Groissmayr, F. B.: Eine 24 jährige Witterungsperiode und ihre erneute Bestätigung usw. 123
Ein weiterer Beweis der 24jährigen Niederschlagsperiode: Geht man — im
Gegensatz zu unserer Darstellung — nicht von den Niederschlagsverände-
rungen von Sommer zu Sommer aus, sondern von den Abweichungen vom
Mittel, so erhält man für die 58jährige Reihe derselben Orte als Korrelation:
r=0.387 bei beispielloser Stabilität (r, = (1854—82 mit 1878—1906) 0.396;
r2 = (1883—1911 mit 1907—1935) 0.386). — Im Verein mit unseren bisherigen
makrometeorologischen Einflußfaktoren ergibt sich nun eine durchgreifende Ver-
besserung der Vorhersagegrundlagen für die Witterung im mitteleuropäischen
Sommer (Ostpreußen, Polen, Ostungarn kommt für diesen Typus nicht in Frage).
-— Es können daher folgende Regeln aufgestellt werden:
ı. Ändert sich der Sommerregenfall Mitteleuropas von einem
Jahre zum nächsten in positivem (negativen) Sinne, so ändert er sich
(meist) in demselben Sinne vom 24, zum 25. Sommer, Temperatur und
Druck jedoch im Gegensinne.
2. Ändert sich die Sommertemperatur und Druck in demselben
Gebiet von einem Sommer zum nächsten in positivem (negativen)
Sinne, so ändern sich dieselben Elemente nach Ablauf von 24 Jahren
in demselben Sinne, der Niederschlag jedoch im Gegensinne.
Makrometeorologische Wechselwirkungen.
Infolge des gleichzeitigen Sommertemperaturgegensatzes zwischen Mittel-
europa und Nord-Osteuropa folgt auch (vorwiegend) auf einen heißen, trockenen
Sommer hier nach 24 Jahren dort ein kühler Sommer; so folgte auf jeden
Sommer, der in Mitteleuropa (sieben Orte wie oben) zumindest eine Abweichung
{37 Orte) von + 40 cm Niederschlag (209.6 cm Normalwert) aufwies, eine gleich-
gerichtete Temperaturabweichung vom März bis Juli in Leningrad, bei 14 der-
artigen Fällen wahrlich kein Zufall!
‚Jahr 1857 68 76 79 8 87 S$ 90 93 95 97 99 1903 04
a) _68 -79 -60 55 81 -59 53 60 -46 -458 71 -41 63 —72
b) „19 15-14 17 19 -05 04 17 -15 -13 27 —-20 ©7 -—09
€) „29 27-27 38 3.1 -06 -01 30 -—-4.0 -13 45 -23-02 -3.7
b, c: Zeit: + 24 Jahre, somit 1857 + 24 — 1881 .., 1904 a Reihe — 1928 b, c
Reihe, a, b, c: Abweichungen vom Mittel: a = Niederschlag (sieben Orte) in Zenti-
meter VI—VIIL, b=t IN—VII Leningrad in °C, c= tt III—VII Leningrad —
Ivigtut (Grönland) in °C.
Korrelationen: a 1857—1906, b, ce 1881—1930;
Tan: 0.538; Pac: 0.56 (Stabilität r, = 0.53; 72 = 0.60).
Weitere Kkf. für den gleichen Zeitraum:
a mit t II—VII Upsala = + 0.40;
a „ tIlI—VII Königsberg—Jakobshavn = + 0.52 (r, = 0.47; r, 7>0.58).
Eine 24jährige Periode der Temperaturwechselwirkung im Winter und Frühjahr
zwischen Grönland und Europa.
Während Mitteleuropa nur im Sommer eine ausgeprägte 24jährige Tempe-
raturperiode aufweist, finden wir in Finnland dieselbe im Winter am besten
ausgeprägt.
Korrelationen der Temperaturänderungen von Jahr zu Jahr in Helsinki,
1N—V VI—VHE IX—XI XH—U Zeit: 1851—52 bis 1910—11 korreliert mit
e: 0.21 0.22 — 0.11 0.28 » : 1875—76 „ 1934-—35 (nur Winter
„ : 1852-53 „ 1911—12 mit 76—77 bis 1935—36).
Man vergleiche hiermit die gleichzeitigen Korrelationen (streng vergleich-
bar!) von Wien! N
Bildet man jedoch die Kkf. nicht aus den Änderungen, sondern den Ab-
weichungen vom Mittel, so erhält man z. B. für 4tI1—V 1829—1911 korreliert
mit AtI—V 1853—1935 (83 Jahre) die äußerst ansehnliche Korrelation für diesen
Ort r: = 0.38;! Überhaupt zeigt der europäische Norden sehr deutlich in der
ersten Hälfte des Jahres und der Jahrestemperatur die 24jährige Temperatur-
periode, z. B. Kopenhagen 1798—1911 (114 Jahre!) mit 1822—1935 %yanr = 0.252