Schlenzka: Fesselballonaufstiege für meteorologische Höhenfoerschung an Bord 8. MS. »Planet«, 85
punkt verbunden, Um eine Verletzung der Ballonhüllen durch die Leistenenden
zu verhindern, wurden die Enden mit Wattepauschen umwickelt, An die oberen
vier Spitzen der Längsstreben wurden 5m lange Schnüre befestigt, die in der
Mitte und an den unteren Enden noch einmal beigebunden und dann 1.5 m unter
dem unteren Ballon zusammengeknotet wurden. Das ganze Verbindungsgestel]
init den Schnüren wog 800 g.
In zweiter Linie mußte ein gleichmäßigeres Auslassen und sicheres Ein-
hieven des Drahtes gewährleistet werden, und dies wurde durch Verwendung
ler an Bord befindlichen Drachenwinde erreicht. Auf das über die Seitenwände
der Drachenwinde hinausragende Ende der durch ein Zahnrad mit dem Elektrö-
motor in Verbindung stehenden. Welle, das für den Notfall zum Aufsetzen einer
Handkurbel dient, wurde die Drahtrolle aufgesetzt und durch eine Mutter fest-
gehalten, Durch Umdrehen der Drahtrolle konnte der nur einen Weg laufende
Motor sowohl zum Auslassen als auch zum KEinhieven des Drahtes benutzt
werden, Zum besseren Freilaufen des Drahtes von der Winde und gleichzeitig
zur besseren Kontrolle des zu- oder abnehmenden Zuges wurde der Draht noch
über eine etwa. 2 m entfernte Leitrolle geführt (siehe Fig. 3).
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Zur Beteiligung an der internationalen Juliwoche 1907 waren vom Kom-
mando der 23, 24, und 25. Juli für meteorologische Arbeiten vorgesehen, Das
Schiff befand sich an der SW-Küste von Neu-Hannover, Am 23. und 24, gelangen
drei Drachenaufstiege von 2000 bis 3000 m Höhe, Am 25. morgens herrschte
jedoch völlige Windstille; auch noch um 10 Uhr, wo sonst der SO-Monsun schon
mit Stärke 5 zu wehen pflegt, Es wurden deshalb die Vorbereitungen zu einem
Aritten Versuch mit Fesselballons getroffen. Zwei 1,5 m-Ballons wurden auf dem
Achterdeck gefüllt und in das oben beschriebene Gestell eingebunden, der Bosch-
Apparat zwischen die unten zusammengeführten Ballonschnüre und das Ende
des Drahtes gekuppelt und dann zunächst bei gestopptem Schiff um 10b 407 mit
dem Aufstieg begonnen. Mit Hilfe des Elektromotors war es möglich, die ÄAuslaß-
geschwindigkeit genau dem Zug entsprechend zu regulieren; sie betrug durch-
schnittlich 2 m pro Sekunde! Die Ballons standen während des ganzen Aufstiegs
absolut ruhig im Gegensatz zu den beiden ersten Versuchen, wo sie bei der losen
Verbindung fortwährend pendelten. Der Apparat hing infolgedessen fast unm-
beweglich und lieferte vorzügliche Aufzeichnungen, Nach ungefähr 20 Minuten
bei einer ausgelassenen Drahtlänge von 1100 m fingen die Ballons wohl mit
infolge des leichten Stampfens des Schiffes an zu pumpen, Der Draht kam hin
und wieder lose, der Zug hatte gänzlich aufgehört, woraus hervorging, daß die
Ann. d. Hrdr. usw. 1908, Heft IE.