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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Meldau, H.: Über die Methoden zur Untersuchung der Nadelsysteme von Kompaßrosen usw. 78 
Herr Santi verfährt aber ganz anders, Von Kompaßkursen ist in der 
Abhandlung überhaupt nicht die Rede und der Text’) kann nur dahin verstanden 
werden, daß die auf den magnetischen Kursen mit dem Korrektor beobachteten 
Ablenkungen mit den nach der Formel für magnetische Kurse berechneten 
verglichen sind, also die Oktantaldeviation durch Vergleich der Kurve III mit 
dem Spiegelbild von I gefunden wird. In der Tat lassen alle von Herrn Santi 
gegebenen Diagramme den charakteristischen Verlauf dieser Figuren erkennen.) 
Ich habe demnach das von Herrn Santi zur Untersuchung des Magnaghischen 
Kompasses auf oktantale Störungen angewandte Verfahren nicht mit Unrecht 
als fehlerhaft bezeichnet; es würde selbst beim Fehlen von Nadelinduktion 
Oktantaldeviationen geben, die mit wesentlichen, in der Xatur von Rose und 
Korrektor begründeten Störungsgliedern verwechselt werden können und ver- 
wechselt worden sind. 
Wichtiger als diese Feststellung ist es mir, zu zeigen, daß die Vier- 
korrektormethode doch zu Recht besteht, daß in ihr ein ebenso 
sicheres wie einfaches Verfahren gegeben ist, etwaige Fehler in der 
Anordnung der Nadeln einer Kompaßrose zu erkennen. 
Herr Dr. Maurer schließt so; Der Querschiffskorrektor für sich allein 
wirkend liefert eine Ablenkung nach der Formel IIL der Längsschiffskorrektor 
ebenso eine solche nach der Formel I. Die Summe dieser Ablenkungen wäre 
& 4-3, = — Denk 
also eine sehr merkliche Oktantaldeviation, Trotzdem geben beide Korrektoren 
zusammen wirkend auf allen Kursen d=— 0. Das ist völlig richtig. Gerade des- 
halb habe ich diese Oktantaldeviationen in meinen früheren Arbeiten (Ann, d. 
Hydr, usw. 1906, 8, 31, 32; 1907, S. 20} als »Begleiterscheinungen des D« be- 
zeichnet, Sie rühren ebenso wie die analogen Oktantaldeviationen beim Schiff 
daher, daß die Magnetisierung der Eisenmassen von &, die Wirkung der 
‘nduzierten Pole auf die abgelenkte Nadel von &” abhängig ist, Es ist ganz 
äatürlich, daß diese »Begleiterscheinungen« verschwinden, sobald durch die 
Kompensation die Verschiedenheit von 5 und & aufgehoben ist, Und folglich, 
so hätte weiter geschlossen werden müssen, ist man beim Vierkorrektor- 
versuch jetzt gerade in der Lage, eine wesentliche, aus falscher 
Nadelanordnung resultierende Oktantaldeviation zu erkennen, Herr 
Dr. Maurer macht an dieser Stelle das Versehen, daß er die dem Zusammen- 
wirken von Rose und Korrektor wesentliche Oktantaldeviation auf eine Stufe 
stellt mit der Begleiterscheinung und meint, jene würde verschwinden, also 
unerkennbar werden, wie diese verschwindet, 
Ich halte es übrigens {ür zweckmäßiger, von der Betrachtung der auf die 
Rose ausgeübten Drehmomente auszugehen, statt von der des Deviations- 
verlaufes, Auch aus dieser Betrachtung ergibt sich zunächst für den praktisch 
yichtigsten. Fall der Nadelinduktion unzweifelhaft, daß die von mir empfohlene 
Versuchsanordnung zum Erkennen oktantaler Störungsglieder außerordentlich 
geeignet ist. Denken wir uns die Rose etwa künstlich im magnetischen Meridian 
‘estgehalten und das Schiff sich unter ihr drehend, Dann übt das Schiff auf 
die Rose ein Drehmoment 4, aus, das durch das Produkt aus dem magnetischen 
Moment M der Rose und der nach West—Öst gerichteten vom Schiffe erzeugten 
Feldstärke veseben ist. 
and oktantalen Teile zerlegt, Dieses Verfahren jet aber nur zur Erkennung gröberer Störungen gerignet, 
insbesondere deshalb, weil die auf erdmagnetischer Horizontalinduktion berihende Car 
«chon Aaturgemüß mit einer Oktantaldeviation von dem Koeffizienten H = 4 ©? verbunden ist, Die 
sonderung dieser Begleiterscheinung des ID von dem zu bestimmenden Störungspliede ist mißlich.» 
3 Si sono pereib Yieavate sperimentalmente le eurve originate dalle diverse ghiere in servizio 
per ie diverse distanze, e con In formola della quadrantale che al Kiscontra a Sonde delle navi 
Er . . , 
md = 33. N Orb #1 sono enleolate Ic eurye con gli stessi valori di © 6ttenuti da quelle sperimentali. 
?) Der hohe Betrag der von ihr erhaltenen oktantalen Abweichen gibt Herrn Santi nicht zu 
weiteren. Bemerkungen Veranlassung, Er sagt nur: Qupeste curve, . . dimonstrano chlaramente come 
ic otfantali aumentano in aumpiezza man mano che si avvieinano le ghierre aoli achi della ussola.
	        
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