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Amalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 19008,
Über die Methoden zur Untersuchung der Nadelsysteme von Kompaß-
rosen auf Freiheit von oktantalen Störungen.
Von Dr. M, Meldau, Öberlchrer an der Seefahretschule iy Bremen,
In seiner Abhandlung Ȇber reine Quadrantaldeviation und ihre Kom-
pensation, sowohl durch Kugeln, als auch durch kleine Kompasse« (Ann, d,
Hyde. usw. 1907, S. 544) diskutiert Herr Dr. Maurer einige von mir in früheren
Arbeiten!) erwähnte Verfahren zur Untersuchung der Nadelanordnung von Kompaß-
vosen, Herr Dr. Maurer kommt dabei zu dem Schluß, daß ich in meinem
Bericht »UÜber das neue Modell des Fluidkompasses von Magnaghi« (Ann. d.
Hydr. usw. 1906, 5. 27) ein von Herrn Santi angewandtes Verfahren zu Unrecht
als fehlerhaft bezeichnet habe, und sucht ferner darzutun, daß das von mir in
der Arbeit »Die Nadelanordnung der Kompaßrose mit Rücksicht auf Nadel
induktion in den D-Korrektoren« (Ann, d. Hydr, usw, 1907, S, 17) angegebene
einfache und praktisch überaus leicht anwendbare Verfahren der Beobachtung
mit zwei rechtwinklig gegeneinander gestellten Korrektorenpaaren ein auUs-
reichendes Mittel für die fragliche Untersuchung nicht darstelle,
Beiden Behauptungen muß ich entgegentreten, Ich möchte zur Klar-
stellung‘ offenbar untergelaufener Mißverständnisse und Irrtümer folgendes an-
führen:
Herr Dr. Maurer zeigt, daß eine an Bord vorhandene Deviation vom
Charakter tg d =— ee falls keine Nadelinduktion ins Spiel kommt, kom-
pensiert wird durch Korrektoren, die an Land eine Deyiation von der Form
tz d => LE DE erzeugen, wo in üblicher Weise 5 den magnetischen und &“
den Kompaßkurs bedeuten. .
Nebenbei und zur besseren Veranschaulichung des Folgenden sei bemerkt,
daß dieses Resultat auch aus den üblichen Reihenentwicklungen für $ nach £
und & folgt. Die vom Schiffe erzeugte Deviation hat, wenn alle Koeffizienten
außer % verschwinden, als Funktion des magnetischen Kurses £ die Form (siehe
etwa Admniralty Manual).
L 6= -- Tein2f-— 4 D%sir4r (Figur I)
oder als Funktion des Kompaßkurses £” die Form
IL &=— L Ten2f 41T 1 (Figur 1)
Kugeln, Zylinder oder Ringe, die diese Deviation olıne Nadelinduktion
kompensieren sollen, haben ein gleich großes negatives X zu erzeugen. Sie
werden am eisenfreien Orte Ablenkungen erzeugen, die als Funktion des magne-
tischen Kurses die Form
5 UL = -— Dein2E— 4Dieindr (Fiew ID
„E und als Funktion des Kompaßkurses die Form
I. = — DPein2f +1 T?sind ff (Figur IV)
haben, In den Figuren ist der Deviationsverlauf
schematisch dargestellt; die Kurve IY ist das Spiegel-
bild der Kurve Lan der Achse; in demselben Verhältnis
stehen HIT und II zueinander,
Von dieser Tatsache ausgehend wird man sagen
können: Dann und nur dann, wenn der Korrektor mit
dem Nadelsystem am Lande auf den Kompaßkursen
sinen Deviationsverlauf (Fig. IV} gibt, der den an Bord
auf den magnetischen Kursen beobachteten oder
aus D nach Formel I berechneten (Fig, 1} spiegelbildlich
gleich ist, ist die Nadelanordnung einwandfrei. 5)
5 Ann. d. Hrdr, usw. 1004, &. 161; 1906, 8. 27; 190%, S. 17,
. Kae in diesem Batze ausgesprochene Verfahren habe ich »Ann. d, Hydr, usw.e 1907 8, 20
mit den Worten erwähnt: =»Bel der Prüfung anf ÖOktantaldeviation wird gewöhnlich so verfahren, daß
man «die durch die D-Korrektoren erzeugte Ablenkungskurre analrsiert, Y h. sie in Ihre quadrantalen
ll