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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

64 Annalen der Hydragraphie und Maritimen Meteorologie, Februar 1008, 
und von der ausgegebenen Drahtlänge, etwa 1600 m, durch Durchhängen des 
Drahtes nichts verloren ging. Die so erreichte Höhe betrug, wie denn auch die 
Aufzeichnung ergibt, etwa 1600 m, Das Einholen machte keine besondere 
Schwierigkeit, da ja kein großer Zug auf dem Draht stand und man sich bei 
dem Einwinden Zeit lassen konnte, Die Ballons hatten durch Schlagen gegen- 
einander etwas an Auftrieb eingebüßt, aber nicht wesentlich. 
Ein zweiter Versuch dieser Art wurde am 2. Mai Fig. 2 
(internationaler Tag) gelegentlich des Aufenthaltes auf den 
Hermit-Inseln vorgenommen, Es kamen diesmal drei 1.5 m- 
Ballons zur Anwendung, die in gleicher Weise wie bei dem 
ersten Mal miteinander verkuppelt wurden, nur wurde 
diesmal die Länge der Ballonschnüre verschieden bemessen, 
am, wenn möglich, ein Schlagen der Ballons gegeneinander 
zu verhindern. Während des Hochgebens des Gespanns 
herrschte annähernd Windstille; nachdem aber ungefähr 
1500 m Draht ausgelassen waren, 
setzte eine Bö von Stärke 3 ein, 
die die Ballons niederdrückte und 
ein sofortiges Einholen erforderlich 
machte, Diesmal, wo es auf ein be- 
schleunigtes Einhieven ankam — die 
Ballons arbeiteten bei dem Winde 
stark hin und her und verloren da- 
durch sichtlich an Auftrieb -—, zeigte 
sich die Handwinde als unzureichend. 
Nur mit Mühe gelang es unter Ein- 
holen der letzten 500 m mit der Hand, 
die Ballons eben vor dem Inswasser- 
fallen des Instrumentes zu bergen, 
Die erreichte Höhe betrug 1350 m, 
die Aufzeichnungen waren aber durch 
das starke Arbeiten der Ballons und 
das dadurch verursachte Schütteln 
des Instrumentes leider unbrauchbar, 
Dieser zweite so mißlungene 
Aufstieg führte zu Verbesserungen, 
wie sie bei dem nächsten Aufstieg 
Verwendung fanden und im folgen- 
den beschrieben werden sollen, Zu- 
nächst mußte dem Schlagen der 
Ballons und dem dadurch verur- 
sachten Verlust an Auftrieb vor- 
gebeugt werden; dagegen mußte am 
sichersten eine starre oder wenigstens 
annähernd starre Verbindung der 
Ballons helfen. Dabei mußte jedoch 
auf möglichst leichte Konstruktion 
geachtet werden, Es wurden darum 1.70 m lange Leisten aus schwedischem Fichten- 
holz, wie sie in den Drachen Modell D. 8. zur Verwendung kommen, der Länge nach 
durchgeschnitten und so aneinander gelascht, daß die einzelnen Stäbe eine Länge 
von 3m bekamen. Vier solcher 3 m langen Leisten wurden zwischen zwei Ballons 
an den korrespondierenden starken Gummiösen, an denen sonst die Ballon- 
schnüre befestigt werden, gebunden, so daß die beiden Ballons, wie aus der 
nebenstehenden schematischen Zeichnung Fig. 2 ersichtlich, etwa mit 1.5 m Abstand 
übereinander zu stehen kamen. Um dem ganzen Gestell noch mehr Festigkeit 
zu geben, wurden zwei gleichartige Leisten zwischen den Ballons diagonal 
zwischen die Längsstäbe gelascht und in dem Kreuzungspunkt zusammengeschnürt. 
Die einander zugekehrten Ballontüllen wurden durch Schnur mit dem Kreuzungs-
	        
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