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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1908,
Ballons schwammen und ihre höchste Höhe erreicht hatten, Es wurde darum
nit dem Einholen begonnen, Unterdessen war in der untersten Luftschicht bis
zu 600 m Höhe der Luftzug etwas stärker geworden, die Fahrt des Schiffes
mußte auf. 3.5 Sm erhöht werden. Während in 1000 m Höhe Ostwind und wenig
darunter Wind OzS festgestellt worden war, hatten die Ballons im der untersten
Schicht beim Einholen reinen SO, und zwar erfolgte der Übergang von O0z8S zu
SO in etwa 600 m Höhe plötzlich. Während das Schiff anfangs Kurs W gesteuert
hatte, mußte es nun auf NW drehen, um die Ballons über dem Schiff zu halten.
Um 11% 33m erfolgte die Landung. Die Ballons hatten nicht im mindesten an
Auftrieb verloren, die Aufzeichnungen des Meteorographen waren vorzüglich,
Wenn auch der beschriebene Versuch keine sehr große Sicherheit gewährleistete,
weil man mehr oder weniger von dem verhältnismäßig schwachen, eigentlich
nicht für solche Zwecke vorgesehenen Ballonmaterial abhängig war, so gab er hier
an Bord doch wenigstens die Möglichkeit, auch an windstillen. Tagen interessante
Aufzeichnungen über die vertikale Temperatur und Feuchtigkeitsverteilung zu
erhalten,
Wesentlich größere Sicherheit würde natürlich durch Verwendung viel-
leicht nur eines, aber größeren und stärkeren Ballons erreicht werden. Der von
Felten & Guilleaume gelieferte 0,4 mm-Draht entspricht den Anforderungen
vollkommen und würde nach hier an Bord vorgenommenen Belastungsproben
selbst einen Zug von 20 kg ertragen. Solche an Bord vorgenommenen Fessel-
ballonaufstiege haben denen auf festen Stationen gegenüber den Vorteil, daß man,
wie oben erwähnt, durch Kurs und Fahrt des Schiffes die Richtung und Ge-
schwindigkeit jeder kleinsten Luftbewegung mit recht guter Genauigkeit fest-
zustellen in der Lavrye ist.
Über die Änderungen der meteorologischen Elemente zu Hamburg
unter dem Einfluß des Mondes.
Von Professor Dr. 3. Schneider in Darmstadt,
Die im XXX. Jahrgang der Veröffentlichungen »Aus dem Archiv der
Deutschen Seewarte« mitgeteilte Untersuchung über den Einfluß des Mondes auf
die Windkomponenten zu Hamburg hat zu dem Ergebnis geführt, daß eine merk-
liche tägliche Änderung der Geschwindigkeitskomponenten des Windes nicht vor-
handen ist, daß dagegen monatliche Variationen. bei ihnen deutlich erkennbar
werden,
Um nun festzustellen, ob und in welchem Grade auch in anderen Fällen
solche monatlichen Änderungen auftreten können, sind sämtliche meteorologischen
Elemente von Hamburg einer diesbezüglichen Prüfung unterzogen worden, Auf
die Untersuchung ihrer etwaigen täglichen Veränderlichkeit wurde dabei von
vornherein verzichtet, Es kamen darum alle Größen in Betracht, für die
mindestens eine Tagesbeobachtung vorlag. Dies sind der Luftdruck, die Luft-
temperatur sowie ihr tägliches Minimum und Maximum, die absolute und relative
Feuchtigkeit, die Stärke und Richtung des Windes, die Bewölkung und die täg-
liche Niederschlagsmenge, Unter Benutzung der beobachteten Windrichtungen
wurde hierbei noch die Zerlegung der Windstärken in ihre Komponenten vor-
genommen. Dies geschah, um entscheiden zu können, ob auch die nach der
zwölfteiligen Beaufortskala geschätzten Windbeobachtungen zur Feststellung einer
monatlichen Änderung des Windes benutzbar wären, Die diesbezüglichen Resultate
sind in später folgenden Tabellen in den mit W und S überschriebenen Rubriken
der West- und Südwindkomponenten untergebracht.