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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1908,
sin solches Wegfliegen in den 32 Jahren stattgefunden habe, Die Vorschläge
für Beseitigung der damaligen Lähmung der Stationsarbeit mußten von dieser
Erfahrungsgrundlage ausgehen, An die aus dieser Veranlassung entstandene
Statistik der »Abreißer«, die wir nun mitteilen wollen, hat sich dann erst später
die obige Statistik der Windrichtungen in den Drachenaufstiegen überhaupt
angeschlossen,
Auf dem Kärtchen der Umgebungen Hamburgs (Fig, 5, S. 61) sind die Orte
angegeben, wo im Laufe dieser Jahre der Instrumentdrache im den Fällen des
Abreißens gelandet ist; an den Orten Poppenbüttel, Alsterdorf, Alt-Rahlstedt
and Stapelfeld je zweimal, an den übrigen 36 je einmal. Die Entfernungen sind
ziemlich bedeutende, die größte, die bei Jersbek bei Bargteheide, 23 km; Ellerau,
Ahrensburg, Stapelfeld und Glinde liegen 16 bis 19 km von Groß-Borstel entfernt.
Nach den 16 Sektoren der Windrose ordnen sich die Landungsorte in den
44 +Abreißern« und den 7 Blitzschlägen der Jahre 1908 bis 19061 wie folgt:
N ONNO NO ONO 0 080 SO BO SO SSWOSW OWAWWOWXW NW NNW
Abreißer a 3 5 5 9 9 4 u OÖ 2 0 Ö 1 1 2 {
Blitzechläge 0 © 1 1 2 U 2 1. 0 © OÖ Ö u © Ö Ö
Nebendrachen sind hierbei nicht mitgezählt; sie fliegen vergleichsweise
häufig fort und für ihre Ablösung bei starkem Winde ist absichtlich Vorsorge
getroffen; sie fülren nur 60 m Zweigdraht mit sich und haben noch nie merk-
lichen Schaden verursacht, Nebendrachen sind im Jahre 1905 in 54, 1906 in 28
und 1907 in 32 Aufstiegen abgerissen, nicht selten mehrere auf einem Aufstieg.
Nicht gezählt sind hierbei einige Fälle, in denen das abgerissene Gespann
sich verankert hat und herüuntergeholt werden konnte; dies geschah übrigens
nie in größerer Entfernung als 10 km; Fälle wie der vom 26, Juli 1900, wo ein
Drachengespann durch wiederholtes Sichverankern, Steigen und Wiederlosreißen
von Berlin 130 km weit bis nach der Lausitz flog, sind. bei uns glücklicherweise
nicht vorgekommen, Wenn Verankern stattfand, so geschah es meist in wenigen
Kilometern Abstand von der Station, worauf mit Pferd und Wagen eine Hand-
winde an den Ort gebracht und der Draht durch regelroechtes Aufwickel: ge-
borgen wurde, vorausgesetzt, daß der Ort der Verankerung früh genug gefunden
wurde, ehe die Drachen niedergefallen oder wieder abgerissen waren. Lag aber
der Draht auf dem Boden, so war es selten möglich, erhebliche Stücke von ihm
in brauchbarem Zustand zu retten, bevor Unberufene darüber gekommen waren,
In den dahren 1903 bis 1906 ist in einem Falle der weggeflogene In-
strumentendrache nicht wiedergefunden worden; die Richtung war nach Norden,
Im Jahre 1907 ist leider ein zweiter solcher Fall vorgekommen, Richtung nach
Ostnordost.
Das Kärtchen der Landungsorte kann bei der hoffentlich nicht zu fernen
Gründung weiterer Drachenstationen in Norddeutschland beachtenswerte Anhalts-
pünkte geben. Wenn auch Fälle von außergewöhnlichen Richtungen und Ent-
fernungen nicht ausgeschlossen sind, so kann man doch nach unserer mehr als
vierjährigen Erfahrung sagen, daß das gefährliche Segment, in welchem man
Kollisionen des hinter abgerissenen Drachengespannen nachschleppenden Drahtes
mit elektrischen Leitungen, mit Fuhrwerken usw, fürchten muß, auf der Ostseite
der Station liegen, von den Richtungen NNW und SSO eingeschlossen sein und
bis etwa 20 km von der Station reichen wird, Bei der Wahl der Stationslaye
wird man das zu berücksichtigen haben.
Mit der Höhe der Aufstiege steigen, wie leicht zu begreifen, die Gefahren
beträchtlich, Lassen wir das Jahr 1903 fort, in welchem noch keine hohen Auf-
stiege gemacht wurden und Unfälle vegen der geringeren Übung auch bei kleineren
Aufstiegen häufig waren, $o erhalten wir folgende Statistik :?)
ı Im Jahre 1907 sind S Abreißer und 1 Blitzschlag Vin .
2 Die zunehmende Höhe der Aufstiege, trotz der (in den Jahresberichten erwähnten) Kin-
schränkungen, zeigt sich in. folgenden Ziffern über die Anzahl der Aufstiege:
1903 (9 Mon.) 1904 1905 1906 (11 Man.)
137 170 105 SO
Ö 16 46 50