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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Ki 
Annalen der Hydrograpbie und Maritimen Meteorologie, Februar 1908. 
Einfluß der Refraktion auf die Distanz. 
Zur Bestimmung der Refraktion. bedarf man der Gestirnshöhen, die man 
am bequemsten gleich vor oder nach der Distanzmessung ganz roh mit dem 
Sextanten bestimmt, Wenn man Höhen unter 10° ausschließt, genügt eine ganz 
rohe Messung, die man in den meisten Fällen auch über der Nachtkimm hin- 
veichend genau ausführen kann, Sonst muß man sie nach bekannten Formeln 
berechnen oder graphisch bestimmen, wie e8 z. B. Wedemeyer‘} vorschlägt, 
Die Berichtigung der Sterndistanz geschieht in ganz ähnlicher Weise, wie 
die der Monddistanzen, die in allen nautischen Lehrbüchern gebracht wird. In 
Fig. 6 sei Z das Zenit, S, und S, die wahren, 5,” und S,' die 
mit Refraktion behafteten Sternörter, 5,5, = D die wahre und 
3,‘5,' —= D' die mit Refraktion behaftete Distanz, Bezeichnen 
wir Winkel ZS,5, mit 7, und Winkel Z5,5, mit 7%, die Zenit- 
distanzen der Sterne mit zı und Z,, ferner die Refraktionen 
in Zenitdistanz S, 5,’ und SS,” mit 4Z, bzw. AZ,, so folgt aus 
einer ähnlichen Entwicklung, wie wir sie vorher bei der 
Aberration gebracht haben: 
DD = DZ, 0087 — AZ. 00870 
und Glieder höherer Ordnung, 
Die Winkel 7, und % kann man in einfacher Weise den 
dem erwähnten Artikel von Wedemeyer beigegebenen Tafeln 
entnehmen, Sonst ergibt sieh die Größe der Winkel v7, und %, auch leicht aus 
der Berechnung des sphärischen Dreiecks Z5S,8,, die dann schließlich zu folgender 
Formel führt: | 
DD" = D+3 A Z; «sin {s — D) sin (8 — Z,} cosec Z, cosec D 
2 4 Z. sin is — D}- sin (s — Z.) cosee Z, coser D 
4%. 3%, worin 285 — Z-L5LD 
zesetzt ist, oder abgekürzt: 
DD" DA 2.13 1-— AZ —4äZ; 
eine Formel, die in dieser oder ähnlicher Form dem Seemann von der Berechnung 
jer Monddistanzen her geläufig ist. Die bei Monddistanzen erforderliche so- 
yenannte dritte Berichtigung läßt sich hier, wie leicht zu zeigen ist, vernach- 
jässigen. 
Diese. dritte Berichtigung würde nämlich lauten (vgl. die Entwicklung der 
Berichtigung wegen Aberration}: 
4 (4 Z. sin 7, cotg D sin 1” + 4 {4 Z, sin 7, «cotg D sin 17. 
Dieser Ausdruck wird für 4 Z == 319”, also wenn beide Gestirne die geringe 
Höhe von 10% über dem Horizont haben, und bei der geringsten hier in Betracht 
kommenden Distanz von 10% nur etwa 11/, Bogensekunden groß. Die Ver- 
nachlässigung dieser Berichtigung schafft also nur einen Fehler, der für Sextanten- 
beobachtungen unter allen Umständen belanglos ist, falls man sich nur hütet, 
Sterne, deren Höhe geringer als 10° ist, zur Fehlerbestimmung des Sextanten 
heranzuziehen, 
35 A. Wedemerer, Die Anwendung der Sterndistanzen in der nautischen Astronomie, 
Ann. d, Hrdr. usw. XXXV. Jahre, 
Namen 
der Sternpaare 
x Orionis—3 Orionis 
+ Ortonis—a Tauri 
x Aurigae—a Orionis 
x. Aurigne—# Orionis 
x Eridani—2 Ortonis 
£ Eriklani—a Orionis 
x ÄAurigae-—« Eridank 
Mittlere 
Distanz 
TOO 
8.36 20 
20.20 54 
30.29 2 
412 46 
4 43 
52 53 30 
112.40 37 
EB. 
Januar 
m 
v1 91m 
| 
00 + 14 2--, 
—0.20 + 4-84 P 
039 4 I 
—0A43 [- SELL 4-16 
0.00 12-12-1313 
0.00 ds LiaLhe 
0,85 [ * 22.1.25.28,430 
Febr. 
März 
106 7) OA 
1 0101941 99 
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