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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1908 
Beispiel. 
Am 6. Dezember 1903 wurden auf 0° 53‘ S und 172° 20° W folgende Stern- 
distanzen mit einem Sextanten, der sehr starke Fehler hatte, gemessen: 
& Orionis— 7 Orionis = 36° 09 
4 Orionis---&« Tauri 16 31 30 
€ Anrigae— da Orionis = 20 32 25 
« Aurigae-— 4 Orionis =. 44 15 20 
« Eridani- -8 Orionik = 54 21 5A 
« Eridani—a Orion = 72 3 0 
« Aurigae—« Fardani = 112 49 57 
Der benutzte Sextant hatte einen beträchtlichen Exzentrizitätsfehler, Außer- 
dem war die Stellschraube des kleinen Spiegels zerbrochen, der daher durch einen 
eingeschobenen Keil festgeklemmt werden mußte. Die Neigung des Spiegels gegen 
das Lot auf der Sextantenebene konnte also nicht beseitigt werden, Um die 
beiden Bilder zur Deckung bringen zu können, mußte ich daher auch dem großen 
Spiegel eine entsprechende Neigung geben. Sowohl der Kollimationsfehler (Index: 
berichtigung) als auch die übrigen Fehler waren dementsprechend sehr groß, 
und die Differenz zwischen den gemessenen und beobachteten Distanzen schwankt 
je nach der Größe des Winkels außerordentlich. Gleichwohl zeigt die Fehler- 
kurvre, die ich mir auf karriertem Papier zeichnete, einen so regelmäßigen Ver- 
lauf und ist so sicher zu bestimmen, daß für jeden beliebigen Winkel der Fehler 
auf etwa 10” genau daraus abgeleitet werden kann. 
Ein Beispiel möge nun die Reduktion der mittleren Distanz auf die 
scheinbare zeigen, 
Beobachtet wurde 
Distanz « Orionis-— 7 Orion = 8° 36° 07, 
Die beobachteten Kimmabstände der Sterne waren = 7° @ und 17“ 11’, 
die Luft- und Wassertemperatur = + 26°C, der Barometerstand =- 760 mm, 
Bringt man die Kimmtiefe von 5’ und den sehr großen, genähert bekannten 
Indexfehler von + 9° 58' an die Kimmabstände an, so ergeben sich als scheinbare 
Höhen die Werte 16° 59’ und 27° 4’. Bezeichnen wir mit Z, und Z, die schein- 
baren Zenitdistanzen und mit D den genäherten Wert der Distanz, so bestimmt 
man den Einfluß der Refraktion folgendermaßen: 
Für die angegebenen scheinbaren Höhen sind bei einer Temperatur von 
 967C. und einem Barometerstande von 760 mm die Refraktionsbeträge 
4 Z, = 178" und 4 ZZ, = 108”, 
A = Be 
La = 2 50 
Da 18° 30 
Te LO 
4 
sin(s- ZZ 
| sin {s — Z) — 32 
sine -D) 2,9316 sinp-- D) 9.0310 
log 1 =— 1.5603 Io II = 1.9059 
To = WE HE NOG 
Einfluß der Refr, = 21-1 -- 4%, 4%, = MP 
Die mittlere Distanz ist (Kolumne II) == 18° 36’ 20”, die Eigenbewegung 
kommt nicht in Betracht, ebenso ist die Änderung wegen Aberration (viertletzte 
Kolumne) gleich Null, Also: 
anitt!, Distanz 
E. B. 
Adwer, {r 
Retr. „5x 
zcheinb, Distanz = 18 3 50° 
heab, Distanz == > 5 O6 
Inetr. Fehler — 440 Zr Sat 
x 
s— a = + 
x Ba MAL 
s— 1 — 389 Aw 
In gleicher Weise findet man für die weiteren Distanzen der Reihe nach 
die Fehler -—- 9° 57’ 53”, -L 9° 56’ 39”, + 9° 56' 19°, 49° 5642”, +97 58’ 3” und 
110° 021”. Um daraus graphisch die Fehler für beliebige andere Winkel ab-
	        
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