter ge-
herrscht mit leichten nordwestlichen Winden, die geyen Abend bei dauernd hoch-
stehendem Barometer auffrischten. Gegen 81 N, als es anfiug zu dunkeln, zeichnete
sich der ganze südliche Himmel durch eine große Helle aus, so daß der Horizont
überall deutlich geschen werden konnte. Bis zu einer Höhe von etwa 40° war
ler Himmel im Süden mit ganz feinen eir-strat-Wolken bedeckt, durch welche
lie Sterne nur matt hindurchblinkten, Von 11° N, an bis um 15 V, des 8. wurden
andauernd schnell aufeinander folgende Lichtwellen beobachtet, die mit großer
Schnelligkeit aus der eir-strat,-Bank aufschossen und sich am dunklen blauen
Himmel in etwa 80- Höhe verloren, Das Phänomen war so großartig und er-
naben, daß keiner der an Bord befindlichen Leute je etwas Gleichartiges gesehen
zu haben sich erinnerte. Der Beobachter hatte den Eindruck, als wenn vom
Südpol aus ein riesiger Scheinwerfer seine Stralhlenbündel nach Norden zu werfe,
Der Mond, der um 11» 30° N, aufging, war intensiv rot gefärbt und von einem
scharf ausgeprägten Hof umgeben, Irgendwelche Veränderungen am Kompaß
der in der Temperatur sind nicht bemerkt worden,
5, Die Erklärung der Mistpoeffers oder Nebelknalle. Gelegentlich der
Besprechung von Günther, Geographische Studien, im letzten Dezemberheft dieser
Zeitschrift wurden die Erklärungsversuche für die dem Seemann als Mistpoeffers
bekannten Nebelknalle berührt, Das Phänomen wurde schon früh beobachtet
and beschrieben. Meist sind es dumpfe, kurzdauernde Knalle, die vielfach für
fernen Geschützdonner gehalten. werden, für den Kundigen sich jedoch von diesem
scharf unterscheiden. Van den Broeck, der am eingehendsten die Frage
studierte — sonst liegen unter anderem noch Abhandlungen von L. Weber,
Sieger und Penck vor — gibt aber nach versehiedenen Beobachtern an, daß
lie Nebelknalle nicht allein den Gehörsinn beeinflussen, sondern auch das Nerven-
system gleichsam erzittern machen. Nachrichten über Nebelknalle liegen von
verschiedenen Teilen der Erdoberfläche vor, zeigen aber immerhin im allgemeinen
eine Beschränkung auf Europa einerseits, Mittelamerika anderseits. Die Mehr-
zahl der Angaben stammt aus der Kanalgegend, dem Bodenseegebiet und seiner
weiteren Umgebung, sowie neuerdings aus Italien, Damit fällt die im Referat
erwähnte Erklärung Lieckfeldts, da, wie Günther richtig bemerkt, eine Deutung
aus bestimmten Vorgängen bei der Nebelbildung überall das Auftreten der Mist-
poeffers erwarten läßt, während sie eine beschränkte regionale Verbreitung zu
iaben scheinen, Öhne eine gemeinschaftliche Ursache aller Mistpoeffers und
mvistpoefferähnlichen Erscheinungen finden zu wollen, tritt Günther nach Prüfung
der bisherigen Untersuchungen der Ansicht van den Broecks bei und glaubt,
daß Massentransporte in und auf der Erde die Mehrzahl der Mistnoeffers
bewirken.
Nun wird neuerdings von Gegenseite, die eine Deutung aus meteorologischen
Vorgängen ableiten will, wieder darauf hingewiesen, daß auch die Umfrage
van den Broecks (siehe »Ann. d, Hydı. usw.« 1897, S. 160ff,) zu wenig Material
veliefert hat, um über die für die Erklärung äußerst wichtige geographische
Verbreitung der Erscheinungen völlige Klarheit zu verschaffen. Palazzo, der