Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1005
Tabelle 6. Abweichung des Oberwinds vom Unterwind,
TUnter- | Mittlere
wind Höhe
nach Hnks
4 Str. 12 Str.
nach rechts
2 Str. 4 Str. | 6 Str, 8 Ser, JO Str. 12 Str
Mittel,
(race
Zahl
der
Fälle
' 0220 227 23 29
33 ]J 20 25 mM 5
44 20 23 0 Ö
05° 6 87 38 12 60 05 Ö 0
05 5 | 2 | 36 | 22 4 @Q 0 0
2 6 | 62 23 22 0 © oo ol
. ; k 4
Nach den Hoffmeyerschen Zahlen ist der Winkel zwischen Unterwind
und Isobare für diese beiden Windgruppen in Dänemark durchschnittlich 28°
und 15°, Differenz 13°, Auf Hamburg reduziert mit + 6° würden diese Zahlen
34° und 21° sein, Die entsprechende Differenz in den Winkeln zwischen Unter-
wind und Öberwind ist nach den Zahlen der vorletzten Kolumne 23° in 2.2 km,
18° in 1.0 km und 11° in 0.6 km Höhe, Für letztere Höhe ergibt sich danach
der Winkel zwischen Wind und Isobare in beiden Windgruppen annähernd
gleich, und zwar für Hamburg 18° und 16%. Der sogenannte Ablenkungswinkel «
zwischen Gradient und Windrichtung würde danach hier in dieser Höhe ohne
Unterschied der Windrichtung annähernd 73° sein, was auch der Wahrscheinlichkeit
entspricht. Dagegen weicht in der Höhe von 2 km über dem Boden die Luft-
bewegung nach diesen Zahlen schon um 6° nach rechts von der Isobare des
Meeresspiegels ab, nach der Seite des höheren
Drucks hin, Figur 4 veranschaulicht diese
Verhältnisse, Unter »Wind« ist in ihr die
mittlere Richtung des Unterwindes in beiden
Richtungsgruppen, der Anschaulichkeit wegen
orientiert nach der ebenfalls angegebenen
N-—5S-Richtung, eingetragen, Der »*Ab-
Jenkungswinkel» & ist für sie 90°—21° = 69
und 90°—34° ==56°, Hieraus ergibt sich
direkt die Lage der (unteren) Isobare und
yermittels der oben angegebenen Winkel
zwischen Unterwind und Oberwind die mittlere
Richtung der Luftströmung in 0.6, LO und
2.2km Höhe und deren »Ablenkungswinkel« &,
bezogen auf die Druckverteilung am KErd-
boden. Daß dieser Winkel in den höheren
Schichten — 1 und 2.2 km — bei S und NW
wesentlich verschieden, und dabei in ent-
gegengesetztem Sinne, als am Erdboden, sich
zeigt, muß wohl der Verschiedenheit des
Gradienten oben und unten zugeschrieben
werden. Und zwar ist diese Verschiedenheit
eroßenteils in der südlichen Luftströmung zu suchen, bei NW dagegen die
Änderung der Druckverteilung mit der Höhe nur gering, weil, wie gesagt,
eine vorherrschende Bewegung gegen den Gradienten, die nur durch Trägheit
in Verzögerung begriffener Luftmassen erklärbar ist, wohl in der Cirrus-
region, also oberhalb 8 km über dem Meere, aber nicht so weit unten an-
zenommen werden kann. Es ist also wahrscheinlich, daß sowohl bei NW-, wie
bei S-Strömungen der wirkliche Ablenkungswinkel, bezogen auf den Gradienten
des eigenen Niveaus, 1 und 2 km über dem Boden etwa 85° beträgt, daß aber
in den südlichen der Gradient in 1 km Höhe etwa 5°, in 2 km etwa 10° nach
rechts von demjenigen am Erdboden abweiche, während in nordwestlichen er
im Jahresmittel keine große Änderung mit der Höhe zeige, Nach dem, was wir im
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