Köppen, W.: Die Windrichtung in 800 Drachenaufstiogen u. 44 +Abreißern« bei Hamburg, 1903/06, 63
Höbe in m: unter 100 m 1000—2000 2000—5000 Z2000—4000 4000—3000 3.000-— 0000
Zahl der Anufstiege: 135 220 216 92 is 2
re j Ähbzreißer: 4 18%) 11 5% 11.6%) 8 (89%) Sa
Blitzschläges © 3 (2%) + (2%) Ö
Die Zunahme der Abreißer mit der Höhe würde noch größer sein, wenn
man sich nicht aus Vorsicht bei gefährlich werdenden Zügen oder böigen Winden
mit geringeren Höhen begnügt hätte,
Fesselhallonaufstiege für meteorologische Höhenforschung
an Bord $. M. S. „Planet“.
Von Oberleutnant %, S, Schlenzka.
Wenn man auch auf beweglichen Stationen bei der Vornahme von Drachen-
aufstiegen nicht in dem Maße von der Stärke des jeweiligen Windes abhängig
ist wie auf den Landstationen, da man dureh die Fahrt des Schiffes ja in der
Lage ist, die Windgeschwindigkeit wenigstens um einen gewissen Betrag zu ver-
vrößern, so sieht man sich trotzdem zuch hier häufig zur Untätigkeit verdammt,
wenn man vorwiegend in Gebieten schwächerer Winde und gänzlicher Wind-
stillen. zu arbeiten hat, wie das bei der Lösung der 8. MS. »Planet« erteilten
Aufgaben nicht selten der Fall ist,
Nach der Beendigung der Ausreise des Schiffes und nach dem im De-
zember 1906 erfolgten Besatzungswechsel in Matupi (Neu-Pommern} hatte das
Kommando den Auftrag erhalten, auf einer etwa dreimonatigen Reise nach
Hongkong und zurück ins Schutzgebiet neben 6zeanographischen Arbeiten auch
Drachen- und Pilotballonaufstiege zur Erforschung der höheren Luftschichten
vorzunehmen, Auch nach der Rückkehr in das Vermessungsgebiet sollten, wenn
rgend möglich, Beiträge zu den »internationalen Tagen« geliefert werden, Das
Ergebnis der Reise sind 10 Drachenaufstiege von 600 bis 3000 m Höhe und 7 Pilot-
ballonaufstiege, deren Verfolgung mit dem an Bord befindlichen de Quer vainschen
Theodoliten durchschnittlich bis zu 20 Minuten gelang, Schon auf der Fahrt
oatte man der häufig herrschenden Nauen Winde oder völligen Windstillen wegen
oft von Drachenaufstiegen absehen müssen und gewöhnlich war yerade an den
internationalen Tagen, zu denen Beiträge geliefert werden sollten, nichts anzu-
fangen. So war dies z.B, am 11. und 12, April 1907, als das Schiff in Yap zur
Kohlenergänzung lag, der Fall, Es herrschte so völlige Windstille bis in die
obersten Luftschichten hinauf, daß ein hochgelassener Pilothallon fast kerzen-
yerade aufstieg und senkrecht über dem Schiff in etwa 65000 ın Höhe zum
Platzen kam,
Da es interessant erschien, gerade unter den obwaltenden Verhältnissen
eine Aufzeichnung über die vertikale Temperatur und Feuchtigkeitsverteilung
zu erlangen, so wurde der Versuch gemacht, den Meteorographen mittels Fessel-
ballon hochzugeben,
Dieser Versuch wurde mit Ballons von 1.5 m Durchmesser und mit 0.4 mm
starkem Klaviersaitendraht ausgeführt, Zwei solche Ballons, von denen jeder
einen Auftrieb von 2 bis 25 kg hat, wurden, wie aus Fig, 1, S. 64, hervor-
geht, mit den Ballöonschnüren aneinandergekuppelt und zwischen dem Knoten-
punkt der Verbindungsleinen und dem Ende des Drahtes ein Meteorograph,
System Bosch, so eingebunden, daß die Federn aufliegend schreiben konnten,
Der 0.4 mm-Draht wurde auf der Originalrolle, auf der er zu. 3000 m Länge ge-
liefert. wird, belassen und diese Rolle auf eine in einem Holzkasten liegende
Welle aufgekeilt. Nachdem die Ballons vorsichtig hochgelassen, wurde mit dem
Auslassen des Dralites begonnen und die Auslaßgeschwindiekeit durch Bremsen
der Rolle mittels eines Holzklobens reguliert. Bei der völligen Windstille blieben
die Ballons fast genau über dem Schiff, so daß der Draht senkrecht hochführte